Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll81. Sitzung / Seite 113

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gelernt hat, aber dann kriegt er blöderweise das Thema Elefanten. Da sagt er: Die Elefanten? – Ja, die Elefanten haben einen Rüssel, der schaut aus wie ein Regen­wurm, und die Regenwürmer teilt man ein ... (Abg. Zanger: Und wo war der Witz?)

So ähnlich kommt es mir vor, wenn wir hier jetzt darüber sprechen und diskutieren, wir möchten die Qualität der Lehrlingsausbildung entsprechend erhöhen, wir möchten niederschwellige Angebote schaffen, damit wir nicht nur das Problem der Lehre mit Matura lösen, sondern vor allem den unteren Einstieg qualitativ begleiten, und Sie sagen mir dann, das lässt sich nicht mit der demografischen Entwicklung vereinbaren, sondern wir haben 30 000 Lehrstellen und Betriebe weniger – Sie haben von Betrieben gesprochen.

Das Problem ist nicht, dass sich das nicht mit der demografischen Entwicklung verein­baren lässt, sondern das Problem ist eine Folge der demografischen Entwick­lung, wir haben nämlich 10 000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren weniger, die jetzt insgesamt im Schnitt geboren werden – also jetzt schon, vor fünf Jahren waren es noch 10 000 mehr.

Das hat zur Konsequenz, dass ein erhöhter, ein intensiverer Wettbewerb zwischen allen, die auf diesem Markt sozusagen um die Jugendlichen werben, stattfindet, das sind die Schulen und auf der anderen Seite die Betriebe. Daraus ist natürlich Fol­gendes ableitbar: Wenn ich weniger habe, aber den Output in etwa gleich halten möchte – dass die mir also nicht irgendwo im System verloren gehen –, muss ich schauen, dass ich die Prüfungen verbessere, was die gesamte Prüferkonstellation an­langt, ich muss die Ausbildung verbessern, ich muss die Qualität auch der Prüfungs­abwicklung verbessern und ich muss Möglichkeiten schaffen, dass ich nicht unten, im unteren Bereich, nur Hilfsarbeiterangebote habe für jemanden, der noch nicht genau orientiert ist, indem ich einen niederschwelligen Einstieg, aber dort auch die Verbreite­rungsmöglichkeit in andere Bereiche schaffe. (Abg. Themessl: Das müssen Betriebe machen, nicht der Staat! Mit betrieblichen Anreizen!)

Ja, selbstverständlich! Das, nämlich die Aufnahme, müssen die Betriebe machen, nur kann ich Qualität, Qualitätsprüfung und vor allem die Qualitätsentwicklung ja nicht denen überlassen, die das einhalten sollen – das ist ja ein sinnloser Vorgang! –, son­dern ich brauche eine übergeordnete Ebene. Und da haben wir, was diese Frage anbelangt, mit dem Expertenbeirat drei Arbeitnehmer- und drei Arbeitgebervertreter – das sind insgesamt sechs Leute –, die das in diesem entsprechenden Experten­aus­schuss vertreten sollen.

Natürlich brauchen die praktische Erfahrung – und sie haben diese praktische Erfah­rung auch –, vor allem geht es aber darum, dass man Standards entwickelt und diese Standards auch der gesamten Vorgangsweise mehr oder weniger vorgibt. Das ist ja nichts Schlechtes, sondern aus dem abgeleitet – wie auch immer ich zu dem Problem stehen mag, ob ich jetzt mehr oder weniger habe – muss ich, wenn ich weniger habe, auf jeden Fall deren Qualität steigern, damit sie auch im System bleiben, und schauen, dass ich attraktive Angebote habe, damit das im System funktioniert.

Daher ist der Schluss, der dann gezogen wird – ich bin gegen das, was da jetzt ge­macht wird –, prinzipiell falsch. Prinzipiell richtig ist Folgendes: Der Blum-Bonus war ausgerichtet auf eine Zeit, als zu viele Jugendliche nicht vermittelt werden konnten, weil zu wenig Plätze da waren, und jener Arbeitgeber, der jemanden zusätzlich genom­men hat, hat den Bonus gekriegt. – Das funktioniert aber jetzt eben wegen der Um­drehung der Problematik nicht mehr.

Daher: Bitte, bitte, bitte! Ich meine, mir wird es irgendwann langsam fad, dass man bei jeder dieser Diskussionen immer wieder dieses Argument – das ist ja gar kein Argument – diesen Stereotyp des Blum-Bonus bringt, denn der löst uns jetzt kein


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