Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll86. Sitzung / Seite 97

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sagen: Die Bildungspolitik ist in Summe auf einem guten Weg. (Abg. Walter Rosen­kranz: Raus aus dem Elfenbeinturm!)

Zwei Dinge möchte ich noch sagen: Die neue PädagogInnenausbildung – wie wurde sie kritisiert?! – Jetzt im Qualitätssicherungsrat sieht man, da ist auf höchster Ebene – auf fachlicher und wissenschaftlicher und durchaus auch praktischer Ebene – das Be­mühen da, zu schauen: Wie kann man die Vorzüge, die die Universitäten haben, in die Ausbildung an den PHs hineinbringen und die Vorzüge, die die PHs haben, in die Uni­versitäten hineinbringen?

Das haben wir immer gesagt, jeder, der ein bisschen etwas über das System weiß: Ja­wohl, in diese Richtung soll es gehen! Das ist eine Entwicklung, die noch ein paar Jah­re braucht, aber wir werden à la longue am Ende des Tages eine PädagogInnenausbil­dung haben, PädagogInnen haben, die tatsächlich auf dem modernsten Stand ausge­bildet sind, wo wir wissen, sie können dann das, was wir uns vorstellen und mit dem Gesetz beschließen wollen, auch tatsächlich im Schulalltag umsetzen. Dazu braucht es eine breite und fundierte Ausbildung, und da ist man jetzt auf dem Weg. Ich glaube, es wird noch einige Stolperer geben, es wird noch einige Punkte geben, die die Oppo­sition durchaus kritisieren kann, aber man soll den Weg in Summe nicht schlechtma­chen.

Zwei konkrete Beispiele, weil die Ministerin da ist, weil es mein eigenes Bundesland betrifft und ich das einfach – so ist halt mein Naturell – loswerden möchte:

Das eine ist: Ich bedanke mich für die Unterstützung aus dem Land Vorarlberg. Das Land Vorarlberg hat ein Forschungsprojekt auf Schiene gebracht – auf wissenschaftli­cher Basis, unter Einbindung von Erziehungswissenschaftlern, Eltern, Lehrern und Schü­lern – und ein Konzept erarbeitet, das sich sehen lassen kann, wo man sagt: Jawohl, es gibt jetzt ein Projekt, wie wir glauben, dass man die Schule der 10- bis 14-Jährigen optimieren könnte!

Wirtschaftskammer, Elternverein, Industriellenvereinigung, Lehrer – bis auf eine kleine Gruppe kritischer AHS-Gewerkschafter, das muss ich zugeben – sind alle dafür, ja ein ganzes Land ist dafür. Wir haben auch versucht, einen Antrag einzubringen. Weil es im Land immer heißt: Ja, das Land tut, und der Bund ist säumig!, wollte man einen Ent­schließungsantrag machen. Ich bedanke mich bei allen Kollegen der Opposition, die von sich aus gesagt haben: Natürlich, das würden wir gemeinsam mittragen! (Abg. Walter Rosenkranz: Was ist denn die Meinung der ÖVP Vorarlberg?) Umso größer war meine Enttäuschung, als der Koalitionspartner sagte: Nein, für ist das noch zu früh, jetzt noch nicht, vielleicht irgendwann später! (Zwischenruf des Abg. Sieber.)

Man muss das Eisen schmieden … – Übrigens, Herr Kollege Rosenkranz: Hut ab vor Kollegen Themessl, der gesagt hat: Ich unterschreibe diesen Antrag, ich bin dabei!, obwohl Kollege Rosenkranz im Parlament das pure Gegenteil erzählt. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.) Soll so sein! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Lo­acker. – Zwischenrufe der Abgeordneten Walter Rosenkranz und Sieber.)

Der zweite Bereich, der mir noch ein Anliegen ist, weil ich weiß, dass es viele betrifft – viele in Vorarlberg, nicht in ganz Österreich –: Es gibt eine Fehlentwicklung im Bereich der Pädagogischen Hochschule, das betrifft jetzt 40 Studenten, die aufgrund dieser Re­gelung nicht direkt in den Schuldienst eintreten können, um dann nicht verlustig zu ge­hen.

Das neue Lehrerdienstrecht wurde hier im Haus auch von vielen ganz, ganz schlecht­gemacht, als das Schlimmste, das es gibt, bezeichnet – und jetzt haben wir einen Kampf darum: Möglichst viele wollen in das neue Lehrerdienstrecht hinein. Es gibt eine Grup­pe von Studenten, die hier ausgeklammert sind, zum Teil sogar durch Verschulden der


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