Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll49. Sitzung / Seite 91

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Wir nehmen hier zwei Punkte heraus. Das Erste ist der Milchmarkt, der jetzt total im Umbruch ist. Die Landwirte wissen es: Die Milchquote läuft aus, sehr zu unserem Miss­fallen, der Preisverfall ist bereits jetzt spürbar! Leider haben wir zur Kenntnis genom­men, dass es keinerlei Entschädigung für die gekauften Milchquoten für die Landwirte gibt.

Hier haben wir schon mehrfach Anträge eingebracht. Leider wurden diese nicht be­rücksichtigt, sehr zu unserem Missfallen. Da gibt es ein Missverhältnis zwischen den Milchbauern und den Rübenbauern: Hier wird die Quote verlängert mit der Begrün­dung, dass der Preis gehalten wird; bei der Milchquote wird er abgeschafft. Das ist ei-
ne massive Schädigung der heimischen Milchbauern! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Steinbichler.)

Einen zweiten Punkt nehme ich noch aus diesem Grünen Bericht heraus, nämlich den Agrardiesel, weil er diesmal ausführlich behandelt wird. Die Landwirte haben hier 50 Millionen € an direktem Einkommen verloren. Die Bundesregierung – und das hat nichts mit der europäischen Agrarpolitik zu tun – hat diese Agrardiesel-, diese Mineral­ölsteuerrückvergütung gestrichen. Hier geht es um 50 Millionen €.

Wir haben die Wiedereinführung der Rückvergütung der Steuer auf Agrardiesel ver­langt, aber nicht, damit die Landwirte wieder mehr Förderungen erhalten, sondern hier geht es um Wettbewerbsgerechtigkeit, denn in sieben anderen europäischen Ländern gibt es keine Mineralölsteuer auf Diesel für Landwirte. Hier fordern wir eine Rückvergü­tung, so wie wir sie im Vorfeld gehabt haben, einfach um die Wettbewerbsgleichheit zwischen österreichischen Landwirten und anderen europäischen Landwirten herzu­stellen. Auch das wurde leider abgelehnt. (Beifall bei der FPÖ.)

Der Grüne Bericht behandelt, wie gesagt, das Jahr 2013. Jetzt ist aber gerade das Um­bruchsjahr, jetzt beginnt die neue Förderperiode, und hier müssen wir, Herr Minister, auch einige Punkte diskutieren. Wir haben hier – darauf möchte ich besonders eingehen – eine Flächendigitalisierung. Sie müssten ja aus der Vergangenheit gelernt haben, wie es bei den Almen war. Wo wir dieses ganz große Almchaos produziert ha­ben, wo niemand hat feststellen können, wie groß die tatsächlichen Flächen sind, wo es unterschiedlichste Ergebnisse gegeben hat, wo Bauern mit vielen Rückforderungen konfrontiert worden sind, läuft jetzt im Hintergrund ein Programm, das die Einzelbäume und Einzelsträucher digitalisiert.

Wir haben, grob geschätzt, vier Millionen Einzelbäume und -sträucher, -büsche und -he­cken digitalisiert, ohne dass die Landwirte etwas davon wissen. Wir glauben, dass wir mit dieser Maßnahme, mit dieser Einzelbaum- und -strauch-Digitalisierung, wieder das produzieren, was wir bei den Almen in den letzten Jahren produziert haben. Hier for­dern wir Sie auf, tätig zu werden, das einzuschränken und vor allem Klarheit für die Bauern zu schaffen, denn bis jetzt weiß noch niemand, wie sich das auswirken wird, ob dann diese Einzelbäume und -sträucher als Landschaftselemente entfernt werden dür­fen und mit welchen Sanktionen zu rechnen ist. Wie gesagt, hier brauchen die Land­wirte dringend Aufklärung! Darum ersuche ich Sie auch heute, die Landwirte endlich darüber aufzuklären. (Beifall bei der FPÖ.)

Vielleicht noch kurz zu den Russland-Sanktionen: Auch hier hat es Entschädigungsver­sprechen an die Landwirte gegeben. Es steht dann groß in der Zeitung: So und so vie­le Millionen erhalten die Landwirte aus einem europäischen Fonds und vielleicht auch national.

In Wirklichkeit ist es aber so, dass die Landwirte direkt gar nichts erhalten! Sie erhalten keinen einzigen Euro. Sie machen Marketingmaßnahmen, von denen wir noch nicht wissen, ob sie erfolgreich sein werden. Aber wir stellen uns das so vor – wobei wir Freiheitliche grundsätzlich feststellen, dass wir die Russland-Sanktionen ablehnen –,


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