Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll150. Sitzung / Seite 47

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Ich habe gerade bezüglich der Neuen Mittelschule, die wir auch im Ausschuss sehr intensiv diskutiert haben, die Zeit genützt, mir einige Schulen angeschaut, mit Kolle­ginnen und Kollegen vor Ort gesprochen und verschiedene Meinungen eingeholt. Sie haben mir versichert, dass das jetzt sicher nicht der große Wurf ist in Richtung gemeinsame Schule, aber dass es ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätsverbesserung ist, dass es eine Aufwertung  natürlich  der Hauptschule ist, dass es in Zukunft auch möglich ist, dass AHS-Unterstufen so geführt werden, und dass es ein Teil des Weges in die richtige Richtung ist. Daraus resultiert auch unsere Überlegung, dem heute zuzustimmen, denn das Positive überwiegt aus unserer Sicht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)

Vielleicht darf ich auch persönlich hier noch anführen: 2006 hat es in Kärnten unter Landeshauptmann Jörg Haider die ersten Modellversuche in diese Richtung gegeben, die es auch bis heute noch gibt. Ich glaube, die FPK will es nicht abschaffen, auch wenn hier herinnen die FPÖ eine ganz andere Meinung vertritt. Auch 2006 war es Kärnten unter Landeshauptmann Jörg Haider, das erstmals das verpflichtende Kindergartenjahr eingeführt hat, das es jetzt österreichweit gibt. Daher sehe ich auch da einen positiven Ansatz, etwas, das begonnen wurde, auch gut weiterzuführen. (Beifall beim BZÖ.)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie mich drei Beispiele heraus­nehmen, die ich positiv sehe: Das sind einmal die Individualisierung und Differen­zierung des Unterrichts durch Förder- und Leistungsmaßnahmen und die Möglichkeit des Team-Teachings. Was negativ ist, ist, dass AHS-Lehrer und Hauptschullehrer nach wie vor für gleiche Leistung unterschiedlich bezahlt werden.

Positiv, aus unserer Sicht, ist mehr Autonomie und Verantwortung am Schulstandort, vor allem auch durch eine sehr flexible Stundentafel, durch Schwerpunktsetzung, aber auch durch die Wahlfreiheit, zum Beispiel eine Ganztagsschule führen zu können.

Der dritte Bereich, der mir sehr positiv erscheint, ist, dass erstmals Berufsorientierung verpflichtend ist  ein ganz, ganz wichtiger Ansatz  und dass  dank unseres Antrages, wir haben uns da erfolgreich durchgesetzt  Ernährungs- und Verbraucher­bildung weiter ein Pflichtfach bleibt, denn gerade das brauchen sowohl Mädchen als auch Burschen für ihre Lebenskompetenz im Alltag. Wir sehen ja, dass gerade im Bereich der Ernährung vieles im Argen liegt.

Daher sage ich, dass trotz mancher Schnellschüsse und obwohl es  was ich wirklich bedauere, das habe ich auch schon im Ausschuss gesagt – keine Evaluierungen gegeben hat, Frau Bundesministerin, diese Neue Mittelschule eine Form des modernen Unterrichts bietet sowie mehr Chancen für unsere Kinder, in höhere Bildung aufzusteigen, aber auch eine qualifizierte Lehre zu machen.

Die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft werden motiviert, Begabungen werden individuell gefördert. Was mir als ehemaliger Pädagogin auch gefällt: In der Klassengemeinschaft helfen die Starken den Schwächeren. Und eine Kollegin hat mir gesagt: Wir verlieren nicht so viele Kinder. Und das muss unser Ziel sein, dass wir Kinder nicht aus dem Bildungssystem verlieren, weil sie die eine oder andere Schwäche haben und dann in ihrem Leben nie mehr die Chance bekommen, einen Berufsabschluss oder eine qualifizierte Berufsausbildung zu machen.

Ich denke auch, in dieser Klassengemeinschaft in dieser neuen Form werden auch Werte wie Fleiß, Disziplin und gemeinschaftliche Verantwortung gelebt, und das ist positiv, denn wir alle wollen, dass unsere jungen Menschen zu mündigen, selbst­bestimmten Bürgerinnen und Bürgern heranwachsen. Und daher unsere Zustimmung. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)

11.00

 


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