Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll117. Sitzung / Seite 211

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Betrieb mithelfen. Das ist nur aufgrund einer Sozialpartnereinigung möglich, aber da fehlen noch immer die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Das ist ein Riesenärgernis. Alle sagen, das kleine Ding werden wir wohl lösen können, aber nein, es war wieder nicht möglich.

Ich meine, wenn wir dem Tourismus helfen und die Kooperation innerhalb einer Familie stützen wollen – und es ist etwas vom Natürlichsten, dass man in einem Familien­betrieb einander hilft, wenn Not an der Frau/am Mann ist –, dann werden wir wohl in diesem riesigen Parlament so eine klitzekleine Frage lösen können. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Schellhorn.)

Daher, meine Damen und Herren von allen Fraktionen: Bitte, schaffen wir das bis zum Sommer, damit wir dieses unwürdige Schauspiel, das zu wahnsinnigen Kontrollen und oft auch Strafen führt, endlich beseitigen und eine klare, praxisnahe, familienfreund­liche Regelung zusammenbringen!

Herr Staatssekretär, Sie haben uns Grüne in dieser Frage jedenfalls als Partner. Ich hoffe, das bringen wir zusammen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

19.25


Präsident Karlheinz Kopf: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Gessl-Ranftl. – Bitte.

 


19.25.11

Abgeordnete Andrea Gessl-Ranftl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! In der österreichischen Volkswirtschaft nimmt der Touris­mus mit den Unternehmerinnen und Unternehmern unumstritten eine wichtige Stellung ein, und Österreich hat sich kontinuierlich zu einem Tourismusland entwickelt.

Über 90 Prozent aller Unternehmen – das haben wir heute schon des Öfteren gehört – stellen die kleineren und mittleren Unternehmen dar, zwei von drei Arbeitsplätzen werden auch von den KMUs geschaffen. Genau sie tragen wesentlich zum Wirtschafts­wachstum, zur unternehmerischen, um es so zu sagen, Kreativität, aber auch zum nationalen Wohlstand bei. Daher ist es für mich unerlässlich, dass gerade diesen Betrieben Beachtung geschenkt wird und auch auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird.

Wesentlich dabei ist die Verbesserung der Unternehmensfinanzierung, denn zu den zentralen Problemen der KMUs gehört ein eingeschränkter Zugang zu externen Finanz­mitteln. Der Mangel an Finanzmitteln wird daher auch häufig als Hindernis für das Wachstum von KMUs genannt. Positiv zu werten ist in diesem Zusammenhang die Bereitstellung zinsgünstiger Kreditmittel über die Österreichische Hotel- und Touris­musbank Gesellschaft. Darüber hinaus – und das haben wir auch schon von meinen Vorrednern gehört – wurde ja mit 1. September 2015 das Alternativfinanzie­rungs­gesetz geschaffen. Gerade dieses Gesetz ermöglicht eine neue Form der Unternehmens­finanzierung durch Crowdfunding.

Crowdfunding ist meiner Meinung nach eine schlaue, zusätzliche Alternative der Mög­lichkeit für die Realisierung von Projekten und für KMUs, die sich – und das wissen wir alle – oft sehr schwer tun, anstehende Renovierungen zu finanzieren. Aber auch für Jungunternehmer ist gerade Crowdfunding sicher eine sehr gute, zusätzliche Möglich­keit, um zu finanzieren.

Die Vorteile von Crowdfunding sind, die Eigenkapitalquote des Unternehmens wird erhöht, neueste Webtechnologie ermöglicht die direkte Kommunikation und Interaktion zwischen Geldgebern und Unternehmen, und der Unternehmer oder die Unterneh­merin behält seine/ihre volle Entscheidungsfreiheit.

 


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