Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll53. Sitzung / Seite 113

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ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo war jetzt der Applaus der SPÖ? Josef Cap, wo war der Applaus, der Begeisterungssturm?)

Ein weiterer Punkt, der mir wichtig ist, ist, dass wir an neuen Konzepten zum Hoch­schulzugang arbeiten müssen. Wir werden nicht umhinkommen, hier neue Konzepte zu entwickeln. Ich bin mir natürlich schon bewusst, dass die Regelung des Hochschul­zugangs nicht die eleganteste Lösung ist, die Probleme an den Massenuniversitäten zu lösen, aber es ist eine notwendige Lösung.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich kann Ihnen hier heute kein fertiges „Menü“ servieren. Dafür bin ich noch viel zu kurz im Amt. Ich möchte aber den gemeinsamen Weg und ein konstruktives Miteinander, nämlich ein konstruktives Miteinander für die Gestaltung des österreichischen Hochschulraums, in den Vorder­grund stellen. Was Sie hier aber heute natürlich zu Recht von mir erwarten, ist, dass ich Ihnen klare Vorstellungen präsentiere, wie ich meine Arbeit beginnen und anlegen will.

Dazu Folgendes: Der heute bereits mehrfach angesprochene Dialog Hochschulpart­nerschaft wird natürlich fortgesetzt. Es hat sich erwiesen, dass es sich dabei um ein sehr wichtiges Gesprächs- und Arbeitsforum handelt. Ich danke allen Einrichtungen und Organisationen, die daran teilnehmen und sich hier konstruktiv einbringen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)

Weiters ist mir auch der Konnex zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wichtig. Ohne den notwendigen wirtschaftlichen Freiraum kann sich auch die Freiheit in der Wis­senschaft und Forschung nicht entfalten. Wir müssen da eine wichtige Frage beantworten: Was können unsere Hochschulen zur Konsolidierung und zum Wirt­schafts­wachstum beitragen?

Schließlich möchte ich auch noch auf einen weiteren wichtigen Punkt zu sprechen kommen, der heute auch schon angesprochen wurde. Es geht nämlich natürlich auch um die innerösterreichische Umsetzung des Bologna-Prozesses, das heißt des Sys­tems Bachelor, Master und Ph.D. Leider ist diese Umsetzung in Österreich nicht überall erfolgreich verlaufen, und hier sage ich ganz deutlich: Dort, wo Reparaturbedarf besteht, dürfen wir nicht zuwarten, sondern müssen handeln.

Mein Ziel ist: Studien müssen studierbar, qualitativ hochwertig und international aner­kannt sein, und die Lehrenden sollen entsprechende Arbeitsbedingungen vorfinden. Das heißt, wir müssen zum Kern der Bologna-Philosophie zurück. Das Bologna-Modell ist nur so gut wie seine Umsetzung. (Beifall bei der ÖVP.)

Machen wir daher diese gute Idee nicht zum Sündenbock für sämtliche Probleme an unseren Hochschulen, sondern sagen wir vielmehr gemeinsam Ja zum gemeinsamen Europäischen Hochschulraum, und arbeiten wir gemeinsam an den bestehenden Problemen! Diese Probleme gibt es zweifellos, aber ich bin überzeugt, dass wir sie gemeinsam lösen können. (Beifall bei der ÖVP.)

Schließlich ist mir auch noch wichtig, dass wir den Hochschulsektor ausbauen. Natür­lich ist mir klar, dass ein weiterer Ausbau der Studienplätze nicht von heute auf morgen vor sich gehen kann. Aber ich möchte sicherstellen, dass die bisher sehr erfolgreich verlaufene Fachhochschulentwicklung auch weiter fortgesetzt wird.

Ich habe bereits den Hochschulzugang angesprochen. Da müssen wir zum einen die nationale Dimension und damit die notwendigen Notverordnungen berücksichtigen. Zum anderen gilt es natürlich, die bereits angesprochene europäische Dimension zu bedenken. Das heißt, wir müssen eine Nachfolgeregelung für das EU-Moratorium im Bereich des Medizin- und Zahnmedizinstudiums finden.

 


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