Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll35. Sitzung / Seite 57

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sinnvoll und optimal eingesetzt werden – im Interesse der Umwelt, aber auch so, dass es sozial- und kundenverträglich ist.

Nicht einmal Sonne zur direkten Energiegewinnung ist jetzt so uneingeschränkt in Richtung Photovoltaik optimal zu nennen, sondern es ist einfach so, dass der Energie-Output, wenn ich Warmwasser mit Sonne erzeuge, acht Mal so hoch ist, wie wenn ich daraus Strom gewinne.

Gerade weil Güssing erwähnt wurde und Güssing im Übrigen aus Bundesmitteln unter Minister Molterer und vielen anderen großzügig gefördert wurde, ist zu sagen: Das ist ein Musterbeispiel. Dort gibt es unter anderem auch Österreichs einzige Chip-Fabrik, High Tech Electronics, die Chips herstellt, die tatsächlich aus Sonnenenergie Strom er­zeugen. Konfektionierer wie Solon, Zulieferer wie Fronius und auch Isovolta leisten Großartiges, aber der eigentliche Strom wird in diesen Chips hergestellt. Meine Damen und Herren, die spüren natürlich den weltweiten Preisverfall. Das, was den Strom­kunden dann zugute kommt, spüren die Erzeuger sehr, sehr schnell.

Ich glaube überhaupt, wir sollten die Diskussion insofern versachlichen – und da lade ich auch die Grünen sehr herzlich ein –, einmal zu überlegen: Wo schaut denn die größte CO2-Einsparung heraus? Mit welcher Technologie kann ich Klimaschutz wirklich betreiben? Was bringt mir denn die Windenergie zum Beispiel in Sachen CO2-Einsparung? – Da kostet die eingesparte Tonne 60 bis 100 €; am Markt sind CO2-Zertifikate für 15 bis 20 € erhältlich. Da muss es sich die Photovoltaik schon gefallen lassen, dass gesagt wird, heute kostet eine eingesparte Tonne CO2 aus Photovoltaik sage und schreibe 1 300 €!

Weil Sie, Frau Dr. Glawischnig, mit einem Obama-Zitat begonnen haben, entgegne ich Ihnen Folgendes: Das, was Amerikas Präsident im Juni gesagt hat, ist das eine, aber ich bin lange genug dabei, um einen anderen demokratischen Präsidenten, nämlich Bill Clinton erlebt zu haben, der seinerseits – und seinerzeit, muss man dazu sagen – das Kyoto-Protokoll unterschrieben hat. Sehr publikumswirksam! Bloß: Ein demokratisch dominierter Kongress hat das dann nicht ratifiziert.

Und hören Sie einmal dem Bundeskanzler zu! Er ist jetzt leider nicht mehr da. (Rufe bei der SPÖ: Oja!) – Er ist wieder da. (Abg. Riepl: Immer genau schauen!) – Mir ist die Gabe der Sicht nach hinten noch nicht gegeben. Und es ist sowieso besser, wenn man in der Politik nach vorne in Richtung Abgeordnete schaut, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist wie „Bei Faymann“ auf der Bühne!)

Aber das, was der Herr Bundeskanzler von Europa berichtet hat, ist etwa das, was ich befürchtet habe. „The proof of the pudding is in the eating.“ – Das hat Andreas Khol immer gesagt. Warten wir einmal ab, was die Amerikaner und damit auch Präsident Obama in Kopenhagen wirklich tun, wozu sie sich dort verpflichten! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja!) Und wenn sie dann das einhalten, was sie politisch angekündigt haben – wunderbar; aber ich glaube das erst, wenn die Unterschrift und auch die Ratifizierung da ist.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nun zu den Grünen und Ihrer Dringlichen Anfrage und Ihrer Sondersitzung. Ein wenig messen Sie mit zweierlei Maß. Diesen Vorwurf muss ich auch einer Mutter machen, die gerade aus zwei Monaten Babypause zurückgekehrt ist. Wir heißen Sie herzlich willkommen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)

Frau Dr. Glawischnig, wieso kommt in Ihrer Dringlichen Anfrage nicht ein Mal das Wort „Wasserkraft“ vor? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Weil die marktfähig ist! Die muss man nicht fördern!) Wieso vergessen Sie den Masterplan Wasserkraft? – Sie wissen


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