Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll46. Sitzung / Seite 77

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vernetzen. Wir alle wissen, dass Menschen, die aus diesen Ländern nach Österreich kommen, Visa brauchen.

Wir wissen zum Beispiel, der Flughafen Wien hatte im letzten halben Jahr sechs Millionen Passagiere. 160 davon – das wissen wir aufgrund der Visa-Daten – kamen aus den betroffenen Ländern. Das heißt, es ist eine wirklich geringe Anzahl, die über Zweitflughäfen bei uns gelandet ist. Und wir wissen, dass wahrscheinlich sehr viele dieser Menschen, die bei uns gelandet sind, im Rahmen ihrer UNO-Tätigkeit – wir sind UNO-Sitz, und viele Menschen kommen auch im Rahmen der UNO zu uns – eingereist sind. Das heißt die Reisetätigkeiten, die wir hier zu erwarten haben, sind relativ gering.

Nichtsdestotrotz wäre es klug, möglichst viele Daten zu haben, etwa in der Frage, wo bin ich die nächsten drei Wochen erreichbar, einerseits wenn in dem Flugzeug wirklich ein Fall eintritt und es hätte einen Kontakt mit einem Patienten gegeben, andererseits wenn man zum Beispiel hinterfragen möchte, ist derjenige noch im Land, wie geht es ihm oder ist irgendetwas los. Die Europäische Kommission hat gesagt, sie wird versuchen, diesbezüglich eine Datenbank aufzubauen.

In Österreich haben wir eine Hotline eingerichtet, die von 7 Uhr bis 22 Uhr erreichbar ist. Diese Hotline ist schon seit Längerem eingerichtet. Wir haben zirka 200 bis 300 Anrufe in der Zeit ihrer Einrichtung, das ist fast ein Dreivierteljahr. Die meisten Anrufe beziehen sich auf die Frage der Reisetätigkeit, das heißt, kann ich in ein bestimmtes Gebiet fahren oder nicht, und nur sehr wenige auf die Frage von Ebola und von Ebolaerkrankung.

Ich habe eine sogenannte Task Force angeregt und werde diese in der nächsten Woche auch einberufen, weil ich glaube, dass es wichtig ist – wie es die meisten europäischen Länder tun und wie es die Europäische Union tut –, auf der höchsten politischen Ebene, nämlich auf der Ebene der betroffenen Ministerien – das werden das BMI, das BMEIA, das BMG und das BMVIT aufgrund der Reisetätigkeiten sein –, gemeinsam mit dem Flughafen und den Rettungsdiensten eine koordinierte Gruppe zu haben.

Wir werden versuchen auch einen Koordinator zu finden, damit wir die Maßnahmen koordinieren. Bei diesen Maßnahmen geht es auch darum: Wie komme ich zu den Betten, die ich für die Versorgung brauche?

In diesem Zusammenhang wurde gestern auch die Frage nach den Labors gestellt. Frau Kollegin Belakowitsch hat gesagt, wir haben kein Level-4-Labor. Das stimmt. Level-4-Labors sind für die Forschungszwecke mit Ebola vorgesehen, für die Diagnostik von Ebola aber nur Level 2, und wir haben mit dem AGES-Labor ein Level-3-Labor. Das heißt, da besteht kein Grund zur Sorge, da sind wir sogar einen Level höher als das, was vorgeschrieben ist. Wir haben derzeit zwei Betten, möglicherweise ein drittes Bett in Wien, und haben auch in den Bundesländern mit einer Koordinations­sitzung bereits festgestellt, dass es auch dort – in Tirol zum Beispiel – Möglichkeiten gibt, einerseits Verdachtsfälle, andererseits möglicherweise auch erkrankte Fälle aufzunehmen.

Gleichzeitig koordinieren wir auch, wie schon gesagt, nicht nur durch Information auf Plakaten, sondern auch in der Frage der Betten, Maßnahmen im Hinblick auf MERS. Auch da muss klar sein, dass der Transport des Patienten und all diese Dinge geklärt und geregelt sind.

Die Europäische Union versucht derzeit Flugzeuge bereitzustellen, weil die Patien­tinnen und Patienten, die bis jetzt mit Ebola in die Europäische Union gekommen sind, Helferinnen und Helfer waren, die sich dort infiziert haben und die zurückgeflogen wurden.

 


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