Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll218. Sitzung / Seite 22

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Wenn man all das zusammennimmt und sich in einer Verkürzung  aber man kann das ruhig machen  die Frage stellt: Wann sehe ich jetzt von all den Maßnahmen das Er­gebnis bei PISA?, dann müsste man, wenn man das in diesem Kausalzusammen­hang  aber keine Sorge, wir sehen auch schon vorher Wirkungen – betrachtet, auf das Jahr 2019 warten, weil Sie nämlich warten müssen, bis die Generationen dann auch in den Jahrgang kommen, der da geprüft wird.

Ich sage noch einmal: Wir müssen die Wirkung viel früher messen, und deshalb bin ich froh, dass wir österreichweit die Bildungsstandards haben. Aber  und da bin ich voll­kommen bei Ihnen und bei vielen anderen, auch beim Herrn Abgeordneten Walser, die das urgieren  wir haben auch noch viel Arbeit vor uns.

Wir müssen im Kindergarten engagiert weiterarbeiten, wir müssen die Elementarpäda­gogik auch im Tertiärbereich verankern. Das ist ein Weg, der uns in die Zukunft führt. Gleichzeitig müssen wir die BAKIPs erhalten. Nicht jeder, der im Kindergarten be­schäftigt ist, muss dann einmal einen Bachelor- oder Masterabschluss haben, aber ich wäre schon froh, wenn es die Kindergarten-LeiterInnen sind. Und wir sind stolz, wie gesagt, auf unsere berufsbildenden Schulen.

Wir müssen die Sprachförderung, da bin ich auch voll bei Ihnen, weiter ausbauen und intensivieren. Ich freue mich, dass wir mit Staatssekretär Kurz ein Konzept fixfertig ausgearbeitet haben: Förderung der Volksschulen, Stärkung der Volksschulen, mehr Ressourcen für die Volksschulen – das ist ein Punkt, der muss ins nächste Regie­rungsprogramm hineinkommen.

Ganztagsschulen sind ganz wichtig, und selbstverständlich trete ich als Sozialdemo­kratin dafür ein, dass wir den Kindern mehr Zeit lassen, dass wir Begabungen, Talente individuell fördern und daher  so wie das jetzt auch die Sozialpartner in ihrem jüngs­ten Papier festgehalten haben  die Bildungswegentscheidung später ansetzt.

Bei der Beurteilung meiner Leistungsbilanz, die ich vorlege, bitte ich auch Folgendes zu berücksichtigen: Das ist das Ergebnis des Machbaren in einer Koalitionsregierung. Dass ich oft mehr tun wollte, denke ich, ist bekannt. Es ist eine Leistungsbilanz des Machbaren.

Jetzt zur dritten Frage – da fragen Sie, ob die österreichischen SchülerInnen mit Mi­grationshintergrund schuld sind am negativen Trend im Bildungserwerb. Also da schlie­ße ich jetzt noch einmal an: „Negativer Trend im Bildungserwerb“  ja, wir haben Pro­bleme, und wir müssen die Probleme beheben, und wir setzen die Maßnahmen und beschäftigen heute 11 000 Lehrer und Lehrerinnen mehr, aber „negativer Trend“?

Also wenn ich mir PIRLS und TIMSS anschaue, dann sehe ich Verbesserungen in Ma­thematik, Naturwissenschaften, ich entnehme der OECD-Studie Platz 1 in der Berufs­bildung. „Education at a Glance“ bestätigt uns, dass wir unsere Schüler und Schülerin­nen besser auf den Arbeitsmarkt vorbereiten als viele andere Länder, deshalb haben wir ja auch eine hohe Jugendbeschäftigung. Ich sehe da gerade von internationaler Seite sehr viel Rückenwind und Unterstützung für unsere Reformvorhaben.

Aber ja, wir haben erhöhten Handlungsbedarf bei Schülern und Schülerinnen mit Mi­grationshintergrund, vor allem dann, wenn sie aus armen Familien kommen. Und des­halb müssen wir gerade dort ansetzen, bei den Schwerpunktschulen, die in Bezirken angesiedelt sind, wo besonders viele arme Menschen wohnen. Wo diese Komponente, Migrationshintergrund und arm, zusammenfällt, dort haben wir massive Probleme und dort brauchen die Schulen auch Unterstützung und Unterstützungspersonal.

In Frage 4 stellen Sie eine Verbindung zwischen AMS-Kursen, Deutschkursen für Mi­grantInnen der zweiten und dritten Generation und der Schullaufbahn her und meinen, dass das Schulsystem versagt habe. Darauf möchte ich antworten, dass das Schulver-


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