Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll117. Sitzung / Seite 210

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Zum Dritten: Crowdfunding kann Identität erzeugen. Wenn es zum Beispiel gelingt, ein Tourismusprojekt regional mit der Crowd, mit vielen aus der Region zu finanzieren, dann ist man auch Bestandteil dieses Projekts, und es gibt eine höhere Identifizierung.

Ein vierter, ganz wesentlicher Vorteil von Crowdfunding liegt im Marketing. Eine erfolg­reiche, gute Crowdfunding-Kampagne erzeugt auch Aufmerksamkeit, und das kann für das Projekt an sich auch sehr gut sein.

Was braucht es meiner Meinung nach noch in der Zukunft? – Es braucht in erster Linie Information. Crowdfunding ist auch ein bisschen ein sperriges Thema, ein Thema, das man nicht ganz so einfach erklären kann. Es gibt unterschiedlichste rechtliche Aus­prägungen, vom ganz einfachen Crowdfunding bis hin zum Crowdinvesting. Ganz wichtig ist auch, dass es Referenzprojekte gibt.

Ich habe im Vorfeld meiner heutigen Parlamentsrede ein bisschen recherchiert. Gerade für die Tourismusbranche gibt es mittlerweile interessante Plattformen. „hotel-crowdfunding.com“ ist zum Beispiel eine eigene Plattform, die dafür geschaffen worden ist, um gerade auch Projekte in der Tourismuswirtschaft zu forcieren. Ich kann alle Beherberger einladen, die auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten sind, sich mit dieser Möglichkeit auseinanderzusetzen.

Abschließend will ich auch nicht verhehlen, wenn wir von Crowdfunding reden: Es bietet viele Chancen, es bietet viele Möglichkeiten, aber es bleibt auch Risikokapital. Das soll man nicht verhehlen, aber wie schon erwähnt: Ich glaube, es bietet Chancen. Wir müssen diese Chancen nur ergreifen, die Tourismuswirtschaft ist dazu herzlich eingeladen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)

19.22


Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Willi. – Bitte.

 


19.22.02

Abgeordneter Georg Willi (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wenn jemandem besonderer Dank gebührt, dass es dieses Crowdfunding, also diese alternativen Finanzierungsformen, gibt, dann ist es wohl Heini Staudinger, dieser Waldviertler Schuhhersteller, dessen Schuhe ich heute zufällig trage; das war nicht beabsichtigt.

Ziel dieses Antrags ist, dass das Ministerium diese alternativen Finanzierungsformen für die Tourismuswirtschaft prüft und, wenn sie geeignet sind, dafür Werbung macht. – Herr Kollege Obernosterer, ich halte das für eine Scheinaktivität. Es ist die ureigenste Aufgabe gerade der Vertreter der Tourismuswirtschaft, vor allem in der Kammer, solche Dinge zu tun. Das Parlament hat nach einer Vorlage von Ihnen, Herr Staats­sekretär, seine Aufgabe erfüllt und hat die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaf­fen. Jetzt sollen die Interessenvertreter das doch gefälligst machen, und es soll nicht das Ministerium da jetzt Aktivitäten entwickeln. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schellhorn.)

Deshalb, meine Damen und Herren, lehnen wir diesen Antrag ab, weil er eine Schein­aktivität vortäuscht.

Was mich aber erstaunt: Wir hatten im Ausschuss einen Antrag des Kollegen Haider, wozu es einen gleichlautenden, sogar einstimmigen Antrag aus Kärnten gibt, ein Prob­lem der Tourismuswirtschaft, der Gastronomie, der Hotellerie zu lösen, dem viele tagtäglich begegnen. Wir hatten sogar eine Sitzungsunterbrechung, weil alle gesagt haben, das werden wir wohl zusammenbringen.

Es geht darum, dass es möglich sein sollte, dass Angehörige von solchen Betriebs­inhabern, von Gasthäusern und Hotels, unentgeltlich, kurzfristig und aushilfsweise im


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite