ner Heimatgemeinde mit 2 000 Einwohnern 30 Flüchtlinge. Das ist durchaus angemessen und verkraftbar. Ich habe keinen einzigen Bürgermeister gefunden, der gesagt hat: Das geht nicht, das ist unmöglich! – Ja, Flüchtlinge sind eine Herausforderung, zweifelsohne, vor allem, wenn sie bei uns ankommen. Was wir daraus machen, ob sie auch zu einer Chance werden, das hängt von uns ab.
Gelingt es uns bei jenen, die hier bleiben – viele gehen ja weiter, vor allem in Richtung Deutschland –, sie zu integrieren, dann sind die Mittel, die für Deutschkurse eingesetzt werden, richtig eingesetzt. Gerade bei einer alternden Gesellschaft, wie wir eine sind, können wir diese Arbeitskräfte durchaus gebrauchen. Im Pflegebereich und in vielen anderen Bereichen können wir dankbar sein, wenn Menschen da sind, die dann Österreicherinnen und Österreicher pflegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Aber was wir brauchen, ist eine faire Lösung europaweit, und für diese gilt es auf Regierungsebene zu kämpfen. Es ist die deutsche Bundeskanzlerin, die besonders mutig an diese Frage herangeht, zu unterstützen, wenn es darum geht, dass alle 28 EU-Mitgliedstaaten auch da ihren Beitrag leisten.
Es kann nicht so sein und auf Dauer so bleiben, dass zehn der 28 Mitgliedstaaten 90 Prozent der Asylanträge abzuwickeln haben. Das ist kein guter Zustand, das wissen wir.
Ja, die Last ist groß, aber wir müssen das auch weltweit ins rechte Lot rücken. Meine Damen und Herren, in anderen Regionen ist die Situation weitaus dramatischer: 3 Millionen Flüchtlinge aus Afghanistan in Pakistan; 2 Millionen Flüchtlinge aus Afghanistan im Iran; zwischen 1,7 Millionen und 2 Millionen Flüchtlinge in der Türkei. Von diesen Größenordnungen sind wir in Europa weit entfernt.
In der gesamten Europäischen Union sind 626 000 Anträge im Jahr 2014 gestellt worden – mehr waren es nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben schon das Jahr 2015!) In der Menschheitsgeschichte hat es immer kriegerische Auseinandersetzungen gegeben, und es ist zu befürchten, dass es auch in Zukunft derartige Auseinandersetzungen geben wird. Und es hat immer Flüchtlingsströme gegeben. Da dürfen wir nicht die Augen verschließen. (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Ihre einfachen Antworten, Kollege Darmann, sind nicht die richtigen Antworten, und sie sind zutiefst unmenschlich vom Ergebnis her.
Wir nehmen diese Verantwortung wahr, auch wenige Wochen vor Wahlgängen auf Landesebene. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Darmann.) Und wir brauchen auf europäischer Ebene das, was die Europäische Union auszeichnet. Das, was die Europäische Union bisher ausgezeichnet hat, war der Wille zur Solidarität und auch der Wille, im Kompromiss ein Ergebnis zu finden.
Wenn wir diese Fragen auf europäischer Ebene nicht lösen können, dann stellen sich tatsächlich ganz andere, fundamentale Fragen. Das muss allen in der Europäischen Union bewusst sein, vor allem den Regierungschefs. Die Kommission allein ist hier nicht die Frage, sondern es ist dann am Ende immer die Frage: Was schaffen die Regierungschefs an Solidarität, um hier zu einem Kompromiss zu kommen?
Wir von der Österreichischen Volkspartei haben unter Federführung des Vizekanzlers, des Außenministers und vor allem der Innenministerin einen Aktionsplan Asyl erarbeitet, wo wir ganz klar unsere Positionen fixiert haben: Solidarität und Hilfe für Kriegsflüchtlinge, gleichzeitig aber natürlich ein klares Nein zum Asylmissbrauch. Und natürlich differenzieren wir hier.
Das Gegenteil von dem, was von Klubobmann Strache behauptet worden ist, machen wir! Natürlich gibt es Abschiebungen. Die Suche nach einem besseren Leben, nach ei-
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