Aber wenn man will – wenn man will!, und jeder, glaube ich, weiß, dass es mündige Konsumentinnen und Konsumenten gibt –, dann kann man bei Frischfleisch aufgrund des AMA-Gütesiegels eindeutig nachvollziehen, dass diese Ware ausschließlich in Österreich erzeugt, produziert und auch zur Verfügung gestellt wird. (Abg. Pirklhuber: Beim Frischfleisch!)
Aber wenn ich mir die eine oder andere Debatte hier anhöre, dann habe ich schön langsam das Gefühl, dass man die Produktion auch in diesem Bereich beinahe unmöglich macht. Was erleben wir denn? Die Bestandsgrößen zeigen, dass es in Österreich Miniaturbetriebe im Vergleich zu jenen in Deutschland und anderen europäischen Ländern gibt. Die Tierschutzbestimmungen sind in Österreich deutlich schärfer als in vielen derartigen Ländern. (Abg. Pirklhuber: Besser! – Ruf bei der ÖVP: Schärfer!) – Sie sind bei uns deutlich schärfer oder besser als in vielen anderen Ländern. Das heißt aber, dass es eine Wettbewerbsverzerrung gibt, Herr Kollege Pirklhuber, eindeutig!
Futtermittel? – Davon kann der Kollege Steinbichler ein Lied singen! Die Milchbauern müssen gentechnikfreies Soja verfüttern. Preislich wird das nicht abgegolten, aber er zahlt mehr für dieses Futtermittel und für diese Produktionsmittel. Wenn heute – und die Marktbeobachtung kann man sich ansehen – in einer Woche in Deutschland oder sonst wo die Preise um 9 Cent, 10 Cent oder um 5 Cent herunterfahren, ist spätestens eine Woche später in Österreich der Preis genauso herunten. Das ist ein kommunizierendes Gefäß.
Wir sind daher von diesem Markt in Europa abhängig, und wenn man meint, man kann in Österreich durch Tierschutz, Bestandsgrößen oder Futtermittel die Produktionskosten immer weiter verteuern, dann wird es keine österreichische Produktion mehr geben – Punkt, aus, fertig ist die Sache –, und dann werden wir uns fragen, von wo wir dieses Fleisch und diese Lebensmittel beziehen werden. Wenn man das haben will? – Daher ist es notwendig, auf europäischer Ebene dafür Sorge zu tragen, dass gleiche Bedingungen gegeben sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Meine Damen und Herren, wenn ich mir dann manches Mal auch noch die Kampagne der Arbeiterkammer anhören muss, dass in Österreich die Lebensmittel zu teuer sind, und man medial wochenlang hier die Trommel rührt (Ruf bei der ÖVP: Frechheit!) und uns dann der Handel erklärt, er kann nicht mehr, weil er dieser Kampagne ausgesetzt ist, dann frage ich mich, ob es auch Sinn der Sache ist, wenn dann dieser Handel gleichzeitig Werbekampagnen, Lockaktionen macht mit billigem Fleisch. Der Preisdruck geht dann natürlich wiederum in Richtung Produzenten, in Richtung kleinere bäuerliche Struktur zurück. Wir wollen eine Landwirtschaft haben, die lieb und nett ist, der Landwirt hat aber keine Chance mehr, hier im Wettbewerb bestehen zu können. Das sollte man bei diesen Dingen auch beachten. (Beifall bei der ÖVP.)
Herr Bundesminister, ich habe es bereits ausgeführt: Dank Ihrer Initiative ist es möglich gewesen, dass im kommenden Jahr die deutliche Kennzeichnung eingeführt wird. Über eines wundere ich mich aber, nämlich dass Sie in Ihrer Beantwortung bekannt geben, auf die Statistik Austria hätten Sie keinen Zugriff. Soweit ich mich erinnere, untersteht diese dem Bundeskanzleramt, und soweit ich mich erinnere, dürften hier doch keine unüberwindlichen Barrieren bestehen. Es müsste doch möglich sein, uns auch aus dem Bundeskanzleramt diese Daten zur Verfügung zu stellen, ohne dass man sozusagen Gebühren zu entrichten hat, um das abfragen zu können. Es wäre im Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten wichtig, dass man in der Anfragebeantwortung vielleicht ein bisschen deutlicher auf diese Dinge eingeht.
Herr Kollege Jannach, Sie haben dem Herrn Bundesminister vorgehalten, dass es einen Tippfehler bei der Statistik Austria gegeben hätte. – Tatsache ist, dass es, was die Bouvetinsel betrifft – das ist ausgeführt in der Beantwortung des Herrn Bundes-
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