gebrachte Dringliche Anfrage eröffnet ja einige Möglichkeiten und gibt natürlich unserer neuen Ministerin die Gelegenheit, dass sie sich einmal vorstellt, um die Eckpunkte ihrer Gesundheitsreform darzulegen und natürlich auch über das wichtige Thema Gesundheit zu diskutieren. Ob dies in Form einer Dringlichen notwendig ist, sei dahingestellt.
Aber wir vertrauen natürlich auf Sie, Frau Bundesministerin. Sie sind eine Ärztin, eine Praktikerin, ein Profi, und es ist in diesem Fall natürlich ganz wichtig, dass wir Sie haben und auf Sie vertrauen können.
Aber im Gesundheitsbereich gibt es natürlich viele Baustellen, die angegangen gehören. Manches ist liegen geblieben. Das ist natürlich so. Aber wenn wir gerade an letzte Woche denken, da möchte ich Ihnen gratulieren, Frau Ministerin. Bezüglich Ebola haben Sie mit Ihrer Informationsoffensive und mit dem konkreten Vorsorgeplan die Feuertaufe, glaube ich, ganz gut bestanden. (Beifall bei der ÖVP.)
Ich möchte aber natürlich auch dem neuen Chef des Hauptverbandes, Peter McDonald, in seiner neuen Funktion alles Gute wünschen, der in seiner früheren Funktion als Chef der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft mit seinem Vorsorgemodell ein Zukunftsmodell geschaffen hat. Ich glaube, er wird auch seine Aufgabe als Hauptverbandschef sehr gut machen. (Zwischenruf des Abg. Katzian.)
Gratulieren möchte ich natürlich auch unserem Bundesminister Hans Jörg Schelling, der die Krankenkassensanierung auf Schiene gebracht hat. Ich glaube, das war eine große Aufgabe, und dafür gehört ihm Respekt gezollt.
Morgen werden wir im Hohen Haus eine Neugestaltung der Ärzteausbildung beschließen. Gemeinsam mit der Ärztekammer ist auch hier ein Meilenstein gelungen, denn das neue Ärztegesetz und das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz werden wesentliche Verbesserungen bringen und auch in Zukunft eine hohe Qualität der medizinischen Versorgung in Österreich garantieren. Leider sind hier die NEOS nicht dabei, was ich nicht ganz verstehen kann. Es geht den NEOS, wie ich meine, nicht um inhaltliche Verbesserungen, sondern um eine vage Kritik an den Übergangsfristen der Dienstzeiten der Ärzte.
Aber generell kann man sagen, und da, glaube ich, spreche ich für alle, dass wir mit dem Ärztegesetz einen ersten wichtige Schritt setzen, um den Ärztenachwuchs im niedergelassenen Bereich abzusichern. Denn bei mir schrillen die Alarmglocken. In vielen Gemeinden ist nämlich die Nachbesetzung von Hausärzten ein großes Problem. Diese Landarztstellen werden oft ausgeschrieben, sogar mehrfach ausgeschrieben und österreichweit ausgeschrieben, weil man keine Nachfolger mehr findet. Daher ist es umso wichtiger, dass wir ein praktikables Hausarztmodell entwickeln, das es für junge Medizinerinnen und Mediziner attraktiv macht, aufs Land zu ziehen.
Eine umfassende ärztliche Versorgung am Land hat auch sehr viel mit der Problematik, und da bin ich bei meinem Vorredner Töchterle, der Anzahl der Apotheken zu tun: die der Hausapotheken sinkt und die der Normalapotheken steigt. Das ist ein Widerspruch. Oft ist es natürlich auch so, dass gerade die Hausapotheken für die Ärzte ein Grund dafür sind, dass sie sich niederlassen. Wenn wir diese Frage nicht lösen können, dann ist das ein Problem. Es kann nicht sein, dass manche Ärzte aufgrund der Bestimmung, dass 6 Kilometer zur nächsten Apotheke einzuhalten sind, an den Ortsrand ziehen, wodurch es für die Menschen umso schwieriger wird, zu ihnen zu kommen.
Die ärztliche Versorgung am Land braucht vor allem praktikable Lösungen. Als Vorbild möchte ich hier das Pilotprojekt von Perg und Schärding erwähnen, das notärztliche Betreuung der Menschen in den Regionen rund um die Uhr gewährleistet. Der Notarzt ist gemeinsam mit einem Sanitäter 24 Stunden am Tag erreichbar und im Rahmen der Hausbesuche unterwegs. Damit sichern wir die ärztliche Versorgung vor allem auch in Nacht- und Wochenenddiensten, und die Bereitschaft ist gegeben.
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