Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll59. Sitzung / Seite 148

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ist selbstverständlich ein Handlungsauftrag für uns alle (Zwischenruf des Abg. Haider), aber genau der Vergleich mit vergangenen Regierungen macht uns sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind. (Beifall bei der SPÖ.)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Zukunft eines Landes wird in den Klas­senzimmern geschrieben beziehungsweise in allen Bildungseinrichtungen, denn Bil­dung beginnt ja im Idealfall nicht erst mit der Schule und hört auch nicht mit der Schule auf (Zwischenruf des Abg. Rädler), im Sinne eines lebenslangen, lebensbegleitenden Lernens. Bildung ist der Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haider) und – das kann man in Zeiten wie diesen nicht oft genug betonen – ist auch der Schlüssel zu gesellschaftlichem und sozialem Frieden.

Bildung sorgt dafür, dass alle Menschen an den Chancen des Lebens teilhaben kön­nen und ihren Eignungen und Neigungen entsprechend gefördert werden, damit sie sich bestmöglich in die Gesellschaft einbringen können – unabhängig vom Wohnort und Geldbörsl der Eltern. Also das hätten, bitte, die Antragsteller/Antragstellerinnen voran­stellen sollen, wenn sie ihr Anliegen selbst ernst nehmen und hier nicht nur heiße Luft produzieren wollen.

Wir können es uns nicht leisten, meine sehr geehrten Damen und Herren, auf irgend­eine Begabung zu verzichten. Wir brauchen alle, ob technische, sprachliche, hand­werkliche, künstlerische Begabung oder sonstige Begabungen oder Schlüsselqualifika­tionen. All das brauchen wir, damit sich die Menschen bestmöglich im Arbeitsleben, in der Familie und in der Gesellschaft einbringen und sich zurechtfinden können.

In Ihrem Entschließungsantrag haben Sie zwar die Bildung als Stichwort erwähnt, aber dann ziemlich verkürzt und auf einige – ich würde einmal sagen – No-na-Detailaspekte reduziert, die teilweise ohnehin schon gelebte Realität sind, wie etwa die Forderung, Unternehmen in die Schule zu bringen.

Ich kann Ihnen ein persönliches Beispiel erzählen: Mein mittlerweile 27-jähriger Sohn hat schon als HAK-Schüler über ein Schulprojekt ein Unternehmen gegründet. (Zwi­schenruf der Abg. Kitzmüller.) Auch mein jüngerer Sohn ist als HTL-Schüler beteiligt an Schulpartnerschaften mit Unternehmen. Also bitte schön, das ist wirklich nichts Neu­es! (Abg. Strolz: In den berufsbildenden Schulen ist das oft!) Das sind öffentliche Schulen und diese stehen stellvertretend für viele, viele Schulen in ganz Österreich, die Hervorragendes leisten.

Die Frau Kollegin Königsberger-Ludwig und ich hatten jetzt gerade mehrere BAKIP-Klassen aus Amstetten zu Gast, und deren SchülerInnen haben uns sorgenvoll mitge­teilt, dass es sie unglaublich stört, dass das Bildungssystem in Österreich so maßlos schlechtgeredet wird. (Abg. Kitzmüller: Und wer ist Bildungsministerin?) Das wird den Leistungen, die tagtäglich in den Schulen von allen Schulpartnerinnen und Schulpart­nern erbracht werden, keineswegs gerecht! (Beifall bei der SPÖ.)

Das schadet dem Einzelnen und das schadet auch dem Wirtschaftsstandort Öster­reich, denn was soll sich ein Investor denken, der Arbeitskräfte sucht, wenn die eigene Politik das System so schlechtredet?! – auch wenn es da und dort auf jeden Fall Re­formbedarf gibt. (Abg. Zanger: Das ist ja eure Politik!)

Folgendes haben wir jetzt gemeinsam in den Niederlanden wieder erleben können – die Bildungssprecherinnen und -sprecher der Fraktionen waren dabei –: Da hat man sich überrascht gezeigt, dass man die Kinder bei uns im Alter von zehn Jahren schon auseinanderdividiert. Diese frühe Segregation ist ein großes Problem, ist eine Schwach­stelle in unserem Bildungssystem, und sobald der Koalitionspartner bereit ist, werden wir das auch zügig ändern. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da ist wirklich anzusetzen, denn da verlieren wir Begabungen, da verlieren wir Talente, die wir aber eigentlich in unserem Bildungssystem bestmöglich fördern müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwi­schenruf des Abg. Zanger.)

 


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