krakeelen, die Sachargumente gehen Ihnen aus. Das ist ein bisschen ein Jammer, denn wir kommen da auf keine objektive Ebene. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Wenn Sie sagen, dass einheitliche Gesundheitssysteme schlecht sind, dann kennen Sie sich nicht aus in Europa. Es gibt sehr gut funktionierende Systeme in Skandinavien, Dänemark zum Beispiel, die haben die beste Patientenzufriedenheit, den besten Outcome. Da kann man sich sehr viel abschauen, wenn man interessiert daran ist. Wenn man natürlich in der österreichischen Suppe weiter herumlöffeln will auf alle Zeiten, na bitte, dann sagt man, alles andere ist schlecht und macht auch die Leute schlecht, die ins Gesundheitswesen moderne Ansätze hereinbringen wollen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zum Thema Ärzte: Ich bin schon der Meinung – und das nicht nur, weil ich aus dem Berufsstand Arzt stamme –, dass Ärzte die größte Verantwortung im Gesundheitswesen tragen und daher eine leitende Position in jeder Gesundheitseinrichtung haben sollen und müssen. Das wollen bitte auch die Patienten. Die wollen nicht irgendwelche Gesundheitsmanager oder sonst angelernte Medizinhilfskräfte, die ihnen erklären, wie sie in Zukunft ihre medizinische Versorgung handhaben sollen, sondern die wollen gelernte und verständnisvolle, gut ausgebildete Ärzte.
Daher halte ich es auch für sehr sinnvoll, dass Ärzte Ärztezentren bilden können, dass Ärzte – entgegen dem jetzigen, relativ illiberalen Zustand, wo Ärzte nicht Ärzte anstellen können – eines Tages Ärzte anstellen können, da ich glaube, dass dann eine bessere und professionellere Medizin für die Bürger Österreichs möglich sein wird. In allen anderen Ländern funktioniert das, und bei uns, bitte schön, darf das nicht sein.
Noch einmal rekurrierend auf deine Ausführungen, Erwin Rasinger: Danke für das Lob meiner Intelligenz; das gebe ich gerne zurück.
Wir haben ja bitte schon ein österreichweites Gesundheitswesen: die BVA, Beamtenversicherung. Ich habe es unlängst schon einmal erwähnt. Wir alle, die wir hier sitzen, sind in der BVA versichert. Das ist österreichweit eine einheitliche Gesundheitsversicherung, die sehr gut funktioniert, wir alle sind sehr zufrieden. Warum, bitte schön, kann man das nicht auf alle anderen Österreicher umlegen? – Diese Argumente habe ich bis heute noch nicht gehört, und die fehlen mir einfach in der Gesamtdebatte, sowohl lokal als auch gesamteuropäisch.
Wenn wir das Gesundheitssystem harmonisieren wollen, dann wollen wir das nicht überfallsartig morgen einführen, sondern durchaus in einem mehrschrittigen Verfahren, wie es auch Wirtschaftskammerpräsident Leitl – ich weiß, mit dem haben wir immer wieder auch Diskurse hinsichtlich der Kammersituationen, Ärztekammer, Wirtschaftskammer et cetera, aber Präsident Leitl ist einer, der nachdenkt und sich die Sachen gut überlegt, die er sagt – vorgeschlagen hat, nämlich dass man in einer mehrschrittigen Prozedur die österreichischen Gesundheitssysteme, Krankenversicherungssysteme zusammenlegen und zusammenführen kann. (Beifall des Abg. Hagen. – Abg. Matznetter: Hauptsache nicht die SVA!)
Ich glaube, dass Österreich da auf einem guten Weg ist, denn wir haben jetzt ein Zig-Kassensystem, wo die Leute, die Bürger nicht gleich behandelt werden. Wir wissen, dass der BVA-Versicherte, wie wir alle, beim Arzt lieber gesehen ist als der Gebietskrankenkassenpatient und dass wir versteckte Selbstbehalte haben bei Ihrer hochgelobten Gebietskasse. Davon sagt Herr Spindelberger nichts, dass die versteckten Selbstbehalte bei der Gebietskrankenkasse höher sind als bei der BVA. Davon sagt er nie etwas. Er redet lieber vom Maserati – finde ich nicht gut, Herr Kollege, bei allem Respekt. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Loacker. – Abg. Matznetter: nichts mit Maserati zu tun!)
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