Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll23. Sitzung / Seite 601

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ger drohen !) Sie sollen nur versuchen, konstruktiv mitzudenken, wenn Sie daran interessiert sind, dass wir miteinander ein besseres Image, einen besseren Ruf und eine bessere politische Kultur haben. Das wäre nämlich nicht schlecht. (Abg. Ing. Wes­tenthaler: Wieso lacht dann die Präsidentin bei Ordnungsrufen?)

Aber wenn hier Herr Abgeordneter Faul spricht, und Ihnen fällt nichts anderes ein, als ihm vorzuwerfen, dass er entweder besoffen ist oder unter Drogen steht, dann ist das eine Art und Weise der Auseinandersetzung, die absolut inakzeptabel ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso hat er dann einen Alkotest gemacht?)

Man kann bei jedem einzelnen Abgeordneten unterschiedlicher Meinung darüber sein, wie er denkt, was er tut, was er sagt, aber das, was Sie hier machen, das ist absolut zu verurteilen. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) Ja, Sie gehören da gleich dazu, Herr Petzner. Sie brauchen sich gar nicht zu verabschieden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. Abg. Ing. Westenthaler: Wir fürchten uns schon!)

Wissen Sie, ich will das ja gar nicht aufzählen. Sie kennen das selbst, Sie kennen das Datum. Einmal sagen Sie: „Das Problem dabei ist: In der Regierung haben sie nur Ochsen!“ Oder, zu Herrn Abgeordnetem Prähauser: „Sie sind ein Nullum ...!“, und: „Sie sind die fleischgewordene unterste Schublade!“, und so weiter, und so weiter. Das sind lauter mehr als unter der Gürtellinie angesiedelte Formulierungen. (Abg. Ing. Westen­thaler: Wehleidig! Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Nein, wehleidig ist der, der da unten steht, halb in Tränen ausbrechend, und nachher gibt es eine Kampagne gegen Herrn Abgeordneten Faul, gerade, dass man nicht schaut, was er nach 23 Uhr in seiner Freizeit macht. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap wird wehleidig!) Das ist nicht in Ordnung! Das ist nicht in Ordnung, das müssen Sie einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Wissen Sie  (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Nein, das gehört einmal dazu, das soll auch einmal hier im Plenum ausgesprochen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das ein Verzweiflungsakt? – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grillitsch.Herr Abgeordneter Grillitsch, auch Sie kann es einmal treffen, wacheln Sie nicht so mit der Hand herum! Auch Sie kann es einmal treffen, auch Sie können einmal Gegenstand von solchen Attacken werden, und dann bin ich gespannt, was Sie im Endeffekt dazu sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Ordnungsrufe haben Sie schon bekom­men? Haben Sie nicht einen Ordnungsruf bekommen letztes Mal?)

Daher sage ich noch einmal zum Abschluss: Mir hat die Rede von Herrn Abgeord­netem Schüssel sehr gut gefallen, die er hier vor ein paar Tagen gehalten hat, in der er genau diese Kritik – jetzt müssen Sie nämlich nicken – geäußert hat. (Beifall bei der SPÖ.) Ich glaube, dass das berechtigt ist und dass man das aufgreifen soll, und zwar letztlich zum Nutzen von uns allen, die wir hier herinnen sitzen (Abg. Ing. Westen­thaler: Heiliger Josef Cap!), wenn wir nämlich daran interessiert sind, dass uns, wenn wir das Haus dann verlassen, Respekt entgegengebracht wird, dass wir dort gehört werden und dass wir dort akzeptiert werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann bist du ein Heiliger?) Herr Abgeordneter Westenthaler, Ihr Zynismus ist hier nicht ange­bracht! (Beifall bei der SPÖ.)

Ich wehre mich dagegen, wenn man dauernd versucht, in die Debatten im Parlament eine Stimmung hereinzubringen, die vielleicht da und dort möglich ist, hier aber nicht sein sollte. (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einen Ordnungsruf bekommen!)

Noch einmal: Ja zur Kontroverse, ja zu harten Auseinandersetzungen, aber nein zu Beleidigungen, zu Zerstörungsstrategien gegenüber einzelnen Personen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Heilige Cap!) Schreiben Sie sich das hinter die Ohren, Herr


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