1996
Die Bayerische Landesbank übernimmt die BAWAG-Aktien des
Konsum für 0,31 Mrd. € und kauft um weitere 0,15 Mrd. €
15,77 % aus dem Besitz des ÖGB zu und besitzt somit insgesamt 46,43 %
der BAWAG.
1997
AR-Präsident Tumpel scheidet aus dem Aufsichtsrat aus und
es folgt ihm Günter Weninger nach.
1998
Die BAWAG, CASINOS AUSTRIA und der Wiener Unternehmer
Martin Schlaff eröffnen das (derzeit geschlossene) "Oasis"-Casino in
Jericho im palästinensischen Autonomiegebiet. Israelische Zeitungen erheben den
Vorwurf von finanziellen Zuwendungen durch die Betreiber des Casinos an
Palästinenserpräsident Yassir Arafat und den israelischen Ministerpräsidenten
Ariel Sharon, ohne konkrete Beweise vorzulegen.
Mai 1999
Die BAWAG erwirbt 10% Anteile bei Refco. Auf Grundlage eines
(heute rechtlich sehr umstrittenen) "Vorratsbeschlusses" genehmigt
der BAWAG-Aufsichtsrat eine Kreditlinie an die Refco-Gruppe, die jährlich
erneuert wird. In den Jahren darauf soll Refco bei der BAWAG phasenweise
Verbindlichkeiten in der Größenordnung von 700 Mio. € gehabt haben.
August 2000
Die BAWAG kauft die PSK um 1,3 Mrd. € von der
ÖIAG, obwohl in diesem Zeitraum laut nunmehriger Aussage des damaligen
AR-Präsidenten Weninger die Bank am Rande der Insolvenz stand.
BAWAG/PSK avanciert mit einer Bilanzsumme von zusammen
mehr als 50 Mrd. € vorübergehend zur drittgrößten Bankengruppe
Österreichs und hält ab diesem Zeitpunkt 11,93% an der OeNB (mit den sonstigen
Anteilen hält der ÖGB zusammen ca. 20% an der OeNB), die bis heute für Teile
der „Bankenaufsicht“ zuständig ist.
Ende 2000
Zwischen 1995 und 2000 überantwortete die BAWAG Flöttl
junior ca. 1 Mrd. €, welche dieser zum größten Teil bei dubiosen
„Glücksgeschäften“ verjuxte.
Die Folgen dieser „Glücksgeschäfte“ (lt. Bericht der
Finanzmarktaufsicht/FMA):
Die verlustreichen Engagements werden jedenfalls bis zum
Jahr 2000 nicht in den Büchern vermerkt, geschweige denn abgeschrieben.
Tatsache ist, dass das damalige BAWAG-Management, der frühere Aufsichtsratschef
Herbert Tumpel, sein Nachfolger Günter Weninger und nicht zuletzt ÖGB Boss
Fritz Verzetnitsch wenig unversucht gelassen haben, das Verschwinden der Gelder
zu vertuschen. Seit Mitte der neunziger Jahre schleppt das Kreditinstitut einen
potenziellen zusätzlichen Wertberichtigungsbedarf in der Größenordnung von
0,55 Mrd. € - das 45fache eines durchschnittlichen jährlichen
Bilanzgewinns - mit sich herum.
Der Abschlussprüfer weigerte sich daher, die BAWAG Bilanz
mit einem uneingeschränkten Testat zu versehen.
Wegen dieser Bilanzprobleme übernimmt der ÖGB eine Ausfallshaftung (angeblich u.a. durch Verpfändung des Streikfonds des ÖGB) in der Höhe von 1 Mrd. €. Wäre diese schlagend geworden, hätte das den ÖGB ebenfalls in den Abgrund gerissen. (Problem dabei: Das Vermögen des ÖGB - auch der Streikfonds - besteht zu einem