Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung / Seite 95

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Tirol, wo es keine Schweine gibt, der meiste Speck, und in Vorarlberg, wo die wenigsten Obstbäume sind, die meisten Fruchtsäfte erzeugt werden.

Die letzte Regierung hat den Einheitswert erhöht, er hätte aber gesenkt werden müssen. Der Vieh- und Fleischzuschlag ist eine Arbeitsbesteuerung. Mit dem Agrar­diesel wurden den Bauern 55 Millionen € genommen.

Schaut, was ihr da gemacht habt! Man hat den Bauern Gelder, die versprochen waren, während der laufenden Periode mit dem Hilfspaket genommen. Wenn das Agrarpolitik ist, dann möchte ich nicht dabei gewesen sein!

Die derzeitige Ertragskraft der Bauern ist ganz einfach dargestellt: Ein Zuchtkalb kostet so viel wie einmal Traktor volltanken.

Geschätzte Damen und Herren, ich wünsche jedem hier herinnen, der glaubt, die Bauern schwimmen in Geld, einmal in diesen Teich hineinzuspringen. Ihr werdet eine Bruchlandung erleben. (Beifall beim Team Stronach.)

Sehr geehrter Herr Minister Rupprechter, du weißt, wir wurden im Jahr 2002 sozu­sagen getrennt. Du bist nach Brüssel gegangen, ich wurde von der ÖVP entfernt und habe mich über neue Wege wieder ins Parlament zurückarbeiten müssen. Ich lade dich zur Zusammenarbeit ein.

Letzter und, wie ich meine, wichtigster Punkt: Kollegin Glawischnig hat heute das Bienensterben erwähnt. (Der Redner hält ein Glas Honig in die Höhe.) Ich darf noch eine letzte Bemerkung dazu machen, Frau Kollegin: Das ist die Umweltpolitik der letzten Jahre. Wer hat Biogas gefordert? Wer hat Biosprit gefordert? Wir haben in Österreich Tausende Hektar wertvollster Dauerwiesen, die wichtig für Biodiversität und Trinkwasserschutz sind, umgeackert und dafür Mais angebaut. Wir importieren aus dem Regenwald Palmöl für Biosprit. Das ist keine Umweltpolitik, sondern Umwelt­zerstörungspolitik.

Dann werben noch Konzerne seitenweise damit und verkaufen Honig, wo kein Deka­gramm österreichischer Honig drinnen ist (der Redner hält ein Flugblatt in die Höhe): Wir kümmern uns um die Bienen, Bienenkonvention 2020, ganz Österreich schwärmt von der Biene. – Da brauche ich nicht zu sagen, wer da den Bock zum Gärtner macht. (Beifall beim Team Stronach.)

Meine Damen und Herren, noch eine letzte Geschichte, die bezeichnend für unseren „Feinkostladen Österreich“ ist: Pflanzensprühsahne, von bäuerlichen Genossen­schaften importiert, und Kalbsleberstreichwurst mit 5 Prozent Kalbsleber. (Der Redner hält die genannten Produkte in die Höhe.) Das ist kein Feinkostladen, sondern das ist ein Werbeschmäh! Wir brauchen das nicht!

Sehr geehrter Herr Minister, wir reichen dir die Hände: Machen wir aus diesem Werbeschmäh „Feinkostladen Österreich“ den echten, den klassischen Feinkostladen Österreich für die beste, billigste Gesundheitsvorsorge, für unsere Konsumentinnen und Konsumenten! Gesunde rot-weiß-rote Lebensmittel sind die beste Umweltpolitik, die billigste Umweltvorsorge.

Lassen Sie mich noch etwas erwähnen, bevor ich dir dann das Prospekt der Frische überreiche (der Redner hält das angesprochene Flugblatt in die Höhe): „Frische-Zustellaktion“; das Einzige, das da frisch ist, ist der fesche Herr auf dem Foto, aber nicht das argentinische Beiried und das frische brasilianische Rindsfilet. Sehr geehrter Herr Minister! Du bist Jäger: Weidmannsheil! Ein ganzer Fasan geschlachtet – ich will kein Jäger mehr sein, wenn die Fasane geschlachtet werden. Das ist die Frische, die uns dann in der Hotellerie, in der Gastronomie angeboten wird. Das ist keine Partner­schaft. Ich bitte darum: Gehen wir einen ehrlichen Weg!

 


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