Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll40. Sitzung / Seite 62

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Uns von der ÖVP ist es immer wichtig gewesen, zwei Dinge zu berücksichtigen: auf der einen Seite die autonomen Schwerpunkte zu gewährleisten und auf der anderen Seite auch alle Schularten zu berücksichtigen. So geht es bei der neuen Matura da­rum, dass im Endeffekt der schriftliche Teil standardisiert werden soll und der mündli­che Teil weiterhin vom Schulstandort festgelegt und entwickelt werden kann. Ich den­ke, das ist eine gute Möglichkeit, um schulautonome Schwerpunkte zu berücksichtigen.

Die Standardisierung erfolgt weiters in Bereichen, die vor allem relevant sind, um Aus­sagen über die Studierfähigkeit treffen zu können. Das heißt, die Standardisierung er­folgt in den Kernbereichen Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen.

Wenn von Standardisierung die Rede ist, dann muss man sich vor Augen halten, wor­um es im Detail geht. Es geht darum, dass zum einen im Rahmen des schriftlichen Teils die Fragen für Schülerinnen und Schüler standardisiert sind und es zum anderen auch ein vorgegebenes Bewertungsschema für die Korrektur durch die Lehrerinnen und Lehrer gibt. Wichtig dabei ist, festzuhalten, dass diese an den Schulen stattfindet. Für Schülerinnen und Schüler ist es wahrscheinlich auch wesentlich zu wissen, dass man sich eine negative Bewertung in einem schriftlichen Teil sehr wohl – wie bisher – mündlich ausbessern kann.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die neue Reifeprüfung wird ab dem Schul­jahr 2013/2014 umgesetzt werden und gelten. Es war bereits im vergangenen Schul­jahr der Fall, dass 16 000 Schülerinnen und Schüler einheitliche Prüfungsfragen erhal­ten haben. Das heißt, es gab bereits einen Vorlauf und einen Versuch, um sich dieser standardisierten Reifeprüfung anzunähern, und die Erfahrungen sind in dieses Konzept eingeflossen.

Bisher war es so – und der Kollege von der SPÖ hat darauf schon hingewiesen –, dass Lehrer autonom entschieden haben, wie und was bei der Matura geprüft wird. Das hat­te zur Folge, dass Jugendliche bei Bewerbungsgesprächen nicht mehr nur nach Noten gefragt wurden, sondern vor allem relevant war, welche Schule sie besucht haben, weil es leider Realität ist, dass die Matura in den unterschiedlichen Schulen teilweise nicht vergleichbar ist beziehungsweise sehr wohl Unterschiede im Niveau gegeben sind.

In der heutigen Zeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist Qualitätssicherung essenziell, um international wettbewerbsfähig zu sein. Wenn es Befürchtungen gege­ben hat, dass das eine Nivellierung nach unten mit sich bringen könnte, dann kann ich nur sagen, dass es hier nicht um eine Nivellierung nach unten oder eine Überforderung geht, sondern vielmehr darum, überhaupt ein Niveau festzusetzen – das ist unser Ziel.

Wir von der ÖVP haben dabei sichergestellt, dass schulautonome Schwerpunkte im Rahmen der Reifeprüfung abgebildet werden können und es dort, wo es planmäßig er­forderlich ist, eine Ausdifferenzierung gibt, wie das zum Beispiel im Bereich der Mathe­matik der Fall ist.

Wir haben auch sichergestellt, dass dieses Konzept mit der AHS beginnt und dann für die BHS bis zum Jahr 2015 weiterentwickelt wird. Und uns war es auch wichtig, dass die Berufs- und Externisten-Reifeprüfung berücksichtigt werden.

Für uns wesentlich – und das habe ich eingangs schon gesagt – war die Miteinbezie­hung der Betroffenen. Deshalb sind wir auch übereingekommen, eine Bundes-Reife­prüfungskommission gesetzlich zu normieren. Es geht dabei nicht darum, Frau Kollegin Haubner, dass wir für verschiedenste Persönlichkeiten neue Positionen gesucht ha­ben – das ist völliger Unsinn. Vielmehr ist es eine vertrauensbildende Maßnahme, die gewährleisten soll, dass die Schulpartner – die Gott sei Dank auch Mitglieder dieser Kommission sein sollen – diese neue Form der Reifeprüfung mittragen.

 


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