geschaffen. Zum Beispiel: Sportstätten, Ausbildungssysteme, erfolgreiche nationale und internationale Sportveranstaltungen, auf die wir in Österreich sehr, sehr stolz sein dürfen.
Die Wertschöpfung des Sports hat mit rund 5,6 Milliarden € einen Anteil von 2,5 Prozent an der gesamten österreichischen Bruttowertschöpfung. Eine beeindruckende Zahl – ein gewaltiges System! Um mit dem Worten des Herrn Sportministers zu sprechen: ein historisch gewachsenes System.
Alles, was historisch gewachsen ist, ist bekanntermaßen auch sehr stark verwurzelt, und manche behaupten, sogar ein bisschen zu stark. Um das etwas zu verdeutlichen, möchte ich gerne ein paar Zahlen nennen.
Laut Bundes-Sportorganisation haben die Sportdachverbände, ASKÖ, Sportunion und ASVÖ zusammen mit diesem System rund drei Millionen Mitglieder in rund 14 000 Vereinen organisiert. Das entspricht einem Anteil von 85 Prozent aller österreichischen Sportvereine.
Damit sind die politischen Vorfeldorganisationen ASKÖ, Sportunion – der ASVÖ gilt als mehrfarbig – weit erfolgreicher als ihre Mutterorganisationen.
Wir leben gewissermaßen einen historisch gewachsenen Anachronismus. Alles spricht aber – wir haben es vorhin in ein paar Reden schon gehört – von der Entpolitisierung. Nur: Tatsächlich gelebt wird sie im Moment aber leider zu wenig. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Ich darf hier ein weiteres Beispiel nennen, nämlich die Sportverbandsförderung. Herr Bundesminister, Sie haben mir ja dankenswerterweise in Ihrer Anfragenbeantwortung die Zahlen zukommen lassen, die ich jetzt gerne weitergeben möchte.
Vier große Sportverbände wurden zu Jahresbeginn besonders bedient: An erster Stelle der Österreichische Fußballbund mit rund 15 Millionen €; das ist aufgrund der Popularität in Österreich eine durchaus angemessene Summe. An zweiter Stelle bereits die drei Dachverbände mit je 8,3 beziehungsweise 8,2 Millionen € pro Dachverband, also insgesamt mit knapp 25 Millionen €; auf den ersten Blick, gemessen an der kolportierten Anzahl an Vereinen und Mitgliedern, durchaus nachvollziehbar.
Was aber jetzt etwas stutzig macht, ist die nahezu identische Höhe der Förderungen, nämlich eben rund 8 Millionen € pro Verband, und das erzeugt einfach ein bisschen einen negativen Beigeschmack, denn es wirft sofort drei Fragen auf: Erbringen die Dachverbände 100 Prozent Leistung mit 300 Prozent Aufwand? Fahren die Dachverbände dreigleisig mit dreifachem Personalaufwand? Und: Wie viel Geld geht tatsächlich in Verwaltung und Struktur der Sportförderung auf?
Dazu gibt es eine Angabe. Eine Evaluierung der Bundessportförderung aus dem Jahr 2007 – nachher gab es leider keine mehr – hat ergeben, dass fast 50 Prozent der von Dach- und Fachverbänden abgerechneten Fördergelder in Verwaltungs- und Strukturmaßnahmen aufgeht.
Aber wie sieht es denn in der Realität der sportlich bewegten Menschen aus? Ich weiß, Herr Minister, Sie sind da sehr engagiert. Aber für die nachhaltige Förderung von Bewegungsprogrammen gibt es leider immer noch keine gesamtösterreichische Darstellung des tatsächlichen Istzustandes. Fragen, wie viele Personen welcher Zielgruppe mit den Programmen erreicht wurden, wie viele Personen nachhaltig zu regelmäßiger Bewegung gebracht werden konnten und welcher Fördermitteleinsatz pro Person aufgewendet wurde, sind leider noch unbeantwortet.
Man muss sich da die Informationen wirklich mühsam zusammensuchen, denn auch im Zeitalter hoch vernetzter Datenbanken ist der organisierte Sport leider noch immer
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