Herr Muchitsch, ist ja heute wieder einmal nicht da. Wahrscheinlich hat er wieder Redeverbot bekommen, weil Sie Angst haben, weil er ja vor zwei Tagen gesagt hat, auch wir haben recht mit dem, was wir sagen. Muss er deswegen heute gleich wieder draußen bleiben, zu Hause bleiben?
Aber nicht nur der Herr Muchitsch von der Gewerkschaft sagt das, es sagen ... (Abg. Königsberger-Ludwig: Aber der Herr Strache bei Ihnen sitzt auch nicht da!) Der Kollege Strache sitzt aber im Gegensatz zum Herrn Muchitsch nicht im Sozialausschuss. (Abg. Kickl: Aber der Herr Strache ist auch nicht Mitglied im Sozialausschuss! – Zwischenruf des Abg. Ehmann.) Er geht auch nicht hinaus und redet draußen davon, dass wir endlich etwas gegen Arbeits- und Lohndumping machen müssen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig), und er ist jetzt nicht herinnen, weil Sie ihm ja verbieten, dass er spricht. – Genau das ist es ja! Wann immer Sozialausschuss oder Sozialdebatte ist, darf er ja gar nicht mehr hereinkommen, dann kommt er irgendwann zu Mittag, wenn die Gesundheitsdebatte startet. Genau so handeln Sie, genau das ist ja Ihr Problem! (Abg. Königsberger-Ludwig: Kollege Muchitsch ist ja nur Ersatzmitglied!) Das hindert ihn ja nicht daran, draußen anders zu sprechen als herinnen. (Abg. Kickl: Die Gewerkschafter sind nur mehr Ersatzmitglieder!)
Aber ich will mich jetzt gar nicht so lange mit dem Kollegen Muchitsch aufhalten, denn es ist eine Tatsache, dass eben ein Verdrängungswettbewerb stattfindet. Die Nationalbank hat das festgestellt, das haben auch zahlreiche SPÖ-Politiker festgestellt (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig), das haben Arbeiterkammerfunktionäre aus dem Burgenland und aus Salzburg festgestellt, und, Herr Bundesminister, Sie selbst haben in einer Anfragebeantwortung vor wenigen Wochen die Zahlen bekanntgegeben, wie es denn am heimischen Bausektor ausschaut.
Wenn man sich diese Zahlen anschaut, dann kann man sagen, in den letzten fünf Jahren gab es ein Plus von österreichischen Staatsbürgern von über 9 000 Personen, die jetzt arbeitslos sind, die vorher in der Baubranche in Österreich beschäftigt waren. Im selben Zeitraum gibt es 11 000 Personen, die aus den EU-Oststaaten kommen. – Das haben Sie sehr ordentlich beantwortet, aber dann haben Sie immer noch nicht den Kausalzusammenhang gesehen, nämlich dass es hier zu einer Verdrängung kommt. Ja wenn Sie das nicht erkennen können, Herr Bundesminister, dann, glaube ich, sind Sie der falsche Mann an dieser Stelle. (Beifall bei der FPÖ.) Sie brauchen doch bitte schön nur Ihre eigenen Zahlen zu nehmen und sie zusammenzuführen, und dann erkennen Sie das.
Hören Sie doch auf Ihre Gewerkschafter draußen vor Ort! Herr Bundesminister, das ist die Katastrophe! (Zwischenruf des Abg. Weninger.) Was Sie machen, ist, dass Sie sich zurückziehen. Sie versuchen, AMS-Schulungen zu machen, um Ihre soziökonomischen Betriebe, die vor allem in den Ländern natürlich den Parteien nahestehen, ... – Das hat ja nicht nur die „Neue Zürcher Zeitung“ geschrieben, das ist ja etwas, was den Menschen ohnehin bekannt ist. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Ich brauche ja nur die Zeitungen aufzuschlagen. – Gestern: großer Artikel, COMPRESS-Verlag in Wien. Das alles sind ja Geschichten, Herr Bundesminister – ich glaube, es war gerade in Ihrer Zeit als Gemeinderatsvorsitzender, als das passiert ist –, das alles sind ja Dinge, die haben die Leute satt, bis oben hin satt. Und genau das ist ja auch der Grund, warum Ihnen die Wähler davonlaufen.
Ich kann nur an die Wählerinnen und Wähler appellieren. Wenn Sie nicht wollen, dass es weiterhin zu Lohndumping kommt (Abg. Ehmann: ... gestiegen! – Zwischenruf des Abg. Weninger – Abg. Walter Rosenkranz: Warum vertritt die Arbeiterkammer nur 39 Prozent der Mitglieder?), wenn Sie nicht wollen, dass ihr Arbeitsplatz von Billigst-
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