Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 140. Sitzung / Seite 127

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reich verkauft worden sind! Weitaus mehr, das Vielfache davon! (Abg. Mag. Molterer: Wir werden eine neue machen, die dann besser ist!)

Dass Sie eine neue Kampagne machen werden, ist inzwischen keine Drohung mehr, Herr Klubobmann Molterer, weil die Österreicherinnen und Österreicher eine entspre­chende Antwort auf diese Ihre Kampagnen schon geben werden (Abg. Mag. Molterer: Wir werden eine neue machen!): Bei den nächsten Wahlen werden Sie diese Antwort erhalten! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Genau!) Ihre Hoffnung, dass die Menschen in Österreich das widerspruchslos zur Kenntnis nehmen würden, ist mehr als trügerisch, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Koalitionspar­teien! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

Nehmen wir nur die absoluten Zahlen der Beträge, die Sie mittlerweile für Öffentlich­keitsarbeit ausgegeben haben: im Jahre 2000 9 Millionen €. (Abg. Mag. Molterer: Das war zu wenig!) – Das war zu wenig!, habe ich jetzt gehört. Der Zynismus des Kollegen Molterer ist nicht überbietbar! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Herr Kollege Mol­terer, kommen S’ nur heraus mit Ihren Äußerungen. Insofern finde ich das ganz gut, dass Sie dazwischenrufen, da sich so jeder ein Bild machen kann, wie Sie mit Kritik, die ja nicht nur von der Opposition, sondern von einer wirklich breiten Öffentlichkeit kommt, umgehen.

Sie, Herr Kollege Molterer, Ihre Partei und Ihr Koalitionspartner – ich werde dann auch noch im Detail etwas dazu sagen – haben zu verantworten, dass es geradezu explo­dierende Informationskosten, enorm hohe Kosten für Jubelpropaganda seitens dieser Bundesregierung gibt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)

Im Jahre 2000 waren es 9 Millionen €, im Jahre 2004 gleich der doppelte Betrag, näm­lich 18 Millionen €! Im Jahr 2005 hat allein die Frau Sozialministerin für die Kampagne „Zukunft Soziales Österreich“ 4,5 Millionen € ausgegeben! Da hört sich der Spaß auf – gerade auch angesichts der Kürzungsprogramme im Sozialbereich –, wenn die Sozial­ministerin nichts anderes zu tun hat, als Millionen Euro für Jubelpropaganda auszuge­ben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Sie wissen das genauso gut wie ich, Herr Abgeordneter Molterer!

Was war denn die Information, die in zahlreichen dieser Kampagnen enthalten war? – Sie haben es sehr schnell begriffen, Herr Abgeordneter Molterer, dass die Information, dass die Werbe- oder Jubelkampagnen zum Thema „Steuerreform“ bei den Österrei­cherinnen und Österreichern nicht gut angekommen sind, weil sie natürlich gleich ge­merkt haben, dass ihre eigene Realität eine andere ist als die auf diesen „schönen“ Inseraten dieser Bundesregierung dargestellte. (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt nicht! Ganz im Gegenteil!)

Welche Kampagnen gab es seitens dieser Bundesregierung noch? – Mehrere Kam­pagnen zum Thema „Unfallrenten“, in denen Sie Ihre eigenen Pannen bei den Unfall­renten immer wieder korrigieren mussten; detto eine Kampagne zu den Ambulanzge­bühren.

Ich erwähne jetzt nur, weil es gut dazu passt, den Pensionsflyer, den Frau Bundesmi­nisterin Haubner erst jetzt, im Jänner 2006, an die Pensionistinnen und Pensionisten geschickt hat. Wissen Sie, was da passiert ist? – Die erste Auflage dieses Flyers wurde komplett eingestampft, weil das Logo „Zukunft Soziales Österreich“ nicht enthal­ten war! Dann wurde dieser Flyer noch einmal gedruckt. Natürlich entstanden wieder Kosten. Wer zahlt denn das, Herr Klubobmann Molterer? Zahlen Sie das? Die Steu­erzahler müssen das zahlen, was Frau Bundesministerin Haubner für gut und richtig befindet!

 


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