Ergebnisse am Tisch. Wir diskutieren über 400 000 Arbeitslose, aber wir reden nicht darüber, was da im ländlichen Raum gerade passiert. Leider hat der Herr Kanzler gesagt, wir brauchen dieses Qualitätsgütesiegel-Gesetz nicht und leider sind die Kollegen von den Grünen momentan alle weg. Die Frau Klubobfrau sitzt Gott sei Dank in unseren Reihen, ich möchte nämlich ein aktuelles Beispiel bringen.
Ich habe überhaupt keine Freude, Herr Kollege Walser, wenn du meiner Chefin sagst, sie macht „blabla“. Das ist nämlich nicht sehr gehoben, noch dazu für einen, der im Lehramt tätig ist, sage ich einmal. (Zwischenruf der Abgeordneten Weninger und Riemer.) Da hätte ich mir ein bisschen eine qualifiziertere Aussage gewünscht.
Ich habe jedoch heute dem Kollegen Willi sehr gut zugehört bei seinen Ausführungen, die mich übrigens wirklich begeistert haben, nur eines hat mir nicht gefallen. Ich war ja verwundert, dass besonders die Grünen für den Bau von Biogasanlagen zur Verwertung der sogenannten Überschussflächen in Österreich waren. Das muss man sich einmal geben! Da sollte man nicht nur in Geografie einen Fünfer kassieren, sondern auch beim Thema Umwelt und Umweltschutz.
Wir haben in Österreich 48 Prozent Waldfläche, und das bisschen produktive Fläche, das wir haben, brauchen wir dringend, damit wir unsere Bevölkerung mit wertvollen, gesunden Lebensmitteln versorgen können. Und dann baue ich Biogasanlagen? Dann ackere ich die wertvollste Dauerwiese um – schlecht aus Sicht der Biodiversität, aus Sicht des Trinkwasserschutzes –, dann steige ich endlich um auf die Monokultur Mais?
Ich verstehe es heute noch nicht, warum damals der Landwirtschaftsminister Berlakovich ... (Abg. Glawischnig-Piesczek: Wir waren nie für Mais-Monokultur!) – Nicht?! Aber für Biogasanlagen! Dann haben Sie aber noch nicht begriffen, womit Biogasanlagen betrieben werden, Frau Kollegin. (Beifall beim Team Stronach. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.) Macht überhaupt nichts, kein Problem! Super! Es ist ja überhaupt kein Problem, man kann ja einfach gescheiter werden. Ich glaube, es war der berühmte Bundeskanzler Kreisky, der gesagt hat: Man darf ja dazulernen! – Lernen Sie also einfach dazu!
Das hat man damit bezweckt. Man hat Tausende Hektar wertvolles Dauergrünland umgeackert, hat Arbeitsplätze vergast. (Abgeordnete der Grünen weisen in Richtung ÖVP.) – Nein, ihr habt das unterstützt. Überall, wo das passiert, sind die Grünen in der Regierung.
Man hat Tausende Arbeitsplätze vergast (Ruf bei der SPÖ: „Arbeitsplätze vergast“?) und hat gesagt, man schafft Green Jobs. – Na, bitte sehr, warum? Darf ich es erklären? – Frau Kollegin, anstatt der Biogasanlagen hätte man Kuhställe, Schweineställe, Geflügelställe bauen müssen, hätte Arbeitsplätze geschaffen, hätte gesunde Lebensmittel produziert. (Zwischenruf des Abg. Auer.) – Aber so?! – Na gut, dann holen wir sie eben aus China, ist ja kein Problem!
Das sind die Fakten, und deshalb würde ich bitten, dass wir das breiter diskutieren (Zwischenruf des Abg. Rädler), deshalb würde ich bitten, dass unsere Hotellerie und unsere Gastronomie – Gott sei Dank haben wir ja den Punkt morgen – endlich auch faire Partner werden, sodass wir nicht nur eine gesunde, gepflegte Landschaft herzeigen, sondern auch das, was in dieser Landschaft produziert wird, genießen können und die Produkte nicht 12 800 Kilometer weit transportieren. (Beifall beim Team Stronach.) Deshalb ist diese Thematik wichtig.
Ich bin dankbar für diese Fragestunde (Abg. Auer: Das ist keine Fragestunde!), weil mich das wahnsinnig freut – und ich möchte mit einem ganz wesentlichen Punkt schließen. Ich bin als Familiensprecher sehr stolz auf unsere Klubobfrau, dass sie sich bekannt hat zu diesem wirklich wichtigen Schritt, ein Kind zu bekommen. (Abg. Rädler: Jetzt hör auf!)
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