und das muss man ganz, ganz deutlich hervorheben –, leider die Mehrheit sein, der das Recht auf ein Kind in den Mittelpunkt stellt, und es gibt die FPÖ, die sagt, dass das Recht auf ein Kind vernünftigerweise nicht begründet werden kann. Im Gegenteil: Die FPÖ ist der Ansicht, dass dieses Recht auf ein Kind auch in Widerspruch zum Recht des Kindes geraten kann. (Beifall bei FPÖ und Team Stronach.)
Sie, die Sie dieses Recht auf ein Kind so fokussiert haben, meinen damit das Recht eines Individuums, einer Person, die sich diesen Kinderwunsch unbedingt erfüllen will. Herr Minister Brandstetter! Sie haben so begütigend darüber gesprochen, dass es darum geht, einen Kinderwunsch zu ermöglichen und Familie zu erleichtern. – Das ist ja überhaupt nicht der Punkt.
Es geht um etwas anderes, und die Abgeordneten aus Ihrer Fraktion und auch von den Grünen haben Sie ja deutlich Lügen gestraft, wenn ich das so sagen darf, indem sie gesagt haben, dieses Gesetz sei ein großer Fortschritt auf dem Weg zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. – Darum geht es, nicht um das Recht, Kinder zu haben, oder darum, die Familie zu stärken. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir anderen sehen den Menschen nicht nur als Individuum, sondern wir sehen den Menschen auch in einem größeren Zusammenhang.
Das, Herr Lopatka, kann man als Christ natürlich machen, indem man sich als Teil der Schöpfung sieht; das kann man aber auch naturwissenschaftlich begründen, wenn Sie mir das gestatten. Der Mensch steht nicht der Natur gegenüber, sondern er ist ein Teil von ihr. Und Lebensrealitäten beziehungsweise Realitäten zu erkennen, Frau Abgeordnete Musiol, heißt wohl vor allem, zu erkennen, unter welchen Bedingungen wir alle leben, als Teil der Natur, und aus diesen Bedingungen – sagen wir Naturgesetze dazu – die Regeln für das soziale Zusammenleben und für unsere Gesetzeswerke abzuleiten. (Abg. Musiol: Ihr Naturgesetz ist anscheinend ein anderes !) Das ist aber nicht unbedingt Ihr Motto.
Ich sage nur eines: Realitäten suchen und erkennen wir; Sie leben in Utopien. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.) Vor Kurzem bin ich wieder auf ein Zitat gestoßen, aus einer Zeit, als die Linke noch jung war und frei von der Leber weg gesprochen hat – vor Kurzem ist es wieder im Spiegel aufgetaucht –, und da habe ich mir gedacht: So hybrid, so überheblich muss man sein.
„Feministinnen“ – diese sind jetzt durch die Lobby der Gleichgeschlechtlichen natürlich sehr gestärkt worden – „müssen nicht nur die gesamte westliche Kultur in Frage stellen, sondern die Kultur selbst, mehr noch: sogar die Natur“, so Shulamith Firestone in ihrem Werk „Frauenbefreiung und sexuelle Revolution“.
Auf diesem Weg, meine sehr geehrten Damen und Herren, vor allem von der ÖVP – hören Sie zu! –, kommen sie ganz gut voran, aber er ist nicht zwangsläufig. Manche von Ihnen werden heute die „Presse“ gelesen haben. Da wird ein Beispiel aus der Slowakei gebracht – schade, dass die bürgerliche Vernunft an unseren Grenzen irgendwie versickern muss, das ist sehr eigenartig –, in dem gezeigt wird, dass dieser Weg nicht zwangsläufig ist.
Mit der ausdrücklichen Nennung des warnenden Beispiels Österreich hat sich in der Slowakei eine Initiative zum Schutz der Familie gegründet – Sie haben es gelesen, ich sehe es Ihnen an, ich sehe es an Ihrer Miene, aber Sie sollten es sich noch einmal anhören –, die von der Bischofskonferenz unterstützt wird, die präventiv tätig ist, damit das, was in Österreich jetzt passiert ist, dort nicht passieren kann, die Familie nicht durch Gerichtshöfe gezwungen werden kann, sich in eine Richtung zu entwickeln, die die konservativen Slowaken und auch die Kirche in der Slowakei nicht wollen.
Und jetzt sagen Sie mir nicht, Sie haben das nicht verstanden und nicht kapiert, denn ich war 2002 das erste Mal in diesem Hohen Haus, und damals haben wir das schon besprochen. Zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher
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