Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll49. Sitzung / Seite 104

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Bezug nimmt: „Das Einkommen pro Arbeitskraft ist ebenfalls um 6% gesunken und lag mit 20.236 Euro rund 20% unter dem österreichischen Einkommensdurchschnitt.“

Ja, das stimmt und das ist bedauerlich. Aber wohin führt das, wenn wir nicht gleichzei­tig eine Verschränkung zwischen Tourismus und Landwirtschaft zustande bringen? Zum Beispiel sind in meiner Heimatgemeinde Goldegg von 119 Bauern 117 Nebener­werbsbauern. – Ist das nicht besorgniserregend? Ist das nicht auch eine falsche Ent­wicklung, wenn wir nicht vor allem in den westlichen Bundesländern eine bessere Ver­schränkung der landwirtschaftlichen Produktion mit dem Tourismus anstreben? – Hier sollte auch eine Mentalitätsreform stattfinden. Hier sollte ein Mentalitätswandel in der landwirtschaftlichen Vertretung auch seitens der ÖVP stattfinden.

Auch Folgendes liegt mir noch am Herzen: Was wir auch in den letzten Tagen und in den Ausschüssen immer wieder besprochen haben, war der Export und die Eigenpro­duktion. Wenn wir 107 Prozent Schweinefleisch produzieren und dann trotzdem noch importieren, dann fehlt es entweder an Transparenz oder es fehlt an anderen Gesichts­punkten, was eine ordentliche Politik betrifft.

In diesem Zusammenhang darf ich auch noch einmal auf den Wegfall des Milchkon­tingents kommen. (Zwischenruf des Abg. Eßl.– Ich vertue mich sicher nicht, da brau­chen Sie überhaupt keine Angst zu haben, aber ich will solche Diskussionen über die Katzenmilch nicht haben, weil das der falsche Ansatz ist. Glaubt mir das! Ihr gebt jetzt dem Handel die Schuld, dass die Kontingente wegfallen, und gleichzeitig müsst ihr euch darüber Gedanken machen.

Ihr habt auf das falsche Pferd beziehungsweise auf die falsche Kuh gesetzt. Ihr wolltet mit den Großen mitspielen und stattdessen habt ihr vergessen, die Fokussierung auf den Feinkostenladen Österreich zu setzen. Das betrifft auch die Bioproduktion und die kleine Strukturiertheit. Auch ihr habt völlig auf das falsche Pferd beziehungsweise auf die falsche Kuh gesetzt. (Beifall bei NEOS, Grünen und Team Stronach.)

Lassen Sie mich zum Schluss auch noch auf die forstliche Produktion zurückkommen! Im Jahre 2013 lag der Holzeinschlag bei 17,39 Millionen Festmeter, davon 18 Prozent Industrieholz, mehr als 50 Prozent Sägeholz und 30 Prozent Energieholz. Der Ein­schlag ist nicht mehr beliebig steigerbar und die Reserven sind eher noch bei kleinen Waldbesitzungen zu sehen. Wenn ich den Ausführungen des Fachverbands der Holz­industrie Glauben schenken darf – Sie, Herr Minister, kennen sicher den Zeitungsar­tikel im „WirtschaftsBlatt“ –, dann haben wir hier die Überkapazitäten in der Sägeindus­trie bereits als bekanntes Problem.

Was tun wir dagegen? (Abg. Eßl: Warum ist das ein Problem?) – Weil auch die Holz­industrie mit ihren über 10 000 Arbeitnehmern ein Problem hat. Man versucht, Papier­industrie und Holzindustrie gegeneinander auszuspielen. Das, denke ich, ist auch der falsche Weg.

Lassen Sie mich abschließend dazu kommen, dass meiner Ansicht hier die Transpa­renz fehlt. Wir bringen dazu auch einen Entschließungsantrag ein, was die AMA-Agrar­marktpolitik betrifft.

Im gleichen Zusammenhang noch einmal, Herr Minister, Sie können uns gerne kriti­sieren. Auf der anderen Seite freut uns, dass Sie alle zu Ihrer Exportoffensive einladen. Die ist auch löblich zu erwähnen, das muss man auch sagen, auch, was Sie mit Süd­korea beim Wegfall von Russland gemacht haben. Ich finde auch großartig – und das zeugt auch von Offenheit und Transparenz in dieser Hinsicht –, dass Sie auch alle aus dem Landwirtschaftsausschuss nach China mitnehmen wollen. Aber gleichzeitig muss ich Ihnen sagen: Wir können deshalb nicht zustimmen, weil es eben Daten sind, die vor unserer Zeit waren. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)

13.37

 


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