Wenn Unternehmer scheitern, dann versuchen sie, es beim nächsten Mal besser zu machen. Unternehmer machen nicht einfach ein schlechtes Produkt teurer und zwingen die Kunden, es trotzdem zu kaufen. Die Unternehmer nehmen auch nicht 40 Jahre lang Schulden auf, um ihren defizitären Betrieb über die Runden zu bringen. Das ist aber leider das, was Sie, liebe Bundesregierung, Sie als Unterlasser tun: Sie erhöhen die Schulden und Abgaben auf Kosten der nächsten Generation und hoffen, in Pension zu sein, bevor dieses Kartenhaus zusammenbricht.
Wirklich gute Unternehmer können auch mit wirklich schlechten Rahmenbedingungen wie jenen, die Sie schaffen, bestehen, und wir haben zum Glück wirklich viele wirklich gute Unternehmer in Österreich. Aber was tun wir, wenn wir irgendwann keine Unternehmer mehr haben, weil die neue Generation keine Lust mehr darauf hat, ständig immer höhere Abgaben zu leisten und ständig gegen strengere Restriktionen ankämpfen zu müssen.
Ich kann Ihnen aus meiner Perspektive als Unternehmer, aber auch als Vater einiges mitgeben: Meine beiden Söhne sind 22 und 24 Jahre alt. Sie sind Gott sei Dank in einem Land aufgewachsen, in dem die Menschen im Wohlstand leben, ohne Kriege, ohne Hunger, ohne Not, in einer freien Gesellschaft. Sie sind aber auch aufgewachsen in einem unternehmerischen Haus und haben bald gemerkt, dass man im Leben mehr erreichen kann als einen Job von Montag bis Freitag, dass sich Leistung auch lohnen muss, dass es sich lohnen muss, etwas zu arbeiten, und dass es sich auch bezahlt macht, wenn man Risiken eingeht.
Und wissen Sie, was meine zwei Söhne machen? – Sie wollen weg. Sie wollen raus aus diesem Land. Sie denken, dass sie in einem anderen Land mehr Chancen haben. In anderen Ländern dieser Erde gibt es natürlich viel mehr Chancen, mehr Chancen auf eine gehaltvolle Bildung, eine Bildung, die den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht, mehr Chancen auf Unternehmerfreundlichkeit, mehr Chancen auf Generationengerechtigkeit.
Wir alle wissen, es geht vielen jungen Menschen so, weil wir ihnen keine Perspektiven geben. Ich möchte hier eine Lanze brechen für all die jungen Menschen, für all die Unternehmer und für all die Arbeitnehmer. Sie, liebe Bundesregierung, wissen und ich weiß, dass diese Menschen unzufrieden sind, dass sie Angst um ihre Zukunft haben, dass sie immer weniger Chancen sehen. Der Unterschied zwischen mir und Ihnen, liebe Bundesregierung, ist, dass Sie sich nicht erklären können, warum das so ist. Lassen Sie mich das kurz erklären: 407 000 Menschen ohne Arbeit, das bedeutet, mit ihren Angehörigen sind es rund eine Million Betroffene in Österreich, das ist jeder Achte.
Was tun Sie dagegen, Sie, die Unterlasser? Was können Sie mit Ihrer Unterlasserpolitik dem entgegensetzen? – Nichts! Sie lassen sich über die Medien gegenseitig ausrichten, was denn nun das richtige Konzept sei, die Konjunktur zu beleben, Arbeitsplätze zu schaffen. Sie führen Scheingefechte um mutlose Minimalversionen einer Steuerreform und wissen genau, dass keines Ihrer beiden Konzepte irgendein Problem löst.
Das Einzige, was Sie sich mit Ihrer medialen Hin- und Her-Taktik erkaufen, ist Zeit, Zeit für diese Regierung. Dafür sind Sie beide, SPÖ und ÖVP gemeinsam, verantwortlich. Diese Verantwortung kann Ihnen niemand nehmen. Und wie in einem Unternehmen ganz besonders verantwortlich ist deren Chef, und das ist immerhin Bundeskanzler Faymann.
Sie werden mir hier sicherlich widersprechen, Sie kommen ja gleich nach mir dran, aber das, was ich Ihnen im Sinne der Jugendlichen, der Unternehmer und der Arbeiter und Angestellten für Ihre Rede als Fragen mitgeben möchte, ist Folgendes: Haben Sie Antworten auf die drei dringendsten Fragen: auf die steigende Arbeitslosigkeit, darauf,
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