nehmen. Und wer eins und eins zusammenzählen kann, weiß, dass somit 1 000 Plätze pro Woche fehlen.
Daher kommt es auch nicht von ungefähr, dass in Traiskirchen ein Rückstau entstanden ist, dass Zelte aufgebaut werden mussten und dass jetzt auch ein Durchgriffsrecht wichtig und notwendig ist. Ich sage auch diesmal: Mein größter Wunsch ist, dass wir dieses Durchgriffsrecht kein einziges Mal nützen müssen, denn die Länder und Gemeinden haben es selber in der Hand.
Erfreulich ist, dass ich Bewegung und Dynamik spüre, dass ich spüre, dass immer mehr Gemeinden sagen, ja, wir übernehmen Flüchtlinge. Wir sollten nicht immer nur darüber diskutieren, was schlecht ist, was wir verbessern können, sondern wir sollten auch darüber reden, wo es gut funktioniert, wo wir Gemeinden haben, die vorbildlich Hilfeleistung und Unterstützung geben, vorbildlich mit Flüchtlingen umgehen.
Deswegen sage ich auch Danke für dieses Durchgriffsrecht, das ich bereits vor dem Sommer gefordert habe. Ich bin froh, dass es jetzt in den nächsten Wochen fertig abgehandelt wird und mit 1. Oktober in Anwendung kommen kann. Ich darf auch Christian Konrad Danke sagen, dass er es übernommen hat, eine Art Brückenfunktion zu übernehmen und die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Gemeinden und vor allem der Zivilbevölkerung zu verbessern. Gerade die Migrationsströme haben zu einer Quantität und zu einer Dynamik geführt, bei der es viele Brückenbauer braucht. Da braucht es nicht nur das Innenministerium, die anderen Ministerien und die Bundesregierung, da braucht es die Länder, die Gemeinden, da braucht es einen Koordinator, der motiviert.
Deswegen noch einmal ein herzliches Danke all jenen, die zu diesem Durchgriffsrecht ja sagen, wobei es mein Wunsch ist, dass wir dieses Durchgriffsrecht kein einziges Mal nützen müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Gestatten Sie mir noch, außerhalb dieses Tagesordnungspunktes Durchgriffsrecht kurz einige Worte zu letzter Woche zu sagen, als am Donnerstag die Schlepperkriminalität wohl ihr hässlichstes Gesicht gezeigt hat, als 71 Menschen auf brutalste Weise sterben mussten, und keiner von uns kann sich vorstellen, was diese Flüchtlinge durchgemacht haben.
Nicht nur jeder Einzelne von Ihnen war davon betroffen, sondern selbstverständlich auch die gesamte Polizei. Ich war dabei, direkt im Burgenland vor Ort, in Nickelsdorf, als den Landespolizeidirektor und mich diese schlimme und schreckliche Botschaft erreicht hat. Gerade auch in dieser Betroffenheit, in dieser schrecklichen Situation haben die Polizisten das getan, was wichtig und richtig war, nämlich einen Schritt nach dem anderen gesetzt, um die Ermittlungsarbeit im Kampf gegen die Schlepper aufzunehmen, um die Schlepper vor allem auch dingfest zu machen.
Ich darf von dieser Stelle aus der Landespolizeidirektion und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Gerichtsmedizinern ein herzliches Danke für diese wirklich hervorragende Arbeit sagen. Wenn sich die Verdachtsmomente weiterhin verdichten, dann können wir wirklich sagen, es ist ein großer Erfolg, wobei es natürlich jetzt auch darum geht, die größeren Netzwerke dahinter aufzudecken.
Ich darf mich aber nicht nur dafür bedanken, sondern ich darf mich vor allem bei den Polizistinnen und Polizisten herzlich bedanken, die bis zur Grenze ihrer Belastbarkeit wirklich das Beste geben. Wir wissen, innerhalb des letzten Jahres haben sich die Asylantragszahlen verfünffacht, und wie Sie wissen, muss natürlich jeder, der als Fremder zu uns kommt, fremdenpolizeilich behandelt werden. Das ist eine äußerst intensive und umfassende Arbeit und auch keine einfache Arbeit. Nochmals: Danke für dieses großartige Engagement!
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