auf, und die sind ganz interessant. Also niemand hat irgendetwas Genaues vorher gewusst, keiner kennt sich bis heute wirklich aus. Aufklärung wird behindert, wo man hinschaut, und das Parlament bekommt auf die Fragen keine Antworten.
Herr Minister! Sie verweisen da eben auf die forensische Untersuchung. Sie wissen genau, das ist es nicht, das ist es nicht allein, und Sie wissen viel mehr, als Sie uns da jetzt sagen. Das ist halt nicht Transparenz, so wie Sie es jetzt angekündigt haben. Das ist auch nicht Transparenz vor allen Dingen gegenüber dem Parlament, wenn Sie in der Zeitung über Schließungen des Kasinos oder den Verkauf der Hanuschhof-Wohnungen spekulieren, aber im Parlament sagen Sie, jetzt muss ich erst einmal abwarten.
Auf der einen Seite spielen Sie ja bereits mit Gedanken, wie es weitergeht, die müssen sich ja auf irgendwas gründen. Auf der anderen Seite sagen Sie, ich weiß von gar nichts und ich kann noch nicht Auskunft erteilen. Verantwortung gibt es bis jetzt sowieso von niemandem, also niemand hat sich überlegt, dass da vielleicht irgendwer verantwortlich sein könnte. Dafür gibt es aber im Burgtheater jetzt ein zugekauftes und teures Krisenmanagement, weil der Geschäftsführer, der eigentlich für Krisen und deren Bewältigung zuständig wäre, das offensichtlich nicht bewältigt.
Und eines ist schon interessant, nämlich diese ganzen Kontrollmechanismen. Das stößt mir jedes Mal auf. Das ist nämlich nicht ein Gremium, sondern wir haben im Zusammenhang mit dem Burgtheater erstens einmal die Buchhaltung, das sind ungefähr zehn Leute. Dann haben wir das Controlling. Dann haben wir den kaufmännischen Leiter. Dann haben wir die Wirtschaftsprüfer. Dann haben wir den Aufsichtsrat des Burgtheaters. Dann haben wir den Aufsichtsrat der Bundestheater-Holding. Dann haben wir das Kunstministerium, auch das Kunstministerium prüft. Und wir haben das Finanzministerium, das prüft. Frau Kollegin Fekter, auch da müsste irgendjemandem irgendwann einmal etwas aufgefallen sein.
Dann wird aus dem Ausland noch ein Spezialist, der Herr Raddatz, für ein Jahr lang eingeflogen. Der hat auch geprüft, und wir wissen bis heute nicht, was der da eigentlich gefunden hat oder ob der auch nichts gefunden hat. Dann wird eine Effizienzanalyse um 550 000 € bestellt, die findet auch nichts, und da werden monatlich, vierteljährlich und jährlich Berichte, Liquiditätsberichte hin- und hergeschoben, und niemand hat irgendwas gewusst. Also das kann ich nicht wirklich nachvollziehen.
Ich glaube eher, es war so: Ein Teil hat wirklich nichts kapiert, nichts gewusst, nicht hingeschaut. Das ist bei diesen Gremien immer so. Ein anderer Teil hat hingeschaut, hat etwas erfahren und durfte nichts wissen. Das sind vor allen Dingen die Angestellten. Und ein dritter Teil hat es gewusst und hat möglichst weggeschaut in der Hoffnung, dass irgendwann einmal der große Subventionsregen wiederkommt und sämtliche Spuren verwäscht und verwischt, die da vielleicht irgendetwas hätten aufdecken können. Wenn das Budget gedeckelt wäre, wäre zumindest eine Zeit lang Ruhe gewesen.
Jetzt war das aber nicht so, es ist kein Subventionsregen gekommen, und das war vielleicht ausnahmsweise ganz gut. Und jetzt tritt das Krisenmanagement auf und sagt, na ja, Moment, da brauchen wir einen Schuldigen und das schauen wir uns einmal an, da gibt es sicher Ungereimtheiten, und die gibt es natürlich, und da finden wir jetzt jemanden. Und das war’s dann.
Das geht nicht durch, das kann ich Ihnen sagen. Das wissen in der Zwischenzeit alle. Ja, es mag schon sein, dass es da Ungereimtheiten gegeben hat. Der forensische Bericht wird das auch noch zutage fördern bis zum Abwinken, da bin ich ganz sicher, aber das erklärt die 13,5 Millionen Defizit nicht.
Und auch der andere Erklärungsversuch ist meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt, nämlich die Vorstellung, der Staat, der Bund hätte zu wenig subventioniert, also
HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite