Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll41. Sitzung / Seite 229

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Wir alle kennen das Sprichwort: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! – Die Zahlen sprechen für sich, also das ist ein Schönen von Zahlen. Das möchte ich etwas kritisieren, und vielleicht könnte man das beim nächsten Bericht etwas an­ders machen. (Abg. Heinzl:  pünktlichste Bahn in ganz Europa!) – Darum sind wir die pünktlichste Bahn, weil wir die Züge, die gar nicht fahren, einfach streichen. Da müssten wir die volle Zeit rechnen. Das ist der eine Punkt. (Beifall beim Team Stro­nach. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Heinzl.)

Ich möchte auch als braver Schnellbahnfahrer und jemand, der ab und zu mit dem Zug fährt, auf ein paar Kleinigkeiten eingehen. Bei Stoßzeiten fällt mir auf, dass vielleicht von der Bahn zu wenig darauf eingegangen wird. Wenn ich mit dem Zug von Vorarl­berg nach Wien fahre, nehme ich gerne den Railjet am Sonntag am späten Nachmit­tag. Und der Zug ist, wenn man in der zweiten Klasse fährt – in der ersten geht es noch halbwegs, da kriegen Sie noch einen Platz –, überfüllt. Da sitzen dann die Soldaten vom Bundesheer, die nach Salzburg fahren, im Gepäckfach, weil sie keinen Sitz mehr bekommen. Das ist natürlich keine optimale Sache, und man müsste überlegen, ob man den Zug vielleicht verlängern könnte, indem man eine Garnitur mehr anhängt. Das ist eine logistische Geschichte.

Der zweite Punkt: Wenn ich nicht mit dem Zug nach Wien fahre, dann fliege ich ab und zu einmal, und ab und zu fahre ich auch mit dem Auto. Und wenn ich dann herfliege, dann fahre ich natürlich am Freitagnachmittag mit der Schnellbahn von Wien nach Schwe­chat. Da fällt mir immer wieder auf, da gibt es zwei Züge, die aufeinander geschaltet sind. Der eine bleibt nicht bei jeder Station stehen, sondern nur bei gewissen Statio­nen, das heißt, er kommt schneller voran Richtung Schwechat beziehungsweise Rich­tung Wolfsthal. (Zwischenruf des Abg. Cap.)

Dieser Zug ist immer extrem überfüllt, und der wird meistens als Kurzzug geführt, so­dass er noch überfüllter ist. Da stehen sich die Leute gegenseitig auf den Zehen, und ich möchte nicht wissen, was passiert – ich habe mir das schon oft gedacht –, wenn es da wirklich zu einem Problem kommt, wenn es zu einer Notbremsung kommt oder zu sonst etwas, dann haben wir gleich einen Haufen Verletzte, denn da drängen sich die Leute hinein. (Zwischenruf bei der ÖVP.)

Jetzt kann man scherzhaft sagen, es kann nichts passieren, da kann eh keiner um­fallen, weil die Leute so eng beisammen stehen. Aber ich glaube, das ist die falsche Taktik, und es ist mir aufgefallen, dass es bis jetzt nicht passiert ist, dass diese Zuggar­nituren einmal vergrößert worden sind. Da wird noch immer mit dem Kurzzug gefahren. Das ist keine gescheite Sache. (Abg. Pendl: Sag einfach, es ist alles bestens!)

Die Schüler haben aus, die Pendler haben aus, die Leute wollen zum Flughafen. Das Management müsste darauf reagieren; das ist ein Manko, das ich jetzt einmal anspre­chen möchte.

Dann gibt es noch etwas, was mich als Vorarlberger vom Zugfahren etwas abhält. Der Kollege Walser hat es im Ausschuss auch schon angesprochen: Es ist die Dauer der Fahrt. Wenn ich von Bregenz nach Wien mit dem Railjet fahre, dann dauert das im Normalfall 6 Stunden 50 Minuten, wenn er nicht Verspätung hat. Das kommt aber öfter vor, dann sind wir bei über 7 Stunden. (Zwischenruf des Abg. Cap.)

Das Problem ist, die Strecke zwischen Salzburg und Wien fährt man in zweieinhalb Stunden, und im Rest Österreichs – auch Vorarlberg gehört zu Österreich, wie auch Ti­rol – wird zu wenig investiert, Herr Minister. Dort müssten Sie die Bahn ausbauen, dass dort wirklich ein konkurrenzfähiges Verkehrsangebot da ist. Denn wenn ich mit dem Pkw zwischen fünfeinhalb und sechs Stunden, je nach Verkehrssituation, von Vorarl­berg nach Wien brauche und mit dem Zug eine Stunde länger, dann läuft irgendetwas falsch. Herr Minister, da haben Sie noch einige Aufgaben zu meistern. Das möchte ich Ihnen mitgeben. (Zwischenruf bei der SPÖ.)

 


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