Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll49. Sitzung / Seite 186

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seine Tochter in der Politik relativ weit, nahe beim Regierungschef, und da müsste ja alles wesentlich besser sein.

Interessant ist nur: Wir in Österreich haben rund 5 Prozent Arbeitslose, in Kanada sind es 7 Prozent. Interessant ist nur, meine Damen und Herren: Wir hatten im letzten Jahr ein Maastricht-Defizit von 1,5 Prozent, in Kanada waren es über 3 Prozent. (Zwischen­rufe der Abgeordneten Nachbaur und Peter Wurm.)

Interessant ist nur: Der mangelnde Reformwille wird uns auch vorgehalten, und dann lese ich da, man kann ja googeln, heutzutage erhält man das sofort: Vor allem die ver­arbeitende Industrie hinkt in Kanada der Konkurrenz weit hinterher, was die Produk­tivität betrifft. – Und dann gehen Sie her und erklären uns hier die Welt. Also schauen Sie dort ein wenig nach, von wo Sie herkommen. Das wäre durchaus angebracht. (Bei­fall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Nachbaur: ! Da haben Sie nicht zugehört!)

Meine Damen und Herren, es wird gesagt, die Arbeitslosenzahl sei in Österreich am höchsten. Das stimmt, sie ist sehr hoch, und das ist bitter, keine Frage. Es ist aber auch die Beschäftigungszahl am höchsten. Das wird dann schon vergessen. Es wird auch vergessen, dass Zigtausende offene Stellen vorhanden sind. Trotzdem ist jeder Arbeitslose, den es gibt, zu viel, unbestritten.

Konjunktur ist aber auch eine Frage der Stimmung. Jetzt können wir alle durchs Land ziehen und den Untergang beschwören und alles kaputtreden. Vor einigen Jahren war die Devise: Der Euro ist kaputt, Europa ist kaputt. Es gab sogar einen Universitätspro­fessor, der im März 2011 durch das Land gezogen ist – er lehrte an der Uni Linz und auch an der Uni Wien – und gemeint hat, 2011 sei das Jahr der Staatspleite, es käme so etwas wie funktionales Geld, denn der Euro sei weg. (Zwischenruf der Abg. Nachbaur.)

So etwas kann lehren und erklärt der staunenden Öffentlichkeit, dass alles nichts ist. Dass Österreich die Krise durch die Maßnahmen dieser Bundesregierung ungleich besser bewältigt hat, das vergisst man. Hauptsage ist, man kann schimpfen, man kann negative Beispiele bringen und alles schlechtreden. Jetzt sollte man auch nicht Lobes­hymnen verbreiten, gar keine Frage, denn es gibt durchaus manches zu verbessern. Vielleicht sollten wir weniger von der Entbürokratisierung reden und mehr tun in die­sem Bereich!

Aber interessant ist schon auch, wenn so mancher hier beklagt, dass in Kärnten man­ches länger dauert, dass der Herr Kollege Köchl von den Grünen nicht mehr hören kann, wir sollten, müssten und so weiter. Herr Kollege! Ihre Fraktion ist ja in der Kärnt­ner Landesregierung. (Abg. Darmann: Genau!)

Schauen Sie, ich zeige Ihnen etwas. – Herr Kollege, auch Sie könnten aufpassen (Abg. Darmann: Ja, ich höre schon zu, ich tu nur zwischenrufen!) Mein Bezirk Wels-Land hat mehr starke Unternehmen als das gesamte Land Kärnten – interessant. Und ich sage Ihnen noch etwas. In Oberösterreich arbeiten die Bezirkshauptmannschaften, die Be­amten, die Angestellten in einer hervorragenden Art und Weise, und ich garantiere Ih­nen, wenn Ihre Unterlagen als Firmengründer stimmen, haben Sie binnen 30 Tagen Ih­re Bewilligung, weil hervorragende Arbeit geleistet wird. Das ist eben der Unterschied. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Darmann.) Es kann sein, dass Sie das ärgert. Mich freut es. Sie kann es durchaus ärgern, dass wir vielleicht durchaus noch die eine und andere Verbesserung machen sollten.

Ich habe mich dieser Tage mit jemandem von einer Firma, mit der ich in guter Ge­schäftsbeziehung stehe, unterhalten. Es ist eine Firma mit 70 Beschäftigten. Der Mensch sagte mir, 2014 wird sein bestes Jahr. Aber er würde sofort um fünf Be­schäftigte mehr anstellen, wenn nicht das Arbeitszeitgesetz hinderlich wäre. (Ruf bei


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