der Induktionsphase – das sind die jungen Lehrer und Lehrerinnen, die frisch in die Schule hineinkommen – eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung gemäß § 40a Abs. 3 um ein Fünftel.
Was heißt das konkret? – Wir müssen uns vorstellen, die jungen Lehrer und Lehrerinnen kommen rein und eignen sich nach einer Phase eines längeren Studiums ihren Beruf an. Wir wissen alle, dass es unendlich viel Arbeit ist, wenn man sich neu in ein Berufsbild hineinarbeitet. Wir NEOS können im Moment ein Lied davon singen. Das ist unendlich viel Aufwand, und man vergisst zum Glück nach ein paar Jahren, wie anstrengend das war, wie teilweise fast überfordernd.
Was machen wir mit den jungen Lehrern? – Wir drücken ihnen eine volle Lehrverpflichtung aufs Auge und sagen: Alles Gute! Wir sagen dann noch: Wir erwarten von euch, dass ihr zusätzlich ein berufsbegleitendes Masterstudium macht.
Werte Kolleginnen und Kollegen, bitte sprecht mit jungen Lehrern! Redet auch mit Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, die nicht immer eine gute Rolle in diesen dreizehnjährigen Verhandlungen gespielt haben. Aber das ist sicherlich ein Punkt, wo man hinhören muss.
Sie haben die vielen Mails auch bekommen. Wir müssen diese jungen Menschen beim Start in ihren Beruf ein Stück weit freier machen für diese Phase der Induktion. Sie haben eine besondere Aufgabe zu bewältigen, nämlich in ihrem Beruf anzukommen. Deswegen: Senkung der Lehrverpflichtung um ein Fünftel, um 20 Prozent.
Jetzt werden manche sagen: Naja, die können ja freiwillig darauf verzichten, das ist ja nicht so schlimm, sie können eine Teilzeitbeschäftigung annehmen. – Sie wissen aber alle, was in den nächsten Jahren auf uns wartet. Frau Bundesministerin, wir werden Lehrerinnen und Lehrer suchen. Wir haben zu wenige Lehrer. Das ist absehbar. Deswegen wird der Druck immens sein, dass sie Vollzeitanstellungen annehmen. Ich prognostiziere: Sie werden nicht nur Vollzeitanstellungen annehmen. Der Druck wird groß sein, dass sie sogar Überstunden machen. Wir drängen die jungen Lehrer in die Überforderung. Deswegen bitte ich um Unterstützung dieses Abänderungsantrags.
Ich glaube auch, dass das vielleicht zu wenig im Fokus war und dass das auch für Abgeordnete (Abg. Mayer: Stimmen Sie dann aber zu?) – Naja, das ist ein wilder Kuhhandel. Darüber müssen wir noch reden. Ich komme noch mit dem zweiten Abänderungsantrag. Okay?
Zweiter Abänderungsantrag: Während dieser Induktionsphase hat der sogenannte Mentor eine wichtige Rolle. Ich halte übrigens die PädagogInnen-Ausbildung neu für eine richtungsweisende Gesetzgebung der letzten Periode. Ich halte es für gut, ich halte es für das beste Projekt der Ära Schmied. Frau Bundesministerin! Jetzt kommt es darauf an, wie wir dieses Gesetz umsetzen. Das ist ganz wichtig.
Ich bin da sehr skeptisch, einerseits was das Verhältnis von Universitäten und Pädagogischen Hochschulen betrifft. Nebenbei bitte ich dringend darum, die Pädagogischen Hochschulen in das Wissenschaftsministerium einzuordnen. Wenn wir sagen, dass wir ein Hochschulministerium haben, dann gehört natürlich auch die Pädagogische Hochschule ins Wissenschaftsministerium. Das ist keine nachgelagerte Einheit des Unterrichtsministeriums. Es ist völlig neben der Spur, wenn man das wieder so macht. Bei der letzten großen Koalition war es deswegen so, weil es einen Abtausch zwischen Lipizzanern und Pädagogischen Hochschulen gab. Sie müssen da Feingefühl beweisen. Jetzt gab es diese Diskussion, manche sagen, das Wissenschaftsministerium werde irgendwo verräumt. Seien wir freundlich und sagen wir: Es ist ein Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium. Dann erwarte ich aber, dass Sie auch die Pädagogischen Hochschulen dort unterbringen.
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