Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll27. Sitzung / Seite 396

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aufgenommen werden  wenn ihr Manager in der Vergabekommission sitzt und dafür sorgt, dass offenbar gewisse Entscheidungen mitgetroffen werden.

Man kann sich zum Beispiel die Frage stellen, warum im Fechten die Säbelfechter als 26. der Weltrangliste in den Kader aufgenommen worden sind, die Florettfechter als 12. aber nicht aufgenommen worden sind. Das kann man sich vielleicht ein bisschen damit erklären, dass der Herr Horschinegg unter anderem nicht nur Präsident des Triathlonverbandes ist, sondern dass er auch Mitarbeiter in der Südstadt ist, beim dortigen Medizinischen Institut, und interessanterweise genau die Säbelfechter – 26. – die medizinischen Untersuchungen in der Südstadt haben, die Florettfechter aber nicht.

Wir wissen das seit Langem, dass es Diskussionen gibt, inwiefern der Einfluss der Sportmedizin auf die Fördermaßnahmen gegeben ist, das hat auch mit dem Herrn Holdhaus zu tun. Es hat immer wieder die Debatten gegeben. Da laufen Dinge einfach schief. Man kann doch nicht ernsthaft eine Person, die massive Eigeninteressen hat, die Sportler vertritt, die Manager von Sportlern ist, mitentscheiden lassen.

Übrigens gilt das für den Schröcksnadel ja genauso, das wissen wir seit Jahren. Es ist doch völlig inakzeptabel, dass der Präsident des Skiverbandes Manager von Mitglie­dern des österreichischen Ski-Nationalteams ist und von den Einnahmen profitiert und letztlich mitentscheidet, wer bei der WM teilnehmen kann. Das ist alles absurd. Diese Maßnahmen sind unzulässig!

Und genau das war das, was Sie gemacht haben. Sie haben gesagt, wir haben eine wunderbare Person, den Herrn Schröcksnadel, der ist sakrosankt, dem vertrauen wir jetzt und dem übergeben wir im hohen Ausmaß die Entscheidungsmöglichkeit, wer diese Fördermittel bekommt und wer gefördert wird. Dann wird legitimiert, dass es ohnehin nicht nur der Schröcksnadel ist, sondern dann kommen wieder Personen rein, die in den Fördergremien drin sind, die massive Eigeninteressen haben, die Manager von Personen sind, die betroffen sind. Und nach genau diesen Kriterien kommt man dann entweder in den Kader, bekommt Geld oder man bekommt es nicht.

Herr Minister, ich sage Ihnen, wir werden Sie sehr genau messen am Erfolg von diesem Projekt „Rio“. Man hätte das auch ganz anders machen können. Man hätte nicht den Herrn Schröcksnadel als Aushängeschild nehmen müssen, und man hätte dafür sorgen können, dass die Unvereinbarkeiten im österreichischen Sport in dem Bereich ein für alle Mal abgestellt werden.

Ich sage, Sie haben das Gegenteil gemacht. Sie haben eine Struktur aufgesetzt, wo es genau wieder darum geht, dass Freunderlwirtschaft im Vordergrund steht. Die Verant­wortung, ob der Erfolg kommt, den schaue ich mir schon an. Es sind ja einige beim Hoffnungskader, über die man nicht hinwegschauen kann, das ist auch gut so, das sind die tatsächlichen Medaillenhoffnungen. Der Rest, der ausgewählt worden ist, hat meiner Meinung nach in vielen Bereichen in erster Linie nichts mit Qualität zu tun, sondern mit anderen Strukturen.

Ich komme zum Schluss, letzte Anmerkung: Sportförderung Multiversum Schwechat. Ich kann es Ihnen nicht ersparen, auch wenn Herr Kollege Fazekas, der ehemalige Bürgermeister von Schwechat, nicht mehr hier ist.

Da gibt es jetzt eine interessante Entwicklung. Wir kennen das Multiversum – für alle, die es nicht kennen, eine kurze Zusammenfassung: Werner Schlager Academy, eines der mittlerweile größten, in der Topkategorie gerankten, internationalen Trainings­zen­tren für Tischtennis. Es wurde in Schwechat eine Halle gebaut, die übrigens voll ausgelastet ist. Sie ist durch internationale Verbände extrem ausgelastet, ich glaube,


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