Reden Sie einmal mit den Wirten draußen, die investiert haben, die keine Rechtssicherheit haben, die jetzt schon wieder umbauen müssen! Die fühlen sich doch gefrotzelt, Herr Kollege Matznetter! (Abg. Matznetter: … nicht investiert!) Ich bin ja froh darüber, dass in der SPÖ nicht alle so denken wie Sie. Es gibt ja einen Kollegen im Burgenland, der sagt: Rauchen ja oder nein ist gleich 100 Millionen € in den Ofen geschleudert. – Wäre ich Wirt, würde ich mich auch gefrotzelt fühlen. Schlag nach bei Kollegen Hans Niessl, Landeshauptmann des Burgenlandes! (Beifall der Abg. Dietrich.)
Ich möchte nur eines sagen: So einfach vom Tisch wischen, wie Sie das tun, kann man das nicht, Herr Kollege Matznetter! (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Steinhauser.)
Sie sind bekannt dafür, dass Sie einen guten Humor haben. Aber da haben Sie eindeutig über das Ziel hinausgeschossen, das war nicht in Ordnung. Es wäre ein Gebot des Respekts, dass Sie sich bei unserer Klubobfrau Ing. Dietrich dafür entschuldigen. Das wäre doch ein schönes Zeichen. (Abg. Matznetter: Entschuldigung, dass ich … zitiert habe?!)
Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist ein ernstes Thema. Wenn Kollege Willi von den Grünen sagt, das Dorfgasthaus ist im ländlichen Raum nicht so wichtig, dann muss ich sagen, das stimmt nicht, denn ein Gasthaus ist im ländlichen Raum ein Kommunikationszentrum. Jeder, der in einer kleinen Gemeinschaft, in einer Ortschaft wohnt, geht zum Wirt und tauscht sich dort aus, hört dort die Neuigkeiten. Das belebt das Ganze und ist auch wichtig. Aber die kleinen Wirte kommen zum Handkuss.
Da sind wir gleich beim springenden Punkt oder beim Kern der ganzen Sache, worum es sich eigentlich dreht: In Wirklichkeit erleben wir nichts anderes als eine komplette Entmündigung, einerseits der Wirte und andererseits der Konsumenten. (Beifall beim Team Stronach.)
Die Wirte, geschätzte Damen und Herren, werden entmündigt, indem man ihnen einmal vorschreibt abzutrennen, dann müssen sie wieder nicht abtrennen, dann gibt es eine Übergangsfrist. Darauf kann sich ja kein Mensch einstellen! Die Konsumenten werden entmündigt, da man ihnen vorschreibt, ob sie rauchen dürfen oder nicht. Die können sich ja gar nicht selber entscheiden. Wo bleibt da die Entscheidungsfreiheit? Warum kann ich mich als Konsument nicht frei entscheiden, zu einem Wirt zu gehen, der ein Raucherlokal hat, oder eben nicht? Das ist ja sowieso das unternehmerische Risiko der Wirte, ob sie dann weniger Umsatz machen oder nicht. (Beifall beim Team Stronach.) Lassen wir ihnen doch diese Freiheit! Warum schreiben wir ihnen das vor?
Kollege Matznetter, Sie rauchen?! Sie gehen dann wegen der Gemütlichkeit, weil es einfach nett ist, in ein Beisel, wo geraucht wird, oder? (Abg. Zanger: … kann in Zukunft mit dir gehen! – Abg. Matznetter: Was ist mit den Bediensteten?) Jemand, der nicht raucht – wie ich, ich bin ein Nichtraucher –, geht dorthin, wo nicht geraucht wird. Lassen wir den Menschen doch die Wahlfreiheit, meine Damen und Herren, schreiben wir nicht alles vor! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Matznetter.)
Es wird ja alles vorgeschrieben, auch von der EU. Gehen Sie in ein Gasthaus, essen Sie ein normales Gulasch: A, B, C, D, E! – Ich frage mich, wie ich 38 Jahre alt werden konnte und so lange überlebt habe, ohne zu wissen, was ich esse. (Beifall beim Team Stronach.)
Ich meine, meine Damen und Herren, jeder halbwegs vernünftige Mensch weiß doch, was er isst, oder? Der weiß doch, was da drinnen ist, was er verträgt, was er nicht
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