Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll36. Sitzung / Seite 192

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Wenn man die Lehrlingsausbildung qualitativ bewertet, dann ist das auch eine solide Basis für die weitere Lebensentwicklung. In den durchschnittlich besten Einkommens­gegebenheiten sind jene, die eine Lehrlingsabschlussprüfung und dann eine weitere Entwicklung in den Betrieben gemacht haben, im Unterschied zu denen, die keine Ausbildung gemacht und nichts abgeschlossen haben.

Auch was das Unternehmertum anbelangt, sind rund ein Drittel der Unternehmer Personen, die einen Lehrabschluss als höchste abgeschlossene Ausbildung gemacht haben. Das ist auch die größte Gruppe, was den Zugang für die Selbständigkeit anbelangt, Leute mit dualer Ausbildung. Auch was die Qualität im internationalen Wett­bewerb anbelangt, haben wir bei Berufsweltmeisterschaften wie etwa bei den WorldSkills 2013 in Leipzig am besten und bei anderen Bewerben sehr, sehr gut abgeschnitten.

Das heißt – und da darf ich daran anknüpfen, was auch die Frau Kollegin Dietrich angesprochen hat –, unser Beispiel der dualen Ausbildung ist ein Vorzeigemodell. Wir haben Griechenland beraten. Wir wollen in Griechenland ein ähnliches System eta­blieren. Ich war gerade in Estland und Lettland – nicht wirklich große Länder, aber die bauen auch gerade das System um und haben uns im Detail gefragt, wie denn unser System aufgebaut ist.

Das sind die Basics einer wirklich guten Wirtschaftsentwicklung. Darum, Herr Kollege Höbart, verstehe ich nicht, dass Sie das als Beispiel einer verfehlten Wirtschaftspolitik darstellen. Es ist genau das Gegenteil, es ist ein Musterbeispiel für eine erfolgreiche Wirtschafts- und auch Ausbildungspolitik.

Wir sehen es auch daran, dass wir hinter Deutschland die beste Quote haben, was die Jugendarbeitslosigkeit anbelangt. Denn die Jugendarbeitslosigkeit müssen Sie ja bei der Lehrlingsausbildung differenziert ansehen. Das geht ja dann auch in den Bereich der über Neunzehnjährigen hinein und wird in der Form auch bis 25 Jahre bewertet.

Kollege Themessl: Mit wem soll ich mich denn sonst vergleichen, als mit den anderen Mitgliedsländern im Bereich der EU? Ich habe auch keine Probleme, mich mit der Schweiz zu vergleichen. Bei der Schweiz kommst du eigentlich auch immer nur mit diesem Beispiel. Bei anderen Dingen habe ich immer Probleme mit der Schweiz. Gerade was bestimmte Leistungen der Kantone anbelangt, was das Hinüberarbeiten über die Grenze anbelangt, sind sie ja nicht immer Vorbild. Aber sei es darum: Man kann ja die guten Beispiele kapieren und muss die schlechten nicht kopieren.

In diesem Zusammenhang sehe ich auch die Problematik mit den sinkenden Zahlen. Es ist ja logisch: Wenn ich bei einem Altersjahrgang von 15 Jahren innerhalb von einigen Jahren 10 000 junge Leute weniger habe, dann habe ich bei einer 40 Prozent-Quote jedes Jahr schon 4 000 weniger. Daher ist der Rückgang natürlich allein aus der demografischen Entwicklung erklärbar.

Jetzt würde ich in der Relation schlechter abschneiden, wenn ich dann im Wettbewerb mit der Schule an der Quote verliere. Nachdem aber der Wettbewerb härter ist und man die Quote hält, hat in diesem Zusammenhang die Ausbildung auch nicht verloren, sondern hält sich sehr, sehr gut. Man muss auch dazusagen, wenn sich die Ausbildung in diesem Gesamtzusammenhang sehr gut hält, sehe ich den kritischen Punkt nicht daran, was die überbetriebliche Ausbildung anbelangt, denn die hat das System erst richtig abgesichert. – Und Kommissar László Andor hat Österreich wie auch andere ausdrücklich für diese Systematik gelobt. – Man hat halt dann nicht im Wunschberuf die Ausbildung, hat aber eine Ausbildung.

Auf der anderen Seite haben wir auch eine Systematik eingeführt. Wir wissen, dass die überbetriebliche Ausbildung teurer ist, dass die Betriebe eine Förderung kriegen, wenn


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