heitssystems, weil ich das als einzige Möglichkeit sehe, dass man langfristig wirklich einen gerechten, fairen Zugang für alle Österreicher und Österreicherinnen haben kann. (Beifall beim Team Stronach.)
Dieses vielfältige Kassensystem, das wir jetzt haben, resultiert aus der Bismarck’schen Zeit, wie wir wissen, um 1870 eingeführt. Damals waren ganz andere demographische Voraussetzungen gegeben, das kann man mit heute nicht vergleichen. So toll diese Systeme waren und noch immer sind, so schlecht werden sie in einiger Zeit werden. Das heißt, wir müssen uns mit den wirklich zentralen Fragen der Strukturierung, der Umstrukturierung und der Evolution des Systems auseinandersetzen. Das wird uns nicht erspart bleiben, das wird eine der Hauptaufgaben der Frau Minister in den nächsten Jahren sein.
Angesprochen wurde heute auch die Qualität und die Patientenzufriedenheit im Gesundheitssystem, die ja gut ist. Auch die Qualität ist gut, uns fehlen nur die Messindikatoren und die vergleichbaren Werte, die wir aus dem System herausfiltern könnten und die auch schon einmal wirklich in sehr beachtenswerter Weise vom Gesundheitsministerium durchgeführt wurden. Im Jahr 2011 wurden über 50 österreichische Krankenanstalten miteinander verglichen; eine sowohl in der Methodik als auch im Ergebnis sehr valide und gut gemachte Studie, die von der GÖG im Auftrag des damaligen Gesundheitsministers vorangetrieben wurde. Was allerdings mit dieser Studie passiert ist, ist ein typisch österreichisches Schicksal: Sie wurde schubladisiert und liegt seitdem in irgendeiner Lade im Gesundheitsministerium.
Es stecken Tausende Datensätze mit Tausenden Informationen über mehr als 50 österreichische Spitäler in dieser Studie. Ich ersuche die Frau Minister, diese Daten endlich frei zugänglich zu machen. Die Studie wurde im Jahr 2011 vom damaligen Minister Stöger ganz kurz im Hochsommer präsentiert und dann wieder ad acta gelegt. Die Gründe dafür, dass das so ist? – Ich überlasse Ihnen die Interpretation, ich vermute, weil die öffentlichen Krankenhäuser nicht so toll abgeschnitten haben. Aber es steckt ein Potenzial von Wissen darin, von Input, von wirklich vielen Daten, aus denen man herauslesen kann, wo einer der Hunde im Gesundheitssystem begraben ist. Daher noch einmal meine Bitte an die Frau Minister: Gib die Daten frei! Ich glaube, das wird uns allen sehr helfen.
Ein weiterer Punkt, der angesprochen wurde, war das t-web, diese telefonische Hotline, wo sich die Patienten informieren können, wenn sie ein Wehwehchen oder vielleicht auch etwas Ärgeres haben, man weiß ja nicht, was man hat, wenn einem irgendwo im Körper etwas wehtut. Ich halte es für überflüssig und für einen „Pflanz“, denn wenn der Patient online geht, dann schaut er sowieso bei „Dr. Google“ nach, das ist wesentlich günstiger, aussagekräftiger und man erhält mehr Informationen.
Ich halte es für keine gute Entwicklung, wenn man das jetzt seitens der Sozialversicherungsträger anpreist, dass das so toll sei und uns so sehr helfen werde, eine effizientere Medizin zu betreiben. – Ich glaube das nicht, ich glaube, das Gegenteil wird der Fall sein, denn es wird zu Verzögerungen, zu Irritationen und zu einem erst recht vermehrten Zustrom zu den ohnehin überfüllten Ambulanzen kommen. (Beifall beim Team Stronach.)
Stichwort ELGA. – Aus meiner Sicht ein Crashprojekt, das sehr viele Hürden nicht nehmen wird und schon sehr viele Hürden nicht genommen hat. Man braucht nur nach England zu schauen. Die Engländer haben ein sehr ähnliches Projekt mittlerweile ad acta gelegt – es hat über 1 Milliarde Pfund, nahezu 1,5 Milliarden € gekostet – und das Ganze neu gestartet.
Aus meiner Sicht wäre es klüger gewesen, noch abzuwarten, denn weitere Entwicklungen in der Informationstechnologie, gerade im Gesundheitswesen, sind im Gange; da
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