Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll14. Sitzung / Seite 49

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hintereinander, im Vorjahr minus 7 Prozent! Er will seine Erfolgszahlen anscheinend gar nicht hören. Ich hoffe, er liest jetzt den Grünen Bericht.

Aber eines darf ich in aller Deutlichkeit sagen, dieses Geld, das dem regionalen Wirtschaftskreislauf entnommen wird, fehlt der Wirtschaft, dieses Geld fehlt der regionalen Wirtschaft, denn die Bäuerinnen und Bauern hätten es investiert.

Ein weiterer Sündenfall der letzten Bundesregierung: Dass unter diesen Voraus­set­zungen den Bauern und Bäuerinnen der Agrardiesel aberkannt wurde, der klar und deutlich als internationale Gleichstellung zugesagt war, hat die Bauern und Bäuerinnen weitere 55 Millionen € gekostet. Auch dieses Geld fehlt der Wirtschaft, liebe Kollegin­nen und Kollegen. Wenn gleichzeitig noch eine Einheitswerterhöhung beschlossen wird, dann ist das wirklich skandalös (Beifall beim Team Stronach), eine Einheitswert­erhöhung, die sich nicht nur auf Einheitswerte bezieht, sondern die Arbeit besteuert und genau im Gegensatz zum Regierungsziel Entsteuerung der Arbeit die Milch- und Fleischproduktion mit 4 Prozent belastet. Das sind die Fakten, geschätzte Kolleginnen und Kollegen. (Neuerlicher Beifall beim Team Stronach.)

Die Bauern und Bäuerinnen wurden in eine Schuldenfalle gelockt. Die Interessen­vertretung hat ihnen geraten, modernste Ställe zu bauen, sie sollen mehr produzieren, günstiger produzieren. Jetzt nimmt man ihnen die Investitionsprämie, jetzt nimmt man ihnen das Milchkontingent, das eine ganz wesentliche Forderung von uns ist: Beibehaltung der Milchquote zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten. Gott sei Dank sitzen so viele Konsumentinnen und Konsumenten im Agrarausschuss. Letztlich sind wir alle Konsumenten. Diese wertvolle, gentechnikfreie österreichische Milch, die auf Dauergrünland, Kleegras produziert wird, ist ein Juwel. Die muss man mit der nationalen Quote wie die Rübenquote, Herr Kollege Schultes, bis zum Jahr 2018 schützen. (Beifall beim Team Stronach.)

Ich schließe mich dem Kollegen Auer an, wir brauchen eine Fachhochschule. Ich erwarte mir da dieselbe Unterstützung durch die oberösterreichischen Kollegen und dieselbe Euphorie wie bei der MedUni. Und wir haben da ganz gezielte Denkansätze, das ist sicherlich ein Zukunftsbereich, den man aber gleich koppeln sollte mit einer Lebensmittelschule, das sollte Hand in Hand gehen, nicht so, wie es jetzt läuft. Ich darf ein aktuelles Beispiel bringen. (Beifall beim Team Stronach.)

Dieser Irrweg der Agrarpolitik, von Überschussflächen zu sprechen – dieses Wort „Über­schussflächen“ ist die größte Lüge, seit es Lügen gibt, in einem Land, wo wir so viele Seen, so viel Gebirge und so viel Wald haben –, hat bereits vor 30 oder 40 Jahren begonnen. Da sind Nachbarn aus Wels zu Besuch gekommen. Als ich in die Hauptschule gegangen bin, das ist ziemlich lange her, ist man, wenn man ein Butterbrot gegessen hat, als Selbstmörder dargestellt worden, denn da hat man sich die gesunde Rama aufs tägliche Brot schmieren müssen. Da hat der Import vom Regenwald begonnen, Kolleginnen und Kollegen.

Dieses gesunde Pflanzenmark ist Palmöl. (Der Redner zeigt ein Packerl Margarine.) Und da geht die Diskussion einmal einen Schritt weiter. Wir reden immer nur von den gentechnisch veränderten Dingen, die wir selbstverständlich ablehnen. Aber in der Zwischenzeit ist die Fläche mit Palmölplantagen wesentlich größer. Dort wird der Regenwald gerodet, brandgerodet, das Klima zerstört und die Umwelt belastet. Und dieses Palmöl, liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, haben wir im Wasch­mittel, haben wir in der Kosmetik und in sämtlichen Lebensmittelsubstituten. Das sind die Fakten.

Wir wollen, und jetzt komme ich zu einem wesentlichen Punkt, dass die Herkunfts­kennzeichnung endlich umgesetzt wird. Und ich darf euch hier dieses Bild, das ein bisschen zu groß war für die Vorderseite, noch einmal zeigen. (Der Redner holt ein


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