Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 146. Sitzung / Seite 77

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mit dem das Bundes-Sportförderungsgesetz 2005 geändert wird (Anti-Doping-Bundes­gesetz) 1416 d.B. (XXII. GP)

Antrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

Der Antrag des Sportausschusses betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundes-Sportförderungsgesetz 2005 geändert wird (Anti-Doping-Bundesgesetz), wird wie folgt geändert:

In Z. 5 entfällt in § 14 Abs. 2 Z 3 die Wortfolge „ohne zwingenden Grund“.

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Das wäre der Punkt, dass auf jeden Fall sichergestellt ist, dass Dopingproben abzuge­ben sind. Notfälle, besondere Fälle sind immer inkludiert. Die Empfehlung von Herrn Holdhaus war diesbezüglich auch eindeutig; er hat gesagt: Wenn ein Sportler der Mei­nung ist, dass es einen Grund gebe, sie nicht vorzunehmen, dann soll er Einspruch erheben, soll es dokumentieren. Aber das Verweigern der Probe selbst führt einfach zu einem massiven Problem, das dann im Nachhinein auftreten wird.

Der zweite Punkt, der auch noch eine klarere Beschreibung verdient hätte, ist die Fra­ge der ärztlichen Auskunftspflicht. Diese ist mittlerweile auch in verschiedenen Varian­ten besser geregelt, weil auch klargestellt ist, dass sich der Leistungssportler gegen­über dem Arzt als solcher deklarieren muss. Die Frage ist nur: Kann jeder Arzt in Österreich über Doping umfangreich informiert sein? – Und das ist etwas, bezüglich dessen die Ärztekammer auch nach dem Abänderungsantrag noch einmal darauf auf­merksam gemacht hat, dass sie das für problematisch hält, denn mittlerweile ist es zwar dann so, dass der Spitzensportler, der Leistungssportler zum Arzt geht und sagt: Guten Tag, ich bin der Herr Leistungssportler, und ich habe Dopingregeln zu befolgen!, nur: Was macht der Arzt dann, wenn er sich nicht auskennt? Dem Leistungssportler zu sagen: Ich behandle Sie nicht!? – Das macht aber ein anderes medizinisches Problem auf. Das geht so also auch nicht.

Der Sportler wird vermutlich gescheit genug sein – wenn die Notwendigkeit nicht dage­gen spricht –, bei einem Arzt, der sagt, ich habe dieses Wissen nicht in umfangreichem Maße, eher zu sagen: Gut, ich gehe zu jemandem, der sich auskennt! – Der Vorschlag, der auch von der Ärztekammer gekommen wäre, diese Informationspflicht auf explizit ausgebildete Sportmediziner anzuwenden, wäre, glaube ich, intelligent gewesen. Mög­licherweise kann man ja in weiterer Folge ein Gesetz auch noch novellieren; das sollte dann noch herauskommen.

In Summe betrachtet ist es, glaube ich, gelungen, ein Gesetz zustande zu bringen, das eine Situation, die in Österreich ein ziemlich schiefes Licht auf den Sport geworfen hat, zu bereinigen hilft. Das hat jetzt mit all den Vorfällen in Turin wenig zu tun – was dort herauskommt, steht auf einer ganz anderen Ebene; man wird noch sehen, was sich tut –, unter denen auch einige Vorfälle sind, die, finde ich, bei weitem nicht so erfreulich sind. Allein die Tatsache, dass sich die betroffenen Sportler, die jahrelang über die Sportförderung finanziert worden sind, die auch heuer noch Förderungen bekommen haben, weigern können, Auskünfte zu erteilen, halte ich für extrem problematisch. Wenn es auch in dem jeweiligen Moment heißt: Rücktritt!, so ist das gut und schön, aber der Sportler kann in drei Wochen wieder hergehen und sagen: Ich nehme meinen Rücktritt zurück, ich bin wieder da!; ein Dopingverfahren findet trotzdem statt.

 


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