Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll16. Sitzung / Seite 95

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len, helfen uns, Bildungsreformen in Österreich dort auch weiterzuentwickeln, wo wir sie besonders brauchen.

Es war in den letzten Wochen leider viel zu wenig Gelegenheit, darüber zu sprechen, dass wir eigentlich bei unseren Kleinsten beginnen wollen, dass wir uns bei den Kleins­ten gut weiterentwickeln wollen, um die Zahl der Early-School-Leavers, die heute schon erwähnt wurden, diese Zahl, die uns allen hier im Hohen Haus zu hoch ist, re­duzieren zu können.

Es ist genau der Einstieg in das Bildungssystem, der eine gute Weiterentwicklung als Voraussetzung hat. Genau das ist eines der Projekte, das wir, das ich heuer weiter­entwickeln möchte: ein guter Übergang von der Elementarpädagogik, vom Kindergar­ten in die Volksschule; ein sanfter Übergang mit vielen Schwerpunkten wie der Sprach­förderung, aber auch der gesamthaften Entwicklung von Kindern – also nicht nur auf einen Bereich fokussiert, das wäre zu kurz gegriffen –; damit Kinder diese ersten vier Jahre einer Grundstufe, die sich in Grundstufe 1 und Grundstufe 2 aufteilt, gut mitein­ander verbringen können, und dann der Übergang, der Umstieg in ein anderes Schul­system mit zehn Jahren leichter fällt.

Ich meine den Übergang in verschiedene Formen. Das wird auch voraussichtlich noch einige Zeit so bleiben, nämlich auf der einen Seite die Neue Mittelschule und auf der anderen Seite die Allgemeinbildende Höhere Schule. Mit 15 Jahren kann es mitunter schon zu spät sein, auch das haben vergangene Pisa-Testungen gezeigt. Dass wir da Nachholbedarf haben, wissen wir. Daran müssen und werden wir auch arbeiten, damit hier bei der zweiten Schnittstelle nach Ende der Schulpflicht uns nicht zu viele Jugend­liche, am besten gar keine, verloren gehen.

Ich glaube, dass es im Gesamthaften wichtig ist, über unser Bildungssystem zu sagen, dass es uns im internationalen Vergleich schon bisher wettbewerbsfit und -fähig ge­macht hat. Und im nächsten Jahr haben wir uns eben, und das ist mit den Direktoren des Bildungsforschungsinstitutes vereinbart, einen Teststopp auferlegt, damit wir in ei­nen guten Rhythmus kommen.

Ich möchte auch das eine oder andere Wort noch allgemein zu Testungen verlieren. Es sind nicht nur die internationalen Testungen, denen wir uns stellen. Es sind auch inner­staatliche Begehrlichkeiten. Es gibt zum Beispiel Universitäten, die Schulen suchen, damit Vergleichsstudien gemacht werden können, Testungen aus einzelnen Bundes­ländern, in denen das, jenes oder noch ein Drittes von den Schülerinnen und Schülern abgefragt werden soll.

Ich kenne mittlerweile, und Sie vielleicht auch, viel zu viele Beispiele von E-Mails, Brie­fen und Mitteilungen, die wir bekommen, wo die Leute meinen, dass es eigentlich nicht sehr sinnvoll ist, sich von einem Test zum anderen vorzubereiten, sondern auch das Dazwischen wichtig ist und genau das Dazwischen viel zu kurz kommt.

Daher soll uns dieser unfreiwillige Stopp nächstes Jahr auch eine Debatte eröffnen; nicht darüber, dass wir uns diesen Tests nicht mehr unterziehen sollen. Ich habe heute schon gesagt, dass mir das wichtig ist. Wir sollten nicht allgemein das Testen in Ös­terreich an unseren Kindern in Frage stellen, sondern mit Experten und Expertinnen, mit den Bundesländern gemeinsam ist auch da, glaube ich, ein Überblick überfällig.

Wir sollten nachzuschauen: Wie viele Tests pro Jahr haben denn unsere Volksschul­kinder? Wie viele Tests pro Jahr haben denn die Schülerinnen und Schüler der Mit­telstufe? Und: Wie viele Testungen sind in der Oberstufe in Vorbereitung auf andere Bildungswege eventuell auch notwendig oder vielleicht nicht ganz so notwendig?

Am 18. Dezember, exakt zwei Tage nachdem ich dieses Amt übernommen habe, ist ein E-Mail in cc an uns ergangen – eigentlich ans BIFIE und in cc an mein Ministerium. Dieses E-Mail hat gewisse Rechtsunsicherheiten und eventuelle nicht näher angeführ-


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