Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll49. Sitzung / Seite 26

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40 Milliarden € produziert, und pro Jahr werden in den Standort 2,4 Milliarden € inves­tiert. Wenn Sie das nicht wollen, dann müssen Sie das den Leuten auch klar sagen. Ich finde das sehr schade, und ich darf Ihnen das anhand eines Beispiels erklären.

Im Bereich der Zementindustrie ist Österreich Vorreiter. Zement ist ein allgemeines Gut, das kennt man, das braucht man. Wenn man jetzt aber nicht will, dass die österreichi­sche Zementindustrie um 15 Prozent weniger CO2-Emissionen bei der Produktion ver­ursacht als im EU-Durchschnitt, 20 Prozent weniger als im weltweiten Durchschnitt und sogar um 33 Prozent weniger als in den USA emittiert, dann müssen Sie das den Leu­ten sagen. (Abg. Brosz:  nach Texas verlegt!) Dann gehen wir gern hinaus in die Be­triebe, gemeinsam mit Kollegen von der SPÖ, mit Betriebsräten, und Sie sagen den Beschäftigten in der Gießereiindustrie, in der Zementindustrie, Zellstoffindustrie, Pa­pierindustrie, Keramik, Glas und anderen Grundlagenstoffen, dass Sie diese Betriebe in Österreich nicht wollen.

Und wenn der Kollege Kogler am Freitag in seiner Presseaussendung noch schreibt, er hält nichts von einer Reindustrialisierung, dann ist das eine gefährliche Drohung. (Abg. Kogler: Was? Wer fordert Reindustrialisierung?  keine Ahnung! – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Brosz.) Und ich sage: Seien wir doch froh, dass wir ei­ne Industrialisierungsquote von mehr als 20 Prozent haben. Wir liegen hier deutlich über dem EU-Durchschnitt, und Sie wissen auch, dass Staaten, die eine hohe Indus­triequote haben, die Krise in den Jahren 2008, 2009, 2010 – und leider hält sie teilwei­se noch an – besser überstanden haben als Staaten wie Portugal, Griechenland, auch Frankreich mit 12 Prozent.

Wir brauchen nicht weniger Industrie – wie Sie fordern: keine Reindustrialisierung –, sondern wir brauchen mehr als 20 Prozent, nicht nur in Österreich. (Abg. Kogler: Ja, eh! Aber welche?) – Lesen Sie Ihre Presseaussendung durch! Wir lassen uns auch nicht von Ihnen ausspielen, teilen in eine gute Industrie und eine weniger gute Indus­trie. (Abg. Kogler: Ich rede von Ihren Beratern, lesen Sie einmal sinnerfassend! Das ist ja unglaublich!)

Aber ich bin Ihnen dankbar, dass Sie dieses Thema der Leitbetriebsstrategie heute an­gesprochen haben, weil es mir die Möglichkeit gibt, dem Herrn Bundesminister Mitter­lehner zu danken, weil er offensiv an dieses Thema herangegangen ist und nicht so wie Sie die Augen verschließt vor dem, was in der Welt passiert. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.)

Schauen Sie in die USA, da findet eine massive Reindustrialisierungswelle statt, da gibt es ein sogenanntes Jobwunder. Natürlich ist nicht alles zu begrüßen, was dort passiert. Nur: Die Amerikaner fahren die massivere Reindustrialisierung, wie zum Bei­spiel auch die Briten. (Abg. Kogler: Die Briten haben überhaupt keine Industrie mehr gehabt!)

Wir brauchen mehr Industrie, und ich lobe mir diesen Prozess, wie er hier eingeleitet wurde, mit dieser Standortstrategie, in den mehr als 40 CEOs ihre Gedanken und Vor­schläge eingebracht haben, welche nun geprüft und möglichst auch umgesetzt werden. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Das ist ein Papier des Ministeriums, da ist das Logo drauf!) Auf diese Leitbetriebsstrategie darf ich auch hinweisen: Diese Leitbetriebe sind für die österreichische Volkswirtschaft unverzichtbar. (Abg. Kogler: Ja natürlich! Ja selbstver­ständlich!) Wir brauchen große, kleine, Einzelpersonenunternehmen, aber natürlich auch die Leitbetriebsstrategie, denn diese Leitbetriebe hängen in einer sogenannten Schick­salsgemeinschaft mit vielen, vielen hunderten KMU-Betrieben zusammen und gene­rieren durch ihr Dasein das Zwei- bis Dreifache an Wertschöpfung, Beschäftigung und Wohlstand.

Abschließend, sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen, darf ich eine Veran­staltung der Tiroler Landesregierung von Anfang Oktober in Erinnerung rufen, die unter


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