Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll104. Sitzung / Seite 576

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Ehrenamtlichen würdigen sollte. Ich sehe, dass in beiden Organisationen extrem viele Ehrenamtliche tätig sind, dass dort sehr viel an Angebot geschaffen wird, und da ist es mir relativ egal, ob es im ASKÖ oder in der UNION stattfindet, ob das historisch ge­wachsen ist oder nicht. Das wäre jetzt wahrscheinlich auch anders, das würde sich an­ders entwickeln.

Würde man die Dachverbände auflösen, wie das die FPÖ mehrfach gefordert hat, dann wäre meiner Meinung nach das Angebot an sportlichen Einrichtungen in Österreich dra­matisch reduziert. Daher sehe ich das deutlich differenziert. (Beifall bei den Grünen so­wie bei Abgeordneten der ÖVP.)

Nun komme ich aber zu dem Punkt, über den ich heute konkreter reden will. Der Kol­lege Krist, zu dem ich ja sonst ein sehr gutes Verhältnis habe, ist jetzt leider nicht im Saal, ebenso die Kollegin Gessl-Ranftl, die gerade gesprochen hat.

Wenn man die Kritik des Rechnungshofes ernst nimmt – und ich nehme an, dass wir Rechnungshofberichte ernst nehmen –, dann kann man meiner Meinung nach von al­len Abgeordneten erwarten, zu differenzieren zwischen einem Ereignis, das relativ viel an Werbewert gebracht hat und als Großveranstaltung erfolgreich war, und der Art und Weise, wie offenbar diese Förderungen abgewickelt worden sind, wo es dem Rech­nungshof, um das einmal so zu sagen, alle Haare aufstellt.

Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass man jetzt drüberbügelt und sagt: Weil das ein Sportereignis war, das viel Werbeeffekt gehabt hat, schauen wir uns die För­derstruktur nicht an! Vielleicht sind wir dann auch im Sportausschuss in der Lage, ge­meinsam die Kritik zu verarbeiten und zu schauen, welche Konsequenzen daraus ge­zogen werden können. Also, dann arbeiten wir es einmal auf!

Der Rechnungshof kritisiert: Bei Sportgroßveranstaltungen wäre eine „Gesamtkosten­verfolgung einzurichten“. Also, um das zu übersetzen: Es gab keine. Das liegt daran, dass uns der Herr Minister, auf meine Nachfragen insbesondere – und alle, die im Sport­ausschuss waren, haben das miterlebt –, gebetsmühlenartig gesagt hat: Wir fördern keine Großveranstaltungen an sich, wir fördern nur die Infrastruktur, deshalb interes­siert uns auch nicht, was mit den Geldern passiert und was dort reinkommt.

Ich halte das für untragbar! Wenn man Medienberichte liest, so dürfte es Gewinnbeteili­gungen in einer Größenordnung von über 30 Millionen € gegeben haben, die die FIS nach Österreich zurücküberwiesen hat, in dem Fall an den Skiverband. Der sagt: Ich lege das nicht offen, ich sage nicht, wie viel hereingekommen ist. Es ist unser Geld!, sagt der Schröcksnadel, nachdem er 30 Millionen € von der FIS bekommen hat und Förderungen in Größenordnungen von etwa 60 Millionen € gekommen sind, in unter­schiedlichen Bereichen.

Ich habe auch nichts dagegen, dass das Skigebiet gefördert wird. Ich habe aber, zum zweiten Punkt kommend, ganz massiv etwas dagegen, dass offenbar der ÖSV herge­gangen ist und die gleichen Rechnungen, die er dem Herrn Minister geschickt hat, auch der FIS geschickt hat, zumindest sagt das der Rechnungshof, und sich die Dinge doppelt fördern hat lassen. Eigentlich sollte man sagen: Wir müssen uns das rechtlich anschauen, ob da das Korruptionsstrafrecht greift, wenn diese Förderungen zweimal ausbezahlt worden sind.

Unter anderem kritisiert der Rechnungshof, dass Sie sich auch keinen Vertrag haben vorlegen lassen. Das Land Steiermark hat diesen Hosting-Vertrag übrigens gehabt, es hat nur ein kleines Problem gegeben – das kennen wir aus dem Parlament ganz gut –: Er ist geschwärzt worden, relevante Teile waren laut Rechnungshofbericht nicht les­bar. Sie als Sportminister haben den Bericht nicht einmal eingefordert! Sie kennen diesen Vertrag nicht. Sie wissen gar nicht, wo der ÖSV gefördert worden ist. All diese Dinge kann man im Rechnungshofbericht lesen, und wenn man das tut, dann müsste


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