Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll49. Sitzung / Seite 55

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auch bei den kleinen Betrieben nicht. Diese müssen immer mehr arbeiten. Reden Sie einmal mit den Leuten draußen, die werden Ihnen sagen, sie haben irgendwie das Ge­fühl, es wird immer weniger, was übrig bleibt!

Wenn wir heute schon bei der Wahrheit sind, Herr Minister, dann sagen Sie, woran das liegt! Es liegt an der Inflation. Jetzt werden viele sagen, die Inflation ist wie eine Krank­heit, die fängt man sich ein. Da hat man keine große Freude, aber da kann man nichts machen, da muss man einfach durch. – Das stimmt schon, die Inflation ist eine Krank­heit, aber sie ist eine bewusst gemachte Krankheit. (Beifall beim Team Stronach.)

Die Inflation ist von unserem Geldsystem, das politisch gewollt und politisch unterstützt wird – warum, sage ich noch –, gemacht und wirkt wie eine Extrasteuer. Die Menschen wissen aber nicht, dass diese ihnen quasi aus der Geldtasche gezogen wird.

Ich kann es auch quantifizieren. Es sind bis zu 20 Milliarden € jedes Jahr. 20 Milliar­den € wandern jedes Jahr aus den Geldtaschen der Bürger, aber nicht zum Staat – dafür hätte ich noch Verständnis, der Staat ist nur Teilhaber dieses Umverteilungs­wahnsinns –, sie wandern in Wirklichkeit zu den Banken, die vom Staat die Legitima­tion bekommen haben, aus dem Nichts Geld zu schöpfen.

Genau dort wandert das Geld hin. Die Banken erzeugen durch die Geldschöpfung In­flation, die EZB unterstützt das mit den Maßnahmen, von denen wir gehört haben, und die Regierung freut sich, weil sie bei diesem Betrug zu einem kleinen Prozentsatz auch beteiligt ist.

Genau das ist der Punkt, warum heute immer wieder gesagt wird, die Inflation sei ja gut, sie sei für alle gut. Aber für wen ist das gut? Erklären Sie mir das einmal! Für wen ist die Inflation gut? Für die Bürger? Glauben Sie, dass ein Bürger ein Problem damit hätte, wenn einmal ausnahmsweise Obst und Gemüse billiger werden? – Man erzählt ja immer wieder, man soll fünf Mal am Tag Obst und Gemüse essen. Wenn das end­lich einmal billiger werden würde, dann könnte man vielleicht fünf Mal am Tag Obst und Gemüse essen. Aber es wird nicht billiger. (Beifall beim Team Stronach.)

Weiters sagen Sie immer, die Deflation sei böse, denn die Deflation erzeuge billige Waren. Wo ist das Problem? – Ich kann es Ihnen sagen: Die Einzigen, die keine Freu­de damit haben, ist der Staat, weil er sich dann schwerer tut, seine Schulden zurückzu­zahlen, und sind natürlich die Banken, die dann nicht auf Teufel komm raus Inflation schüren und die Gewinne in die eigenen Taschen stecken können. Das ist der Hinter­grund. Deshalb kommen alle immer daher und sagen: Um Gottes Willen, die Deflation!

Die Deflation ist, wenn man sie im Griff hat, nicht schlecht, denn dann wird es endlich einmal billiger. Viele sagen: Die Wirtschaft, die arme Wirtschaft! – Ich nenne Ihnen jetzt ein Bespiel, woran man sieht, dass das Schwachsinn ist. In ungefähr drei Wochen kommt das neue Handy von Samsung heraus, das Galaxy Note 4. Es wird ungefähr 700 € kosten. (Abg. Lichtenecker: Ist das eine versteckte Werbung?) In einem Jahr wird es 350 € kosten – ich bin kein Hellseher –, das heißt, die Hälfte, also Deflation. Rechnen Sie einmal aus, was das für eine Deflation ist, um wie viel dann die Waren bil­liger werden! Wissen Sie, wann Samsung am meisten verkauft? – Wenn das Gerät herauskommt – und nicht nach einem Jahr! Erklären Sie mir einmal, warum jemand mit seinen Investitionen warten soll, weil es eine ein-, zweiprozentige Deflation gibt! – Das ist Schwachsinn, niemand wird warten!

Das Einzige, was passieren wird, ist, dass die Bürger diese 20 Milliarden € und noch mehr wirklich in der Geldtasche haben, der Staat sich endlich etwas überlegen muss mit seinen Schulden und die EZB nicht mehr die Banken finanzieren kann. Genau das ist es ja: Da werden Banken finanziert, da wird nichts gerettet. Da werden Banken fi­nanziert, indem den Banken ermöglicht wird, weiter Kredite zu vergeben, weiter Geld­mengen zu schöpfen, weiter Inflation zu produzieren und weiter Gewinne in die Tasche


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