Ich weiß jetzt nicht, was Sie sich von einem solchen Arzt erwarten würden. Sie können mir dann die Antwort geben. (Abg. Mag. Schieder: Nein, ich gebe Ihnen überhaupt keine Antwort!)
Ich weiß auch nicht, was Sie von jemandem halten würden, der als Nudist herkommt und Ihnen erklärt: Wissen Sie, FKK hat nichts damit zu tun, dass man nackert in der Gegend herumrennt, es heißt nur, dass man keine Kleider trägt. (Abg. Mag. Schieder: Das ist aber ein „lustiger“ Vergleich! Ein „sehr lustiger“ Vergleich! Sie waren schon einmal besser, Herr Kickl! Sie waren schon einmal lustiger!)
Was würden Sie von so jemandem halten, Herr Schieder? Da bin ich neugierig auf Ihre Antwort, denn das ist genau die Art und Weise, auf die Sie versuchen den Österreicherinnen und Österreichern zu erklären, dass es dieses Budgetloch nicht gibt. Ich werde Ihnen dann die entsprechenden Beispiele noch nennen. Die Menschen in Österreich würden sich wahrscheinlich mit dem Zeigefinger in Richtung Stirn fahren und dann beginnen, in regelmäßigen Abständen ein bisschen draufzutippen. Ich bin sehr vorsichtig, ich formuliere es jetzt gar nicht aus. Der eine oder andere würde vielleicht sagen, dass man das nicht ernst nehmen kann und eine solche Argumentation irgendwie nicht glaubwürdig ist, um es vornehm zu formulieren – und die österreichische Bevölkerung hätte recht, wenn sie so reagiert. Genau das ist der Punkt! (Beifall bei der FPÖ.)
Dann frage ich mich angesichts dieser Beispiele: Ja, was bitte schön ist denn das, wenn jemand in aller medialen Öffentlichkeit, in Interviews, im Fernsehen, überall, vor dem Parlament, vor dieser Republik – und jetzt dürfen Sie sich angesprochen fühlen, Herr Bundeskanzler Faymann – den Menschen erklärt, es existiert überhaupt kein Budgetloch, das Einzige, was wir haben, ist ein unerwarteter Sparbedarf von 18,4 Milliarden €? (Heiterkeit bei der FPÖ.) – Das ist etwas ganz anderes, oder? Kommen Sie sich da nicht gepflanzt vor? Ich würde mir an Ihrer Stelle gepflanzt vorkommen, Herr Finanzstaatssekretär Schieder, noch dazu, wo Sie vom Fach sind! (Zwischenruf des Abg. Mag. Schieder.)
Oder was würden Sie von jemandem halten, der sich dann hinstellt – ja, der Herr Faymann – und sagt, wir müssen zwar Milliarden einsparen und wir müssen den Gürtel bei der Bevölkerung enger schnallen, das müssen wir tun, aber die Bevölkerung wird nichts davon spüren? Was würden Sie von so jemandem halten? (Neuerliche Heiterkeit bei der FPÖ.) Wissen Sie, was das ist? Das ist nicht einmal Budgetpolitik nach dem Muster „Versuch und Irrtum“. Wenn man einen Begriff dafür sucht, müsste man das vielleicht als „Bunga-Bunga“-Budget- und Finanzpolitik bezeichnen – damit man der Ernsthaftigkeit dieses Bemühens auch nur annähernd gerecht wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Ich habe mir diese Dinge nicht aus den Fingern gesogen, sondern das sind die komprimierten Zusammenfassungen von Faymann-Aussagen aus den letzten Tagen und Wochen, auf Parteitagen, in diversen Interviews. Das habe nicht ich erfunden, sondern der Herr, der hinter mir gerade im vollen Verantwortungsbewusstsein und mit voller Kompetenz ausgestattet erklärt hat, wie sich die Dinge wirklich verhalten.
Ich ziehe jetzt auch gar keine Schlüsse, was man daraus ableiten könnte. Darüber maße ich mir gar kein Urteil an, das überlasse ich der Bevölkerung, sonst laufe ich ja vielleicht wieder Gefahr, die Grenze zum Ordnungsruf zu überschreiten, wobei ich natürlich schon einmal darauf hinweisen müsste, dass wir in diesem Haus mitunter den seltsamen Brauch haben, dass nicht diejenigen die Ordnungsrufe bekommen, die von dieser Regierungsbank hinter mir – ich ergänze: wo es noch immer keinen Lügendetektor gibt – die eigene Bevölkerung verhöhnen, sondern dass dann gewöhnlich jene einen Ordnungsruf kassieren, die diesen Missbrauch und dieses falsche Spiel, das am
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