sive für die Landwirtschaft bedeutet, dann würde ich einmal fragen, ob deine Kollegen wie der Herr Minister Mitterlehner, der heute Vormittag hier gesessen ist, dich da nicht unterstützen können. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das ist nämlich genau die Fehlentscheidung. Zuerst brauchen wir ein Einkommen für die Bäuerinnen und Bauern, damit sie überhaupt leben können. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der Grünen.)
Es wurde über die Gemüsebauern gesprochen. Ich brauche nicht zu erwähnen: Wenn Kraut 7 Cent kostet, wenn Sellerie 20 Cent kostet, und dann noch bei Stückgrößen von unter 1 Kilogramm ein Abschlag gegeben wird, wenn Einlegegurken über 12 Zentimeter nicht vermarktbar sind, dann wissen wir, wie die Realität draußen ausschaut. Ich habe, als ich hier angefangen habe, gesagt: Reden wir übers Leben!
Das erinnert mich ein bisschen an den Vormittag. Wir können nicht alles schönreden. Die Situation auf den Bauernhöfen ist zurzeit dramatisch. Die Preise fallen. Wir haben Preise wie vor 40, 50 Jahren, aber Kosten, über die wir nicht zu diskutieren brauchen. Wenn 1994 der Diesel 6,45 Schilling oder 0,45 € gekostet hat und heute kostet er 1,25 €, wobei wir heute keine Agrardieselrückvergütung mehr haben, dann frage ich alle, die hier gesprochen haben: Wer übernimmt die Verantwortung dafür? Die Agrardieselrückvergütung wurde ja bekanntlich in diesem Haus abgeschafft, weil wir seitens der Landwirtschaft einen Beitrag zur Budgetsanierung leisten müssen. Ich weiß nicht, ob der Kollege Neugebauer auch einen Beitrag geleistet hat, aber das können Sie ja intern diskutieren. Das sind die Fakten.
Ich möchte noch ein Beispiel bringen: Es wird immer wieder davon gesprochen, dass der Konsument alles in der Hand hat, und davon, dass man regional einkaufen soll. Dabei drückt man sich da herum, wenn es um ein neues Gütezeichen geht, mit dem für österreichische Produkte geworben werden soll, mit der Botschaft: Schau, wo es herkommt! Wir brauchen – ich bringe dann einen Antrag ein – endlich einmal ein staatliches Gütezeichen, mit dem garantiert wird: Wo Österreich draufsteht, ist Österreich drin.
Die Fakten: Ich habe mich gewundert über den Kollegen Obernosterer, der über die Hotellerie und Gastronomie gesprochen hat. Da kommt noch ein eigener Antrag, morgen beim Tourismusbericht. Dass im Umkreis von 30 Kilometern investiert und gekauft wird, das ist mir klar, das ist die nächste Großmarktzentrale, egal, wen man da nennt. Aber wo die Produkte dann herkommen, glaube ich, sieht man ganz klar: Das sind die sogenannten heimischen Fische, zwischen Kabeljau und Pangasiusfilet. (Abg. Obernosterer: Die kommen aber vom Meer, nicht vom Bauern!) Und das ist das neueste Steak, frisch aus Argentinien, Herr Kollege, du kannst es kaufen. Wenn du willst, gebe ich dir gleich die Firmennummer, damit du es frisch geliefert bekommst, nämlich frisch aus Argentinien.
Das sind die neuen Verteilerzentren! Die größte Kühllogistik wird gerate in Sattledt am Voralpenkreuz eröffnet. Je mehr wir von „regional“ reden, desto weiter werden die Transportwege. Ich habe es mir ausdrucken lassen. (Der Redner zeigt eine Karte, die den Weg von Argentinien nach Europa darstellt.) Argentinien ist ja gleich ums Eck, 12 800 Kilometer – herrlich! Also mehr wird nirgendwo gelogen. Da ist die Hypo Alpe-Adria ein Lercherlschas gegen den Betrug, der da bei den Lebensmitteln abgeht. Auch das darf man in aller Deutlichkeit sagen! (Beifall beim Team Stronach.)
Ein kleines Beispiel. Schade, dass von den grünen Kolleginnen und Kollegen nicht mehr da sind. Ich hätte nämlich heute Mittag oder Vormittag gerne etwas zum Thema Müll gesagt. Ich habe da eine wunderbare neue Spezialität, Kollege Auer, ich habe Katzenkabanossi mitgenommen. (Der Redner hält eine Packung Katzensticks in die Höhe.) Herrlich und eine Riesenmenge drinnen: 18 Gramm.
Die Grünen reden ja immer wieder über das Plastiksackerl. Dabei müssen wir auch einmal schauen, wie viel Müll im Sackerl drinnen ist! Da brauche ich nämlich für ein Ki-
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