Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll16. Sitzung / Seite 200

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die Wasserrahmenrichtlinie!), sondern jene – Frau Kollegin, ich komme gleich dazu –,
die gentechnisch veränderte Organismen verfüttern. Das wäre eine sehr wichtige Maß­nahme.

Meine Damen und Herren! Wir in Österreich haben zweifellos einen ganz, ganz wichti­gen Schatz – und das ist unser Wasser. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich erlebe das immer dann besonders deutlich, wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme aus einem Land, in dem man nicht aus der Wasserleitung trinken kann. Erst dann lernt man wieder zu schätzen, was es bedeutet, dass man in Österreich den Wasserhahn aufdreht und das frische Wasser auch aus der Wasserleitung trinken kann. Das ist kei­neswegs selbstverständlich, meine Damen und Herren!

Daher ist es ganz besonders wichtig, darauf zu achten, dass es in diesem Bereich kei­ne Privatisierung, keine Liberalisierung gibt. Wir sind davon überzeugt, dass der private Unternehmer in vielen Bereichen besser wirtschaftet als der Staat. Im Bereich der Gü­ter der Lebensgrundlagen – und da steht Wasser an der ersten Stelle – darf es nicht sein, dass privaten Geschäftemachern dieses wertvolle Gut übergeben wird. Hier muss die öffentliche Hand die Hand darauf haben und dafür Sorge tragen, dass diese Le­bensgrundlage allen Bürgern zur Verfügung steht.

Zweifelsohne wird es in Zukunft Verteilungskämpfe geben, auch aufgrund des Klima­wandels. Dieser ist unbestritten, wenn auch darüber gestritten wird, was die Ursache hiefür ist. Das Klima ändert sich. Daher wird Wasser ein für uns immer wertvolleres Gut werden. Ich bin auch dafür, dass wir uns im Rahmen internationaler Beziehungen, im Rahmen dieser Wasserrahmenrichtlinie auch darum kümmern, dass wir gemeinsam mit unseren Nachbarn die Wasserqualität sichern.

Ich erinnere – der Herr Bundesminister kennt diesen Fall sehr gut – an die Verschmut­zung der Raab. Bei der Raab war es so, dass eine Schaumbildung beanstandet wer­den musste und dass unsere ungarischen Nachbarn wenig Freude damit hatten, dass plötzlich auf der Raab Schaum aufgetaucht ist. Man hat dann sogar zu einem Boykott aufgerufen, dazu, als Protest gegen diese Schaumbildung kein Bier mehr aus Öster­reich zu trinken.

Man ist dann draufgekommen, dass einige Gerbereien dafür verantwortlich waren, wo­bei für sich gesehen keine das Wasser über Gebühr verschmutzt hätte, aber in Summe war es dann doch so, dass die Raab dadurch aus dem Gleichgewicht geraten ist und diese Schaumbildung negativ beanstandet werden musste.

Wir brauchen daher diese gemeinsamen Umweltziele, das gemeinsame Vorgehen, eine rasche Entscheidung. Wenn wir dem Umweltkontrollbericht entnehmen müssen, dass für 60 Prozent der Fließgewässer das Risiko besteht, das Ziel eines guten Zu­standes bis 2015 zu verfehlen, dann ist das Auftrag für uns, in diesem Bereich beson­ders wachsam und besonders aktiv zu sein. Ich bin auch dafür, dass wir diesen Ge­wässerwirtschaftsplan gemeinsam mit dem Masterplan zum Ausbau der Wasserkraft diskutieren, denn das hängt unmittelbar miteinander zusammen.

Wir sind sehr für den behutsamen und verantwortungsvollen Ausbau der Wasserkraft. Ich bin in diesem Bereich aufgewachsen. Mein Vater war Direktor eines kleinen E-Wer­kes mit einer kleinen Wasserkraftanlage, und es war toll, an jedem Wochenende dort zu sein und zu erleben, dass sich die fettesten Fische genau dort bei diesem Wasser­kraftwerk aufhielten. Das war eine gut geplante Anlage.

Ich bin davon überzeugt, dass ein wesentlicher Teil des Potenzials, das wir in Öster­reich haben, bei einer intelligenten Planung umweltschonend genutzt werden kann. Ich möchte in diesem Zusammenhang ein Projekt erwähnen, das in der Wachau entstan­den ist, nämlich ein Wasserkraftwerk, für das kein Wasser aufgestaut wird. Dort hängt


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