Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll117. Sitzung / Seite 209

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Bankfinanzierung gibt. Es wird nur mehr ein Drittel der Familienbetriebe der KMUs über Banken finanziert, der Rest finanziert sich sozusagen aus dem Cashflow, finanziert sich aus Lieferantenkrediten beziehungsweise aus erspartem, versteuerten Familien­geld, das für diese Tätigkeiten herangezogen wird.

Bekannterweise werden 60, 70, 80 Stunden und mehr für das aufgewendet, und daher ist eben dieser Entschließungsantrag meiner Meinung problematisch. Wenn man sich überlegt, eine Registrierkasse ist für viele Kleinst- und kleine Wirte, Familien ein Problem. Dann sprechen wir von alternativen Finanzierungsformen, von Crowdfunding. Diese Familien, diese Personen sind völlig überfordert.

Man muss sich vorstellen, für diese Bereiche gibt es nach meiner Recherchen zwei lokale Plattformen, die auch die Themen Tourismus, Wirtschaft und Gastronomie behandeln, der Rest dieser alternativen Finanzierungsformen beziehungsweise diese Plattformen des Crowdfunding befassen sich mit dem gar nicht. Daher ist das Problem, dass sich die Investoren mit den Firmen nicht zusammenfinden. Es ist global aus dem Zusammenhang gerissen, es gibt keine Sicherheiten.

Das System funktioniert für einen ganz, ganz kleinen Teil des Tourismusbereichs. Nehmen wir das Hotelprojekt von Hermann Maier mit diesen Billighotels: Die haben natürlich eine Chance aufgrund der Bekanntheit, aufgrund der Tatsache, dass wirt­schaftlich eine Basis besteht, aber der Wirt in St. Aegyd, der Karl-Wirt in Türnitz, der bei diesen Dingen keine Erfahrung hat, wird keine Chance haben.

Daher mein Ersuchen: Es muss die Politik dahinterstehen, dass die Banken unsere KMUs, die Wirte und Gastronomen finanzieren. (Beifall bei der FPÖ.)

19.19


Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Hanger. – Bitte.

 


19.19.05

Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Es geht um die Nutzbarmachung des Alternativfinanzierungsgesetzes für die Tourismusbranche. Da möchte ich einleitend damit beginnen, dass ich unserem Herrn Staatssekretär sehr herzlich danke. Er war der wesentliche Motor dahinter, dass wir im Herbst vergangenen Jahres dieses Alter­nativfinanzierungsgesetz haben beschließen können, denn es bietet auch Chancen für die Tourismuswirtschaft. Was sind die großen Vorteile?

Der erste große Vorteil ist der, dass es eine Finanzierungsmöglichkeit abgesehen von der herkömmlichen Eigenkapitalfinanzierung ist, die gerade in der Tourismusbranche manchmal natürlich sehr herausfordernd ist. Fremdkapitalfinanzierung ist auch schwierig. Wir haben strenge Bankenregulierung. Herr Kollege von der Freiheitlichen Partei, ich möchte nur daran erinnern, dass gerade das Desaster, das Sie in Kärnten angerichtet haben, wesentliche Ursache dafür ist, dass wir heute diese strengen Ban­ken­regulierungen haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schellenbacher. – Abg. Hafenecker: … Spindelegger!) Es ist eine interessante Finanzierungsmöglichkeit. (Abg. Hafenecker: So ein Blödsinn!) – Es ist kein Blödsinn, das ist die absolute Wahrheit, das möchte ich ausdrücklich betonen.

Ein zweiter, ganz wesentlicher Vorteil ist der, dass Crowdfunding natürlich eine Crowdfunding-Kampagne braucht. Es funktioniert nur dann, wenn es gelingt, die Crowd für regionale, für Tourismusprojekte zu mobilisieren. Das heißt, ein Crowdfunding-Projekt ist auch ein Markttest. Wenn ein Crowdfunding-Projekt nicht erfolgreich ist, ist das vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass das Projekt an sich nicht wirklich erfolgreich sein kann.

 


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