Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung / Seite 201

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Was ist wichtig in dieser Induktionsphase? – Wir müssen eben auch den Lehrern die Zeit geben. Wir werden uns schwer tun, Mentoren zu finden, denn sie müssen ja eine Ausbildung machen und so weiter. Im Moment ist es so vorgesehen, dass dieser Mentor eine Stunde für bis zu drei Mentees, also Junglehrerinnen und Junglehrer bekommt. Jetzt stellen wir uns das einmal praktisch vor! Da kommen drei junge Lehrerinnen, Lehrer in diesen Beruf und sagen: Okay! Wunderbar! Ich bekomme eine Begleitung anheimgestellt, und die hat eine Stunde Zeit für drei Personen. – Ja, was sich da ausgeht, ist ein besseres Pausengespräch. Das sind 20 Minuten pro Woche. Das ist doch keine ernsthafte Mentorenschaft, das ist doch kein ernsthaftes Coaching. Das ist einfach nicht durchdacht.

Deswegen bitten wir darum, dass eben pro Vertragsperson, also pro Junglehrer, eine Stunde für den Mentor eingeräumt wird. Ich halte das für immens wichtig. Das heißt, im Falle von drei Junglehrerinnen, Junglehrern, die man betreut, hätte man dann drei Stunden pro Woche Zeit. Das ist immer noch nicht wahnsinnig viel. Aber, Herr Kollege Mayer, ich bitte darum, dass Sie da mitgehen. Wolfgang Gerstl, ich bitte euch, dass ihr da mitgeht. Ich meine, das wäre ein Vorschlag zur Güte.

Ich darf noch sagen, dass Walter Rosenkranz auch mit an Bord bei diesem Antrag für die Anhebung auf eine Stunde pro Junglehrer ist. – Danke schön dafür.

Mit an Bord beim Entschließungsantrag sind, wie gesagt, Harald Walser und Robert Lugar. Was ist uns wichtig für die nächsten fünf Jahre? Warum sind wir nicht für dieses Lehrerdienstrecht? – Es ist eben eine Themenverfehlung. Elmar Mayer! Wolfgang Gerstl! Was es eigentlich brauchen würde, ist ein Rahmenkollektivvertrag für Lehrer und Lehrerinnen.

Was ist damit gemeint? – Wir wollen die personelle, die pädagogische und die finan­zielle Autonomie der Schulen. Das heißt, wir bestellen die Direktorinnen, Direktoren vor Ort durch einen Schulgemeinschaftsausschuss gemeinsam mit der Trägerorganisation und mit einer zu schaffenden Qualitätsagentur des Bundes. Das wäre der richtige Schritt. Dann geben wir ihnen Freiheit und Verantwortung – natürlich in einem klar definierten Rahmen, daher der NEOS-Vorschlag der Mittleren Reife. Wir sind ja mit den Standards schon unterwegs auf dieser Reise. (Zwischenruf des Abg. Dr. Walter Rosenkranz.) Bitte? (Abg. Dr. Walter Rosenkranz: Aber die Landebahn ist noch nicht in Sicht!) – Naja, die ist noch nicht in Sicht, das stimmt. Aber wir haben die Einflugschneise schon geschlagen. (Abg. Dr. Walter Rosenkranz: Die armen Bäume! – Ruf bei der ÖVP: Sind die Grünen da dabei?)

Diese DirektorInnen mit personeller Verantwortung sind dann eben verantwortlich dafür, Lehrerinnen und Lehrer anzustellen. Sie können sich auch von Lehrern verab­schieden. Das wäre ein großartiger Fortschritt, auch für die Lehrerschaft. Es gibt in jedem Beruf Leute, die da falsch gelandet sind, die dort nicht wirklich zu gebrauchen sind. Im Moment wären das die sogenannten Wanderpokale. Dabei gibt es nur Verlie­rer. Ich würde die Hypothese wagen, dass auch der betroffene Lehrer den Rest seines beruflichen Lebens eigentlich darunter leidet, dass man ihn nicht verabschiedet. Das gilt für jeden Beruf. Schicken wir die 5 Prozent weiter, die eben falsch gelandet sind! Das würde dem Berufsstand der Lehrer immens guttun.

Wenn das so ist, dann brauchen wir kein Lehrerdienstrecht, sondern einen Rahmen­kollektivvertrag, und den Rest detaillieren wir vor Ort an den Schulen. Es gibt viele Länder, die das in diese Richtung machen. Ich meine, wir sollten entschlossene Schritte in diese Zielrichtung machen.

Wir hätten noch weitere Punkte mit drinnen: Natürlich ist auch die Wahlfreiheit für Schüler und Eltern enthalten. Natürlich möchten wir Schulverbünde ermöglichen. Die


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