groß, dass es ja schon fast nicht mehr möglich ist, einen Untersuchungsausschuss durchzuführen. – Das ist auch eine Methode: Man verzögert und man verzögert das Ganze so lange, bis einfach der Umfang zu groß ist.
Nur ein Nebensatz: Ich habe persönlich kein Problem damit, wenn auch die Causa Scheuch untersucht werden würde, denn wenn der Herr Scheuch, wie er immer behauptet, eine reine Weste hat, dann kann das auch kein Problem sein. Genauso wie der Herr Ex-Finanzminister Grasser immer sagt, er habe eine weiße Weste, und daher habe er auch nichts gegen einen Untersuchungsausschuss. Und daher verstehe ich nicht, warum sich die Regierungsparteien immer gegen einen Untersuchungsausschuss wehren. (Ruf bei der FPÖ – in Richtung SPÖ und ÖVP –: Wovor haben Sie Angst?)
Wovor haben Sie nämlich wirklich Angst? Was könnte dabei herauskommen? – Das Einzige, was sich jetzt geändert hat beziehungsweise was unterschiedlich ist von unserem Antrag zum Antrag zum Beispiel des BZÖ, ist, wenn Sie die Anträge genauer gelesen haben, unser Antrag ist im ersten Teil völlig identisch mit dem des BZÖ. Nicht weil wir keine Ideen gehabt hätten, eigene Anträge zu stellen, sondern damit wollten wir dokumentieren, dass wir selbstverständlich auch hinter diesem Antrag stehen.
Das Einzige, was wir natürlich noch ergänzt haben, sind die Vorkommnisse, die sich im Laufe der letzten Wochen über die Bundesliga herausgestellt haben, worin auch der BZÖ-Abgeordnete Westenthaler unter Umständen involviert ist. Immerhin hat das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung in der Bundesliga und beim ÖFB eine Untersuchung durchgeführt. (Abg. Dr. Jarolim: Da hat er schon recht!)
Immerhin eineinhalb Stunden waren sie dort, und es wird ja unterstellt, dass unter Umständen mit Geld, das für die Jugendförderung gedacht war, Schulden der Bundesliga abgedeckt worden wären. Der „Kurier“ hat ja zum Beispiel ganz klare Fragen hiezu gestellt. Da gibt es Protokolle der Bundesliga, interne Protokolle:
„ ... er habe den Deal mit der Finanz dank persönlicher Gespräche mit dem Finanzminister“ – Anmerkung: das war der damalige ÖVP-Minister Grasser – „erreicht. Heute dementiert er: Alles sei nur auf Beamtenebene abgelaufen ...“
Das zweite Mal stellt der „Kurier“ fest:
„Die vom Nationalrat bewilligte Förder-Million sei von der Bundesliga als Jugendförderung vorgesehen gewesen. Tatsache ist“ – und das ist mittlerweile unumstritten –„: Das Geld diente laut eindeutigen internen Unterlagen zur Zahlung der Finanzschuld.
Westenthaler behauptet, die Fußball-Bundesliga sei damals zahlungsunfähig gewesen, er habe sie vor dem Konkurs retten müssen. Die Wahrheit ist: Die Bundesliga verfügte über ein Wertpapier-Vermögen in Millionenhöhe und hätte aus diesem Guthaben die Finanzschuld begleichen können.
Westenthaler behauptet weiters, er sei für die Finanzen der Bundesliga gar nicht zuständig gewesen. Tatsache ist, dass er für den Deal alleinverantwortlich war.“
Sein Co-Geschäftsführer hat sich nämlich auch später von ihm und dieser Vorgangsweise distanziert.
Ich will jetzt gar nicht mehr so weit in diese Sache hineingehen, aber eines ist jedenfalls klar: Wir werden auch das nächste Mal, wenn wir wieder über eine Einsetzung eines Untersuchungsausschusses diskutieren, neue Aspekte auf den Tisch bekommen. Es wird wieder behauptet werden, dass die Sache zu groß sei, dass es zu umfangreich sei und dass wir nicht mehr im Stande seien, einen Untersuchungsausschuss durchzuführen. Aber selbstverständlich! Und ich werde mich persönlich dafür einsetzen, sehr geehrte Damen und Herren, dass es vielleicht das nächste Mal gelingt, dass alle drei Oppositionsparteien einen gemeinsamen Antrag stellen. Dann schaue ich mir an, ob ÖVP und SPÖ zustimmen werden! (Beifall bei der FPÖ.)
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