Stadiengrößen von wahrscheinlich 600 000 bis 800 000 Besuchern, die in das Stadion hineinkommen müssen – bei 1,7 Millionen Einwohnern!
Da frage ich mich, wer hat draufkommen müssen, Standards zu vergeben, und wer kommt bei dieser Vergabe nicht drauf, dass dort irgendwas gelaufen sein muss, das wenig mit rationalen Entscheidungen zu tun haben kann? Dass es dort 50 Grad hat zu der Zeit, in der gespielt wird, ist nur ein Nebenkapitel, das ist vielleicht nicht ganz so tragisch, deswegen werden die Stadien gleich klimatisiert gebaut.
Völlig klar ist, dass die Infrastruktur dort nie genutzt werden kann. Katar hat übrigens nicht nur die Fußballweltmeisterschaft bekommen, es hat auch die Handballweltmeisterschaft bekommen; das ist in Katar offenbar auch ein Volkssport. Der Punkt dabei ist, ich bin überzeugt davon, dass dort Gelder geflossen sind, damit es zu dieser Vergabe gekommen ist, und dass das ein absolutes Problem in der Sportszene ist.
Ich sage nicht, dass Sie da etwas dafür können, damit Sie mich nicht falsch verstehen, aber man muss, glaube ich, das Problem sehen. Wenn solche Entscheidungen dermaßen irrational laufen, sachlich völlig unbegründet laufen, dann, glaube ich, gibt es eine große Notwendigkeit einzuschreiten. Ich meine, der Fußballbund bekommt auch relativ viel an staatlicher Förderung, soll auch so sein, aber die Verantwortung, bei solchen Dingen entsprechend vorzugehen, liegt dann, glaube ich, auf der Hand. – Das waren die Anmerkungen zu dem gestrigen Vorschlag.
Ich komme zum Sportbudget und möchte die Anmerkung der Kollegin Weigerstorfer aufgreifen, die gemeint hat, mit dem „Projekt Rio“, etwa 20 Millionen Sportlerförderung in den nächsten Jahren, sind wir auf dem selben Weg wie Großbritannien. Das würde ich deutlich bestreiten. Großbritannien, abgesehen von der Dimension und dem, was sie reingesteckt haben, hat es übrigens geschafft, als ein Land, das bei Olympischen Spielen ganz weit nach unten gerutscht ist, bei den eigenen Olympischen Spielen große Erfolge zu erzielen. Die waren ganz unten und haben viel mehr investiert – nur um das irgendwie auch klarzumachen, dass wir das nicht ganz vergleichen können –, allerdings bezweifle ich, dass die Strukturfrage in Österreich ansatzweise gleich gelöst ist.
Also wenn in Großbritannien der Herr Schröcksnadel derjenige gewesen wäre, der die Sportlervergaben macht, wie es in Österreich der Fall ist, dann wage ich zu bezweifeln, dass das rausgekommen wäre. Man muss das einmal in der Dimension sehen. Da geht es um Sommersport. Da geht es um Verbandsstrukturen, die drinnen sind. Wir haben das übrigens im Sportausschuss thematisiert, Sie haben gesagt, das ist nicht der Herr Schröcksnadel allein, es gibt eine Kommission, die ihn berät. Ich habe die Gelegenheit in den letzten Tagen genutzt, um noch einmal nachzurecherchieren.
Sie haben den Herrn Horschinegg erwähnt. Der Herr Horschinegg ist ein Berater, der dem Herrn Schröcksnadel beigestellt wurde, um die Vergabeentscheidungen zu treffen; also welche Sportler bekommen wie viel. Wenn man sich das anschaut, was da im Kader passiert, dann tauchen ein paar interessante Fragen auf.
Interessante Fragen sind zum Beispiel: Warum bekommen genau die Sportler, die im Kader sind, eigentlich die Förderung, und was steht dahinter?
Der Herr Horschinegg ist zum Beispiel Präsident des Triathlonverbandes, und es sind in diesem Kader vier Triathleten drinnen, die nicht einmal alle in die Weltrangliste aufgenommen wurden. Jetzt kann man sich die Frage stellen, warum ausgerechnet SportlerInnen, die von Medaillenchancen zum Teil sehr weit entfernt sind, in den Kader
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