Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll49. Sitzung / Seite 123

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von reden wir nicht. Wohl aber sollte man über Folgendes reden: Wir müssen den Bauern endlich von der Leibeigenschaft befreien, aus dem ganzen Förderdschungel rausholen! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Steinbichler.)

Das sind Wirtschaftsbetriebe, und die wirtschaftliche Leistung der Bauern ist enorm. Denken wir zum Beispiel daran: Der Landmaschinenbereich setzt 1,9 Milliarden um; das sind 44 Betriebe mit 5 600 Beschäftigten. Die Genossenschaften – nur einige Punk­te – haben 12 000 Mitarbeiter und bilden 1 000 Lehrlinge aus. – Hut ab, bitte.

Die lebensmittelherstellenden Betriebe: Es gibt 4 316 mit 44 000 oder 45 000 Beschäf­tigten, und so weiter. Also der Bauer braucht kein Bettler zu sein, der hat hier entspre­chend unterstützt zu werden!

Ein wesentlicher Faktor ist natürlich auch drinnen, nämlich diese Empfehlung der §-7-Kommission. Der Herr Bundesminister hat zu Recht  – Ich schätze ihn ja auch sehr, darum war ich heute so erschrocken, ich werde auch noch nachhaltig leiden, ich kenne Sie so nicht. (Heiterkeit bei Bundesminister Rupprechter.) Wie wichtig sind für Sie da die nächsten Wahlen? (Zwischenruf der Abg. Schimanek.)

Eines ist schon richtig: Sie haben ein Thema nicht so richtig geschlossen, nämlich die Pflanzenschutzthematik. Da würde ich nämlich auch gerne mehr wissen. Ich weiß, das tut den Bauern weh, aber reden müssen wir darüber, denn damit hängen ja unser Was­ser, die Lebensmittel, alles hängt damit zusammen. 2013 haben wir nämlich 10 728 Ton­nen Pflanzenschutzmittel verstreut. Das ist gegenüber 2012 ein Plus von 337 Tonnen. Ich weiß, das tut den Bauern weh. Ich weiß, es tut unserer Region weh, aber wir müs­sen darüber nachdenken und reden – keine Vorverurteilung, aber reden müssen wir, was wir da machen. Und das bei weniger Betrieben! (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)

Hochinteressant ist ja auch die Geschichte dieser Betriebe. Ungefähr 93 Prozent sind Familienbetriebe, 7 Prozent sind andere: Gesellschaften, andere Formen, Agrarhol­dings, wie immer sich das nennt. Aber diesen 7 Prozent gehören 40 Prozent der Flä­che. Da muss man ja auch anfangen nachzudenken, das kann es ja nicht sein.

Ich komme zum Schluss: Denken wir aber bitte auch an den Tierschutz. Da hat sich bei den Bauern wirklich viel getan. – Danke. Das sind aber Mindeststandards. Da steht nämlich drinnen betreffend Kontrollen auf der Straße, 1 000 sind vorgeschrieben, 1 230 sind erfolgt, es hat 360 Zuwiderhandlungen gegeben. Das heißt, nicht am Ver­sandort sind die Fehler passiert, sondern auf der Straße. Ja, auch da müssen wir ein­greifen, wenn wir schon ganz stolz sagen, wir haben den Tierschutz in einer Randbe­merkung irgendwo in der Verfassung drinnen! Das gehört hinein.

Lebensmittelsicherheit gehört natürlich auch dazu. Bei den Betriebskontrollen macht mich aber stutzig, dass trotzdem 15 Prozent beanstandet worden sind. Da müssen wir reden! 15 Prozent heißt, jede sechste Probe ist nicht in Ordnung.

Den Bauern kommt etwas Großartiges zu – befreien wir ihn, noch einmal, davon, dass er ein Diener ist –: Er ist für die Kulturlandschaft zuständig. 11 Prozent der Gästebetten in Österreich sind in landwirtschaftlichen Betrieben. 11 Prozent! Das ist ja etwas Be­sonderes. Bravo!

Ich denke, Russland-Krise hin oder her, wir sollten nicht dann, wenn es eine Krise gibt, neue Märkte suchen. Gestern hätten wir sie suchen sollen; vorgestern hätten wir sie suchen sollen. Das ist entscheidend.

Darum lese ich noch aus der Schlussfolgerung der aktuellen Forschungsarbeit für bäu­erliche Familienbetriebe vor. Das hat mich ein bisschen stutzig gemacht. Da steht nämlich drinnen – entgegen dem, was ich heute gehört habe –: Zukunft, Wichtigkeit, globales Geschäftsumfeld und Schwierigkeiten. Es wird zu anderen Organisationsfor-


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