Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll36. Sitzung / Seite 193

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die Lehrlinge dann wieder bei anderen Betrieben in die Praxis der dualen Ausbildung übernommen werden: 1 000 € pro Lehrling für Unternehmen, die Jugendliche aus einer überbetrieblichen Maßnahme übernehmen.

Allen, die so salbungsvoll sagen, das System funktioniert gut, aber man muss endlich einmal anfangen, es zu reformieren, darf ich einmal sagen: Das haben wir auch begriffen. Der Feind des Guten ist das Bessere, und an dem arbeiten wir konsequent. (Abg. Gartelgruber: Wie bitte!?) – Der Feind des Guten ist das Bessere. Haben Sie irgendein Problem damit? (Abg. Gartelgruber: Ich habe Sie akustisch nicht ver­standen!) – Ich habe geglaubt, Sie haben sich da jetzt an mich gewendet. Das ist ja kein Problem – Daher glaube ich, dass wir in diesem Zusammenhang jetzt schon Maßnahmen in der Umsetzung haben, die teilweise genau das treffen, was der Kollege Themessl angesprochen hat.

Ich habe auch kein Problem damit, wenn die Drop-out-Quote – die zwar besser ist als bei allen anderen Schulausbildungen – relativ verbessert werden kann. Dafür brauchen wir eben noch bessere Ausbildner, brauchen wir auch Maßnahmen, um die Qualität der Vorbereitung zu erhöhen – an dem arbeiten wir beispielsweise mit dem Coaching­system. So fahren wir zum Beispiel gerade die Themen Migrationshintergrund oder Mädchen in untypischen Berufen als Schwerpunkte beim Coachingprogramm. Und wenn es dort bei der Integration Probleme gibt, dann werden wir genau diese Prob­leme auch gezielt lösen.

Wir haben auch die gesamte betriebliche Lehrstellenförderung in Evaluierung, also auch dort wird systematisch geschaut: Wo hat man Fehlentwicklungen, wo steigern wir uns? Ich habe auch überhaupt kein Problem, dem Ganzen mit einer Enquete in Kooperation mit dem Sozialminister zu begegnen.

Aber, Herr Kollege Themessl, jetzt noch einmal zum Blum-Bonus: Der Blum-Bonus wurde zu einer Zeit eingerichtet, in der wir so viele junge Leute „am Markt“ – unter Anführungszeichen – gehabt haben, die nicht untergebracht werden konnten, dass denjenigen, die entsprechend zusätzliche Lehrlinge aufgenommen haben, eine Prämie angeboten worden ist. Das hat all jene verärgert, die bisher schon ausgebildet haben, einige aber begeistert, und hat dann zur Steuerung geführt, dass man Lehrlinge deswegen nicht aufgenommen hat, um dann die Prämie entsprechend kassieren zu können.

Nur, entscheiden Sie dann, wenn ich sage, das war in einer Zeit, in der ich zu viele Lehrlinge gehabt habe – weitaus zu viele, vor allem in den einzelnen Regionen –, und jetzt in einer Zeit, in der ich im Wettbewerb mit der Schule diese eigentlich alle suche, ob da wirklich der Blum-Bonus die gescheiteste Maßnahme ist.

Ich weiß nicht, ob Sie nicht einmal das Modell überdenken sollten und ob sich hinter dem Wort „neu“ – Sie sagen Blum-Bonus neu – nicht genau das versteckt, was wir sagen.

Natürlich müssen wir die Lehrstellenförderung auch evaluieren. Und da haben wir ein qualitatives System eingerichtet, nämlich das neue Qualitätsmanagementsystem. Dieses enthält einige Punkte, die natürlich die Attraktivität steigern werden, zum Beispiel Vorschläge, die den nationalen Qualifikationsrahmen betreffen, wo die Lehr­lings­ausbildung im Vergleich mit anderen Berufen eingeordnet wird. Im Zuge der Höher­qualifizierung wird die Lehrlingsausbildung in der achtstufigen nationalen Quali­fikationsrahmenumsetzung auf Stufe 4, Lehre mit Matura auf Stufe 5, Meisterprüfung auf Stufe 6 gesetzt. Das würde dem Bachelor im Rahmen der Bologna-Struktur entsprechen.

 


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